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Hörskript 1 Am Arbeitsplatz Aufgabe 1b – Track 2 Arbeitsstätten in der Pflege 1 Peter Schmidt:  Ich heiße Peter Schm

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Hörskript

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Am Arbeitsplatz

Aufgabe 1b – Track 2

Arbeitsstätten in der Pflege 1 Peter Schmidt:  Ich heiße Peter Schmidt und arbeite seit drei Jahren beim mobilen Pflegedienst. Mobiler Pflegedienst bedeutet, dass wir mit dem Auto direkt zu den Menschen nach Hause kommen. Wir kümmern uns um sie und betreuen sie zu Hause. Vorher habe ich in einer großen stationären Einrichtung gearbeitet, das ist ein Pflegeheim, in dem die Pflegebedürftigen wohnen. Ich habe dann aber gemerkt, dass ich die Menschen lieber in ihrem privaten Umfeld betreuen möchte. Das war mir schon immer wichtig – der persönliche Bezug zu Menschen. Normalerweise helfe ich beim Aufstehen und Ankleiden, unterstütze die älteren Menschen beim Essen oder bei der Körperpflege. Ich muss mich täglich um mehrere Klienten kümmern. Da komme ich manchmal in Zeitnot, vor allem wenn viel Verkehr ist oder ich keinen Parkplatz bekomme. 2 Andrea Klein:  Ich arbeite seit 19 Jahren in der Pflege – da habe ich schon viel Berufserfahrung gesammelt. Ich habe bislang immer in stationären Einrichtungen gearbeitet. In den letzten zwanzig Jahren hat sich die Arbeit in der Pflege stark verändert. Ich habe heute für jeden Bewohner und für jede Aufgabe nur eine ­bestimmte Zeit zur Verfügung. Zum Beispiel sollte ­Rasieren nicht länger als 10 Minuten dauern. Wenn es länger dauert, dann muss ich mich bei der nächsten Person beeilen. Heute gibt es auch mehr Fortbildungen als früher, zum Beispiel zu Themen wie Demenz, ­Ernährung, Unfallverhütung und so weiter. Und die ­Dokumentation ist viel umfangreicher geworden – wir müssen alles aufschreiben, was wir machen und beobachten. Ja, das hat sich auch verändert. … Ach ja, ich hab ja ganz vergessen, mich vorzustellen: Ich heiße Andrea Klein. 3 Gabi Mai:  Hallo, ich bin Gabi Mai. Ich habe vor Jahren ­meine Ausbildung in der Krankenpflege beendet. ­Seitdem arbeite ich hier im Krankenhaus auf der Station für Innere Medizin. Krankenschwester war schon immer mein Traumberuf. Ich plane die Dienstzeiten für meine Kollegen und mich. Außerdem helfe ich den ­Patienten bei der Körperpflege oder beim Aufstehen. Ich wechsle Verbände und verabreiche Medikamente. Und ich bereite Patienten für ihre Untersuchungen vor und begleite die Ärzte bei der Visite. Ich messe bei ­allen Patienten auch regelmäßig den Puls, den Blutdruck und die Temperatur und unterstütze so die Ärzte. Meine Arbeit ist nie langweilig. Es ist oft stressig, weil wir zu wenig Personal auf der Station haben. Dann

habe ich auch zu wenig Zeit für die Patienten. Das tut mir manchmal leid. Und durch die Nacht- und Wochenenddienste hab‘ ich manchmal keine Zeit für Familie oder Freunde.

Aufgabe 2c – Track 3 Schwierige Wörter

Altenpflegeeinrichtung – Pflegedienstleitung – Wohn­ bereichsleiter – Pflegehilfskräfte – Nachtdienst – Gesundheitszustand – morgendliche Körperpflege – Vorgesetzte – Hauswirtschaft

Aufgabe 3a – Track 4 Der erste Arbeitstag

Andrea Klein:  Willkommen in unserer Einrichtung, Frau Casas. Es ist Ihr erster Tag hier, richtig? Ich heiße ­Andrea Klein und bin auch Pflegefachkraft. So wie Sie. Ich arbeite seit neun Jahren hier in unserer Pflege­ einrichtung und Frau Liesigk, die Sie ja schon kennen, bat mich, Ihnen das Haus zu zeigen. Es ist zwar groß, aber ich bin mir sicher, dass Sie sich schon bald gut ­zurechtfinden werden. Ich erkläre Ihnen zuerst das ­Organigramm von unserer Einrichtung. Sehen Sie hier das Feld „Heimleitung“? Die Position hat Frau Sabine Führ inne. Sie ist unsere Heimleiterin – sie leitet die gesamte Einrichtung, also das ganze Haus. Sie ist für alles verantwortlich, also auch für die Küche, die Hauswirtschaft und all das. Und hier sehen Sie das Feld „Pflegedienstleitung“. Wir sagen immer nur PDL. Das ist kürzer. Unsere PDL ist Anna Liesigk. Frau Liesigk ist auch für die Dienstpläne zuständig. Sie ist unsere gemeinsame Vorgesetzte. Sie ist für zwei Wohnbereiche verantwortlich: A und B. Wir arbeiten im Wohnbereich A – und den erkläre ich Ihnen. Der andere Wohnbereich arbeitet getrennt von uns. Hier rechts außen muss ich ja kaum etwas erklären: Haustechnik, Ergo- und Beschäftigungstherapie sind ja selbsterklärend. Bei der Hauswirtschaft geht es unter anderem um Hygiene, Bett- und Bewohnerwäsche. Und dann ist da noch die Verwaltung. Dort kümmert man sich unter anderem um die Finanzen. Wir haben ja in Deutschland ein komplexes System vom Pflegestufen und so weiter. Ok, auf diesem Feld hier unten sehen Sie unseren Wohnbereichsleiter, Herrn Mauer. Er unterstützt Frau Liesigk. Er ist Ihr direkter Vorgesetzter, Frau Casas. Er behält den Überblick über den Wohnbereich. Wenn Sie Fragen haben, dann sollten Sie zuerst zu Herrn Mauer gehen. Und hier sehen Sie alle drei Pflegefachkräfte aus unserem Wohnbereich. Das sind Frau Doris Helm, Herr Pavel Morlock und ich. Wir erstellen die Pflegeplanungen und kümmern uns um die Bewohner. ­Außerdem leiten wir die Pflegehilfskräfte an, die uns unterstützen. Und in dieses Feld schreiben wir gleich „Casas“. Wie heißen Sie mit Vornamen?

Fokus Deutsch B1 / B2 - Erfolgreich in Pflegeberufen | © Cornelsen Verlag GmbH | ISBN 978-3-06-021305-4

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Einheit 1

J. Casas:  Judith. Andrea Klein:  Judith Casas. … Schön. Willkommen im Team Frau Casas. Und hier, hier unten sehen Sie unsere Pflegehilfskräfte. Das sind ­Manuel, Saida, Piotr und Martina. Sie arbeiten auch ­alle in dem Wohnbereich von Herrn Mauer. Am besten, ich stelle Sie gleich allen vor. Hey, Saida, super, dass du da bist. Dann kann ich dir gleich Judith Casas vorstellen. Saida, das ist unsere neue Pflegekraft, Judith Casas. Frau Casas, das ist Saida. Sie ist seit einem halben Jahr bei uns. Ach ja, wir duzen uns hier alle. Ich bin Andrea. J. Casas:  Das ist ja super, ich mag das Duzen auch lieber. Ich bin Judith. Ich freu mich drauf, mit euch zusammenzuarbeiten! Andrea Klein:  Schön! Aber das mit dem Duzen muss ich noch etwas korrigieren. Die Ärzte, die zu uns kommen, duzen wir nicht – und unsere Bewohner natürlich auch nicht, sie sprechen wir mit ihrem Nachnamen an. Aber die Bewohner, ihre Angehörigen und die Ärzte sprechen uns mit Vornamen an und „Sie“. Lustige Mischung, oder? Wir stellen uns auch immer gleich mit unseren Vornamen vor, also zum Beispiel mit „Ich bin Schwester Andrea!“ J. Casas:  Ist doch super – mir gefällt das!!

Aufgabe 3d – Track 5 Sie oder Du?

Andrea Klein:  Schön! Aber das mit dem Duzen muss ich noch etwas korrigieren. Die Ärzte, die zu uns kommen, duzen wir nicht – und unsere Bewohner natürlich auch nicht, sie sprechen wir mit ihrem Nachnamen an. Aber die Bewohner, ihre Angehörigen und die Ärzte sprechen uns mit Vornamen an und „Sie“. Lustige ­Mischung, oder? Wir stellen uns auch immer gleich mit unseren Vornamen vor, also zum Beispiel mit „Ich bin Schwester Andrea!“ J. Casas:  Ist doch super – mir gefällt das!!

Aufgabe 6a – Track 6 Der Dienstplan

Larissa:  Hi Saida, schön dich zu sehen! Was machen meine alten Kollegen? Saida:  Hallo Larissa! Ach, denen geht es ganz gut – und dir? Bist du zufrieden in deiner Elternzeit? Larissa:  Ja, unser Kleiner wächst und gedeiht. Und dir? Wie geht es dir? Saida:  Naja, eigentlich ganz gut, weil ich bald Urlaub habe. Aber ich bin sauer. Piotr ist krank und ich kann erst zwei Tage später losfahren. Larissa:  Ach, das ist ja schade. Kann ich dir vielleicht ­helfen? Wann hat Piotr denn Dienst? Vielleicht könnte ich ja für ihn einspringen und du kannst doch noch wegfahren. Saida:  Wow, das wäre ja toll. Es geht um den Frühdienst.

Larissa:  Oh Mist. Ich kann leider nur Nachtdienste und Spätdienste, weil mein Mann vormittags arbeitet. Saida:  Schade. Aber trotzdem danke für dein Angebot.

Aufgabe 7c – Track 7 Verabredung zum Yoga

Andrea Klein:  Hallo Doris! Hast du den neuen Dienstplan gesehen? Ich habe in der nächsten Woche Spätdienst, und du? Doris Helm:  Ja, ich hab’ ihn gesehen … Ich habe wieder Nachtdienst. Dafür habe ich am Montag und Dienstag frei. Andrea Klein:  Schade, also am Wochenanfang. Ich habe ­gedacht, wir gehen am Donnerstag zum Yoga, denn donnerstags ist es dort nicht so voll. Aber du bist dann wahrscheinlich müde? Doris Helm:  Ja, wenn ich in der Nacht arbeite, gehe ich ­vormittags nicht zum Training. Ich bin nach der Nachtschicht zu erschöpft und schlafe dann. Lass uns doch am Montag oder Dienstag hingehen. Lust hätte ich – ich war schon seit meinem Geburtstag nicht mehr dort. Andrea Klein:  Echt? So lange nicht? Warst du nicht kurz vor der Ankunft von Judith noch dort? Na, egal – das Training geht von 10 bis 11 Uhr. Ist dir Montagoder Dienstagvormittag lieber? Doris Helm:  Montag. Am Dienstag habe ich um 9.45 Uhr ­einen Termin beim Zahnarzt. Treffen wir uns doch ­einfach am Montag um 9 Uhr bei mir. Fragst du noch Judith? Vielleicht hat sie ja Zeit. Andrea Klein:  Keine Ahnung, ob sie Zeit hat. Aber ich frag‘ sie … Also dann bis nächsten Montag! Tschüs!

Aufgabe 9a – Track 8 Was für ein Chaos!

Andrea Klein:  Guten Tag, Frau Ott. Sie sitzen ja heute ­munter im Bett. Wie geht es Ihnen? Frau Ott:  Naja, es geht heute ganz gut. Andrea Klein:  Das freut mich. Es ist Zeit für Ihre Medikamente. Ich richte Ihnen auch gleich das Bett. Und wir sollten das Bettlaken abziehen. Ach, ich beziehe auch gleich die Bettdecke neu. Können Sie sich solange auf den Stuhl setzen, damit ich das Bett machen kann? Frau Ott:  Ja – helfen Sie mir bitte? Andrea Klein:  Gerne. … Wunderbar, auf dem Stuhl ist es doch auch gemütlich – oder? … So, jetzt die Medikamente. Frau Ott, wo ist denn Ihr Tablettendispenser? Frau Ott:  Der liegt auf dem Nachtschränkchen, unter der Fernbedienung. Und könnten Sie mir das Kopfkissen aufschütteln? Ich bin zu schwach und kann das nicht machen. Andrea Klein:  Ja, gerne. Wir sollten uns auch Ihre Wunde am Rücken anschauen. Ah, die heilt langsam, aber ich muss sie noch versorgen und Salbe auftragen. Wo ist denn die Salbe? Ah, da! Ich sehe sie. Zwischen der Blumenvase und dem Bild Ihrer Tochter.

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Einheit 1  |  Übungen 1

Frau Ott:  Wenn Sie schon dabei sind – vielleicht finden Sie auch meine Brille und die Leselupe. Die kann ich auch nicht finden. Andrea Klein:  Na, da schauen wir mal. Hier ist die Brille – sie war unter dem Bett. Gut, dass sie nicht kaputt ­gegangen ist. Und hier ist auch die Leselupe – warum liegt die denn auf dem Dialysegerät? Frau Ott:  Das weiß ich nicht mehr. Ich kann mich nicht mehr erinnern. Andrea Klein:  So, jetzt sind wir fertig. Den Verband habe ich gewechselt. Jetzt muss ich nur noch die Hände ­waschen … Wo ist denn jetzt das Desinfektionsmittel? Frau Ott:  Dort steht es doch. Auf dem Fernsehapparat. Könnten Sie mir bitte noch meine Pflanze auf das Nachtschränkchen stellen? Sie steht auf dem Rollstuhl. Meine Tochter sollte sie auf das Schränkchen stellen, aber jetzt ist sie schon weg. Andrea Klein:  Wohin soll ich sie stellen? Auf das Nachtschränkchen? Frau Ott:  Ja. Oder nein, besser doch in das Regal, neben die Bettpfanne. Danke schön. Andrea Klein:  So, Frau Ott. Wollen wir beide jetzt einen Spaziergang machen? Wo ist denn ihre Gehhilfe? Frau Ott:  Die lehnt dort an der Wand, neben dem Rollator. Andrea Klein:  Ah, genau. Schön. Na, dann los.

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Übungen

Übung 5a – Track 9 Berufsfindung

Alex:  Alexander Strom, hallo? Svetlana:  Hallo Alex, hier ist Svetlana. Passt es dir gerade? Alex:  Klar, wir hatten ja gesagt, dass ich ab halb zehn Zeit habe. Und wie geht’s dir? Was machen deine Überlegungen zum Thema Beruf? Hast du dich denn schon für einen Beruf entschieden? Svetlana:  Hmm, nööö, … Genau deswegen wollte ich ja mit dir sprechen … Du arbeitest ja als Altenpfleger, und ich könnte mir das auch vorstellen. Ich habe auch schon viel gelesen, aber ich konnte im Internet nicht wirklich etwas über den Alltag einer Altenpflegerin finden und … Alex:  … da dachtest du, der Alex kann helfen! Na klar, ich kann’s ja versuchen. Der Alltag interessiert dich also? Svetlana:  Genau. Alex:  Naja, ich hatte heute Spätschicht. Wenn du willst, kann ich dir gern darüber etwas erzählen. Svetlana:  Ja, prima, gerne! Alex:  Also zuerst ziehe ich meine Arbeitskleidung an. Nicht alle Pflegeeinrichtungen haben das, aber auf meiner Station wohnen viele Bewohner mit Demenz. Da gibt ihnen unsere Arbeitskleidung Orientierung – wer ­gehört zum Pflegepersonal und so weiter. Svetlana:  Ah, ok, das wusste ich gar nicht. Alex:  Tja, um 14 Uhr beginnt die Spätschicht, und wir ­machen die Dienstübergabe mit dem Frühdienst.

Hier sprechen wir kurz über die Bewohner …, ­Neuigkeiten, Probleme und so weiter. Svetlana:  Aha. Moment, ich schreibe gerade mit … Gut, und wie geht’s dann weiter? Alex:  Die Bewohner holen wir dann – wenn nötig – wieder aus dem Bett und helfen ihnen beim Gang zur Toilette. Wenn ein Bewohner eine Wunde hat, müssen wir die natürlich versorgen. Danach gehen wir in den Speisesaal zum Kaffeetrinken. Ich unterhalte mich dann gern mit den Bewohnern, besonders mit Frau Siegert. Die ist soo witzig! Svetlana:  Hmmmhmmm …Dank dir. Und gibt es noch was? Alex:  Na ja, wir müssen bettlägerige Bewohner natürlich immer wieder umlagern, damit sie durch das viele Liegen keine Wunden bekommen. Hmm …, aber nach der Kaffeezeit … Also wir machen zum Beispiel sauber …, eben alles, was so gemacht werden muss. Gegen 17 Uhr bereiten wir das Abendessen vor, das es so um 17.30 Uhr gibt. Davor oder danach verabreichen wir die Medikamente. Das hängt davon ab, was der Arzt gesagt hat. Svetlana:  Gut … Und später dann? Alex:  Nach dem Abendessen unterstützen wir die Bewohner bei der Körperpflege und bringen sie langsam ins Bett. Um 20 Uhr sollten alle im Bett liegen. Danach habe ich heute noch alles dokumentiert. Um 20.15 Uhr habe ich dann die Übergabe mit dem Nachtdienst gemacht. Tja und dann hatte ich Feierabend. Svetlana:  Super … Dann habe ich jetzt wirklich noch wichtige Infos bekommen. Dank dir. Alex:  Nichts zu danken! Und wann sehen wir uns wieder mal? Svetlana:  Ich bin ja umgezogen und möchte das am Sonntag feiern. Passt dir 20 Uhr? Alex:  Perfekt – ich habe auch am Sonntag frei. Ich freu mich!

Übung 6b – Track 10 Alex Dienstplan

Anja:  Hi Brüderchen. Nächste Woche kommen ja Mama und Papa zu Besuch, und ich soll schon mal klären, wann du Zeit hast. Kannst du denn beispielsweise am Samstagabend um 19.30 Uhr mit ins Kino kommen? Alex:  Am Samstag, Moment … lass mich mal im Dienstplan nachschauen … Am Samstag kann ich leider nicht, weil ich Nachtdienst habe. Der fängt schon um 20.30 Uhr an. Hättet ihr denn sonst noch eine Idee? Anja:  Wir dachten auch an ein Kaffeetrinken. Passt dir Donnerstagnachmittag mit Mama und Papa? Alex:  Donnerstag, Donnerstag … Mmmh, da habe ich Spätdienst. Wie schade. Eigentlich hatte ich frei, aber ich musste für meine Kollegin einspringen. Anja:  Vielleicht kannst du mal einen Vorschlag für ein gemeinsames Essen machen. So gegen 16 Uhr wäre gut. Welcher Tag würde dir passen? Alex:  Da könnte ich zum Beispiel Montag. Aber es geht auch Dienstag und Mittwoch, da habe ich jeweils Frühdienst.

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Übungen 1  |  Einheit 2

Anja:  Ok, Mama und Papa haben ja Zeit. Ich freue mich schon, euch alle mal wiederzusehen … Alex:  Ich mich auch! Danke, dass du das organisierst!! Tschüs. Anja:  Ciao, Alex.

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Essen und Trinken

Aufgabe 1b – Track 11 Minidialoge rund ums Essen

DIALOG 1:  alte Frau:  Außerdem möchte ich auch mal Brot mit Aufschnitt, frisches Gemüse oder ein Stück Fleisch auf meinem Teller sehen. alter Mann:  Dürfen Sie das denn alles essen, Frau Neu?? DIALOG 2 Andrea Klein:  Ja, zu dick ist sie. Aber die Kostumstellung wird sicher nicht leicht für sie. Frau Kliesow liebt doch kalorienreiche Speisen. Pflegekraft:  Ja, Andrea, Salat und Gemüse mag sie nicht so gerne. Andrea Klein:  Aber sie hat ja Herzprobleme und Probleme mit den Gelenken. Sie muss einfach abnehmen. DIALOG 3 Herr Wemmer:  Ich würde viel lieber ein großes Stück ­Obstkuchen mit viel Sahne essen … So wie Sie. Oder irgendeine Sahnetorte. anderer Bewohner:  Einen Moment, Herr Wemmer: Ich hole mir noch eine kleine Tasse Kaffee. Soll ich Ihnen auch etwas mitbringen? Herr Wemmer:  Ja, gerne, ich hätte auch gerne eine Tasse Kaffee.

Aufgabe 6a – Track 12 Trinkprotokoll

Manuel:  Du Andrea, ich soll heute zum ersten Mal ein Trinkprotokoll ausfüllen und ich habe das noch nie ­gemacht. Kannst du mir bitte helfen? Andrea Klein:  Na klar Manuel, da helfe ich dir gerne. Es ist ja wichtig, dass wir das genau über 24 Stunden dokumentieren. Darf ich mal sehen, hast du das ­Formular hier? Für welchen Bewohner sollst du denn dokumentieren? Manuel:  Für Frau Ott, sie ist ja noch nicht lange hier, und wir befürchten, dass sie das Trinken vergisst. Andrea Klein:  Ok, dann schreibst du am besten oben schon mal ihren Namen und das Datum von heute hin, und dann gehen wir zu ihr. Hallo Frau Ott, wir möchten mit Ihnen gern ein ­Trinkprotokoll anlegen, damit wir sehen, ob Sie genug trinken. Haben Sie jetzt kurz Zeit für uns? Frau Ott:  Ja, gern. Das können wir machen. Andrea Klein:  Super. Sagen Sie, was trinken Sie denn am liebsten?

Frau Ott:  Eigentlich Pfefferminztee, aber ich trinke auch Fencheltee gerne. Andrea Klein:  Ok, siehst du, hier oben bei den Vorlieben, da kreuzt du Tee an und schreibst Pfefferminztee dazu. Das kannst du mit PT abkürzen. Du kannst auch Fenchel­tee, also FT notieren. Manuel:  Ok. Andrea Klein:  Und was trinken Sie denn sonst noch gerne, Frau Ott. Mögen Sie Saft? Oder lieber Wasser? Frau Ott:  Nein, Säfte mag ich nicht, vor allem Orangensaft lehne ich ab. Das Konservierungsmittel schmeckt schrecklich. Ich trinke lieber Sprudel, äh, Mineralwasser. Andrea Klein:  Danke, Frau Ott. Das war’s auch schon. Tschüs! Manuel, dann kannst du hier bei Mineralwasser ein Kreuz machen. Und dann musst du heute darauf ­achten, wann du Frau Ott wie viel von welchem ­Getränk gibst und die Menge in die Tabelle schreiben. In dem Formular heißt das „Einfuhr“. Ach ja, und trag‘ auch die Uhrzeit ein. Nach 24 Stunden addierst du die Gesamtmenge. Manuel:  Das ist ja gar nicht so schwer. Aber sag mal, was ist denn das hier? H-D-Z? Andrea Klein:  Oh, das ist ganz wichtig, H-D-Z heißt Handzeichen. Da musst du für alles, was du dokumentierst, auch unterschreiben. Manuel:  Vielen Dank Andrea, du hast mir sehr geholfen. Und jetzt bringe ich Frau Ott sofort ein großes Glas Wasser, also ungefähr 300 Milliliter. 15 Uhr 35 …

Aufgabe 7a – Track 13 Die Essensbestellung

Andrea Klein:  Hallo Anita, wir müssen über das Essen für ein paar neue Bewohner sprechen. Hauswirtschafterin:  Hi Andrea, Wie viele sind es denn? Andrea Klein:  Fünf neue Bewohner – und bei zwei alten Bewohnern müssen wir die Kost umstellen. Hauswirtschafterin:  Ok, dann sag mal. Andrea Klein:  Also: Bei Frau Ott ändert sich etwas, sie hat Verdauungs­ beschwerden und bekommt also vorübergehend Schonkost. Auch bei Herrn Schnaider müssen wir auf Reduktionskost umstellen: Er ist adipös. Dann die neuen Bewohner: Bei Herrn Alt gibt es keine Einschränkungen – er ­bekommt Vollkost. Frau Alt isst kein Fleisch, sie ist Vegetarierin. Sie braucht vegetarische Kost. Und dann haben wir jemanden, der untergewichtig ist. Herr Tsipras bekommt hochkalorische Kost. Henk Kern ist Diabetiker und Frau Ramez kann schlecht kauen. Für sie müssen wir alles pürieren. Hauswirtschafterin:  Ok, Andrea, ich hab mir alles notiert. Dann bestelle ich das alles. Bis dann! Andrea Klein:  Ja, tschüüüs!

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Einheit 2  |  Übungen 2

Aufgabe 7b – Track 14 Einschränkungen

keine Einschränkung Übergewicht/Adipositas ist Vegetarierin Kaustörungen Verdauungsbeschwerden Zuckerkrankheit Untergewicht

Aufgabe 9b – Track 15

Was hat die ­Tochter denn gesagt? DIALOG 1:  Pavel:  Hallo Manuel, braucht Frau Ömer eigentlich ein ­spezielles Besteck? Manuel:  Wie bitte? Ich verstehe nichts – es ist so laut hier. Pavel:  Weißt du, ob Frau Ömer ein spezielles Besteck oder andere Hilfsmittel braucht? Manuel:  Ja, das braucht sie. Sie hat Arthrose in den Fingergelenken und braucht spezielles Besteck und eine rutschfeste Unterlage. Das Trinken klappt aber ohne Hilfsmittel. DIALOG 2 Pavel:  Manuel, weißt du, wann Frau Ömer am liebsten ihren Verdauungstee trinkt? Manuel:  Um 19 Uhr.

Aufgabe 10b – Track 16 Drei Beschwerden

1 Frau Yilmaz:  Hallo!! Hallo!?? Könnten Sie bitte mal kommen? junge Pflegerin:  Hallo Frau Yilmaz, was kann ich für Sie tun? Frau Yilmaz:  Ich muss mich beschweren – so unzufrieden war ich noch nie! Sehen Sie mal hier! Schweinefleisch!!! Sie wissen doch, dass ich Muslima bin! junge Pflegerin:  Ja, aber sonst essen Sie doch auch … Frau Yilmaz:  Fisch, Rindfleisch, Hühnchen – ja, das esse ich, aber SCHWEIN??!!! Meine Schwester ist auch entsetzt! junge Pflegerin:  Ich auch – ich kenne Sie ja gar nicht ­wieder! Ich bringe Ihnen jetzt erst einmal ein Wasser. Bis gleich. 2 Frau Treigelt:  Hallo Saida! Sehen Sie mal!! Himmel nochmal – ich bin Vegetarierin!! Das ist doch langsam bekannt hier – oder? Saida:  Oh, je, das tut mir leid, Frau Treigelt, das muss ein Missverständnis sein. Da hat jemand etwas verwechselt. Frau Treigelt:  Das ist doch keine Entschuldigung! So was darf doch nicht passieren! Saida:  Natürlich nicht, ich kann Ihren Ärger verstehen. Aber Missverständnisse passieren ab und zu. Wir sind ja alle nur Menschen.

Frau Treigelt:  Naja, das stimmt schon … Saida:  Wäre es Ihnen recht, wenn ich Ihnen einen großen Salatteller bringe? 3 Herr Hultsch:  Ich fass es nicht – wo ist mein Knödel? Sie wissen doch, dass ich immer Knödel zum Fleisch esse. Ich mag kein Gemüse!! Kann man sich denn hier auf nichts mehr verlassen? Manuel:  Guten Mittag, Herr Hultsch. Ja, heute gibt es etwas anderes für Sie. Herr Hultsch:  Ich will das aber nicht. Manuel:  Herr Hultsch, das können wir leider nicht ändern, weil wir bei Ihnen die Kost umstellen mussten. Wegen Ihrer Verdauungsbeschwerden – Sie wissen schon. Nach jedem Knödel müssen Sie doch zur Toilette. Herr Hultsch:  Na und?? Hauptsache es schmeckt mir. Manuel:  Nein, es macht Sie krank. Und wir tun alles, damit es Ihnen gut geht. Herr Hultsch:  Ich möchte Knödel … Manuel:  Ich verstehe Sie ja, dass Ihnen das nicht gefällt, aber der Arzt hat festgestellt, dass Sie eine Nahrungsmittelunverträglichkeit haben. Sie vertragen das Gluten nicht, das in vielen Stärkeprodukten ist. In Brot, in ­Nudeln, in Knödel und noch vielen anderen Speisen. Herr Hultsch:  Und ohne das Zeug geht es mir besser? Manuel:  Ja, das hoffen wir. Und wir finden sicher viele ­leckere Sachen für Sie. Was halten Sie davon, wenn ich Ihnen erst einmal etwas Fisch in Knoblauch ­geschwenkt bringe. Den mögen Sie doch so gerne.

Aufgabe 13c – Track 17 weil oder obwohl?

Saida:  Frau Treigelt hat ihrem Mann etwas geschenkt, obwohl sie schon so lange zusammenleben. Sie haben viel gestritten, und die Zeit war oft nicht besonders schön. Pfleger:  Ich bleibe zu Hause, obwohl ich frei habe. Ich bin krank. Bewohner:  Ich esse das Gericht, weil es Schweinefleisch enthält. Ich liebe Schweinefleisch – gut, dass ich kein Moslem bin.

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Übungen

Übung 2 – Track 18 Wer mag was?

Rita:  Herbert, möchtest du ein Stück Kuchen haben? Der Apfelkuchen ist wirklich ein Traum heute. Der schmeckt soo gut! Herbert:  Ach Rita, du weißt ja, ich liiiiiiebe Süßes. Besonders Apfelkuchen mag ich sehr gern – von allen Kuchen­sorten ist der der beste! Und wie gut der ­aussieht …, aber ich bin doch zuckerkrank und muss aufpassen. Rita:  Oh je, stimmt. Das hatte ich ganz vergessen. Tut mir wirklich leid. Du musstest ja deine Ernährung umstellen.

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Übungen 2

Herbert:  Ja ja, aber man gewöhnt sich dran. Aber Diabetikerschokolade mag ich überhaupt nicht. Uaahhh … Aber meine geliebten Peperoni darf ich ja noch. Herzhafte und scharfe Speisen esse ich einfach total gern! Darfst du denn noch alles essen und trinken? Rita:  Zum Glück ja. Aber ich sollte weniger Cola trinken.Obwohl die mir ja so gut schmeckt. Sogar am besten von allem. Na ja … Und manchmal bekommen wir von der Küche im Heim ja auch Schmalzbrot. Aber das ist mir viel zu fett!! Pfui Teufel, das ist wirklich gar nichts für mich. Eigentlich wissen die Pflegerinnen, dass ich das ablehne, aber … Ach, egal … Und eingelegte Gurken kann ich nicht essen. Die sind mir wirklich zu sauer. Aber zum Glück gibt es oft dazu eine Brezel. Die liebe ich sehr! Und diesen Kuchen hier … Herbert:  Na gut, ich probiere mal so ein ganz kleines Stückchen! Aber ganz schnell, bevor Schwester Hala kommt. Sonst schimpft sie wieder!!

Übung 6f – Track 19 Phonetik 1 2 3 4 5 6 7 8 9

die Exsikkose die Prophylaxe die Austrocknung die Schnabeltasse der Strohhalm der Flüssigkeitsbedarf der Verwirrtheitszustand die Gegenmaßnahme der Hautturgor

Übung 8a – Track 20 Ein Klassengespräch

Frau Sonnenschein:  Guten Morgen, ach, ist das nicht ein tolles Wetter draußen? Aber nach dem Wochenende möchte ich gern nochmal wiederholen, was wir Freitag gemacht haben. Na, kann sich jemand erinnern? Svetlana:  Ja, wir haben über Austrocknung gesprochen und Exo… Exiso… Ex-si-kkose-pro-phy-laxe. Frau Sonnenschein:  Prima! Genau! Das ist ein schwieriges Wort, oder? Wir haben über Exsikkoseprophylaxe ­gesprochen, besonders bei Demenzranken. Warum denn das? Nala:  Na, weil es für diese Menschen wegen ihrer Krankheit oft besonders schwierig ist, sich daran zu erinnern, dass sie trinken müssen. Und oft haben sie sogar gar keinen Durstgefühl. Frau Sonnenschein:  Das stimmt. Gut! Dann sammeln wir doch noch mal schnell zusammen, was man hier machen kann. Wer kann sich erinnern? … Na? Niemand … Gregor:  Ach Frau Sonnenschein – das Wochenende war sooo lang … Also, wenn der Bewohner es wünscht, dann sollte man zum Beispiel die Getränke mit Zucker oder Süßstoff etwas süßer machen, weil das zum Trinken motivieren kann.

Frau Sonnenschein:  Super. Ahmed:  Ja, und wir können auch Milch-Mix-Getränke anbieten. Als Basis sind zum Beispiel Bananen- oder Pfirsichsäfte gut, weil sie sehr mild im Geschmack sind. Frau Sonnenschein:  Na prima, jetzt wachen Sie ja richtig auf. Svetlana:  Wir sollten auch Getränke anbieten, die nicht zu kalt und nicht zu heiß sind. Ahmed:  Ach ja, eine Idee waren auch Trinkstationen. Frau Sonnenschein:  Richtig. Aber warum? Ahmed:  Weil die Senioren die Getränke dann sehen und nicht so schnell das Trinken vergessen. Und für viele ist es einfacher, weil sie nicht immer um Getränke bitten müssen. Aber hierbei ist die Hygiene besonders wichtig. Frau Sonnenschein:  Genau, darauf muss man dann besonders achten. Nala:  Wenn wir Zeit haben, dann können wir uns auch zu den Bewohnern setzen und zusammen trinken. Das bringt Ruhe in die Situation und motiviert. Frau Sonnenschein:  Prima. Wenn ihr genug Zeit habt. Ok, … ich glaube, ein Punkt fehlt noch … Na, was meine ich? Gregor:  Bewohnern, die stark abgenommen haben, sollten wir kalorienreiche Getränke anbieten, damit sie genug Kalorien zu sich nehmen und der Kalorienbedarf gedeckt ist. Frau Sonnenschein:  Super!! Da habt ihr aber gut aufgepasst und das Wochenende war dann nicht allzu … intensiv … Dann machen wir also mal weiter. Ich beginne mit einem Rätsel … Es …

Übung 10d – Track 21 In der Küche

Dieter:  Hallo Marga, ich habe hier eine Notiz von Andrea Klein bekommen. Marga:  Hallo Dieter! Aha, worum geht es denn? Dieter:  Bei einigen Bewohnern wurde die Kost umgestellt. Dann schauen wir doch mal. Aaalso: Frau Siegert von Wohnbereich A bekommt nun Essen mit wenig Fett und Kohlenhydraten. Sie darf nicht so viele Kalorien zu sich nehmen. Wir achten also darauf, dass sie zum Beispiel viel Gemüse bekommt. Tja, den täglichen Kuchen nachmittags bekommt sie dann erstmal nicht mehr. Marga:  Gut, das habe ich. Und hier sehe ich, dass Herr Thorno kein Essen mit Salz mehr bekommen soll und allgemein kein Essen mit scharfen Gewürzen. Ach ja, und Herr Kirsch ist untergewichtig. Er soll kalorienreiche Speisen bekommen. Dieter:  Alles klar, dann kann’s ja losgehen.

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Übungen 2  |  Einheit 3

Übung 15b – Track 22

Aufgabe 3a – Track 25

1 Gunther:  Lisbeth, ich habe wirklich keine Lust, schon ­wieder einen Salatteller zu essen. Ein Steak, ja! Ein Steak wäre toll. Lisbeth:  Gunther, du weißt genau, was der Arzt gesagt. Es ist wichtig, dass du erst mal kein Fleisch isst. Wenn ­alles gutgeht, kannst du es in ein paar Wochen ja ­wieder probieren. Gunther:  Ach … Na gut …

Pflegeschüler:  Hey Anja, sieh mal hier auf der Website ist die Auflösung zu dem Wissensrätsel von letzter Woche! Pflegeschülerin:  Lies mal vor. Pflegeschüler:  Ok. Also: Was ist eine Thrombose? Normalerweise ist es für den Körper nützlich, dass ­unser Blut gerinnen kann – zum Beispiel, wenn wir uns in den Finger schneiden. Damit die Wunde nicht ewig blutet, setzt eine Kettenreaktion ein und die ­Blutung stoppt. Das Blut wird dick und schließlich fest – man sagt auch „es gerinnt“. Manchmal gerinnt das Blut aber, obwohl es nicht erwünscht ist. Es bildet sich plötzlich ein Blutgerinnsel oder Thrombus – allerdings am falschen Ort, zur falschen Zeit. Dieses Blutgerinnsel verstopft die Blutbahn teilweise oder komplett. Pflegeschülerin:  Hey, das haben wir richtig! Ein Blut­ gerinnsel in einem Gefäß. Pflegeschüler:  Super! … Am häufigsten passiert das in den Blutgefäßen im Bein, den Beinvenen. Ärzte unterscheiden bei diesen Beinvenenthrombosen zwei Varianten: eine Thrombose in den außen liegenden Venen und ­eine Thrombose in den tiefen Venen. Das Risiko für eine Thrombose ist vor allem nach größeren Operationen, bei Übergewicht und bei Rauchern hoch. Aber auch Bettlägerigkeit oder stundenlanges Sitzen mit abgewinkelten Beinen wie bei einer ausgedehnten Busreise erhöhen das Risiko. Bei Bein- und Beckenvenenthrombosen ist die Gefahr groß, dass das Gerinnsel wandert, zum Beispiel in die Lunge. Dann wird es lebensbedrohlich, denn eine solche Lungenembolie kann zum Tod führen. Pflegeschülerin:  Oh, Mist, das haben wir falsch. Wir haben „schmerzhaft“ angekreuzt. Pflegeschüler:  Sehen wir mal weiter. … Gerade in Krankenhäusern und Altenpflegeheimen, wo ja viele Patienten und Bewohner immobil sind, muss man vorbeugen. Da hilft viel bewegen, man soll also nicht lange sitzen, stehen oder liegen, viel trinken und möglichst konsequent Kompressionsstrümpfe tragen. Und öfter mal die Beine hochlegen. Im Krankenhaus bekommen die Patienten oft auch Heparin-Spritzen unter die Haut, die die Blutgerinnung verringern. Pflegeschülerin:  Juppie! Da haben wir „sich hinlegen“ ausgewählt – das ist ja das Gegenteil von „vorbeugen“. Pflegeschüler:  Super – dann haben wir ja zwei richtig.

Wer musste/­konnte/wollte was?

2 Neffe:  Hallo Tante Herta! Na, geht es dir wieder etwas besser? Herta:  Oh ja, viel besser! Letzte Woche konnte ich nichts zu mir nehmen. Wenn ich es doch gemacht habe, bin ich sofort zur Toilette gerannt. Vor ein paar Tagen wurde es aber besser. Da hat es wieder geklappt, dass ich Weißbrot esse und nicht sofort Probleme hatte.

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Wir helfen, wo wir können

Aufgabe 1b – Track 23 Minidialoge

1 alter Mann:  Oh je, ich kann mich nicht alleine anziehen. Ich komme nicht in meine Schuhe rein. Pavel:  Ich helfe Ihnen gerne. alter Mann:  Nein danke, ich möchte das alleine können! Pavel:  Na, dann nehmen Sie doch den Schuhlöffel. 2 Pfleger:  Was macht der Dekubitus von Herrn Graf? Pflegerin:  Das Druckgeschwür wird etwas besser. Wir lagern ihn konsequent alle zwei Stunden um und versorgen die Wunde. 3 Twen:  Ach Oma, du musst unbedingt deine Kompressionsstrümpfe tragen! alte Frau:  Die Antithrombosestrümpfe?? Aber sie sind so eng. Schrecklich! Twen:  Mit deinen Krampfadern ist das Risiko aber zu hoch! Da bildet sich ganz schnell ein Blutgerinnsel. Und das ist sehr gefährlich.

Aufgabe 1c – Track 24 Phonetik

Schuhlöffel Dekubitus Kompressionsstrümpfe Krampfadern Blutgerinnsel Druckgeschwür

Wissensrätsel

Aufgabe 4b – Track 26 Frau Müller hat Beschwerden

Judith Casas:  Guten Tag Frau Müller, mein Name ist Judith Casas. Ich möchte heute mehr über Ihren Gesundheitszustand erfahren. Das Erstgespräch zu Ernährungs­ gewohnheiten und so weiter hat ja mein Kollege bereits mit Ihnen geführt – richtig? Frau Müller:  Ja. Judith Casas:  Würden Sie mir dann ein paar Fragen zu Ihrer Gesundheit beantworten?

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Einheit 3  |  Übungen 3

Frau Müller:  Ja, gerne. Judith Casas:  Frau Müller, Ihre Tochter hat uns erzählt, dass Sie sich schlecht bewegen können und oft Schmerzen haben. Wo haben Sie die denn? Frau Müller:  Ich habe oft Kopfschmerzen. Und mein Rücken macht mir ab und zu Probleme. Mein linkes Knie, das tut auch häufig weh. Judith Casas:  Fangen wir mit den Kopfschmerzen an. Seit wann haben Sie sie denn? Frau Müller:  Hmm, ich denke, das ist schon seit mehr als drei Wochen so. Judith Casas:  Über drei Wochen schon? Wie fühlen sich diese Kopfschmerzen denn an? Ist das ein dumpfes Druckgefühl? Oder ist der Schmerz pochend? Oder eher stechend? Frau Müller:  Es ist fast so, als ob etwas in meinem Kopf klopft. Ja, er ist klopfend oder pochend. Und der Schmerz ist sehr stark ☹. Judith Casas:  Und was plagt Sie noch? Frau Müller:  Manchmal ist mir schwindelig. Dann dreht sich alles um mich herum. Judith Casas:  Oh, das ist ja extrem unangenehm. Hoffentlich wird das wieder besser.

Aufgabe 7a – Track 27 Die Physiotherapeutin ist da

Physiotherapeutin:  Guten Morgen zusammen! Schön, dass Sie so zahlreich erschienen sind. Wir machen jetzt ein bisschen Gymnastik. Als Erstes stehen Sie bitte auf. Strecken Sie bitte Ihren rechten Arm nach vorn aus. . Und drücken Sie mit dem linken Arm auf den rechten Unterarm. Halten. Immer noch halten. Entspannen Sie sich wieder. Atmen Sie zweimal aus und wieder ein. Legen Sie nun beide Hände auf die Beckenknochen. … und bücken sich. Berühren Sie Ihre Füße. Kommen Sie wieder hoch und strecken Sie sich zur Zimmerdecke. Zum Abschluss ­drehen Sie sich bitte noch einmal komplett um sich selbst. Vielen Dank! Ich hoffe, es hat Ihnen ein wenig Spaß gemacht.

Aufgabe 12a – Track 28 Zu Besuch bei Radio Norddeich

Moderator:  Hallo liebe Zuhörer, nun haben wir einen Bewohner eines Altenpflegeheims in der Leitung und Herrn Frei vom Sanitätshaus „Hilfe zur Selbsthilfe“. Zunächst zu Ihnen, Herr Grote: Darf ich Sie fragen, wie alt sie sind? Und wie geht es Ihnen? Sie sehen ja noch recht rüstig aus. Herr Grote:  Ich bin 84 Jahre alt und bin nicht so fit, wie Sie denken. Ich kann viele Dinge nicht mehr alleine bewältigen und benötige Unterstützung. Moderator:  Und was fällt Ihnen besonders schwer? Herr Grote:  Ich kann zum Beispiel meine Strümpfe nicht mehr ohne Hilfe anziehen, weil ich nicht mit den

­ änden bis zu den Füßen komme. Außerdem ist meine H Feinmotorik nicht mehr so gut. Ich kann mir die Schuhe nicht mehr zumachen, also die Schnürsenkel nicht zubinden, aber auch keine Reißverschlüsse oder Knöpfe auf- und zumachen. Es ist alles sehr mühsam. Moderator:  Aber sonst können Sie alles selbst erledigen? Herr Grote:  Nein, leider nicht. Ich habe früher immer gern Krawatten getragen, aber auch die Krawatte muss mir jetzt eine Pflegerin binden. Also lasse ich sie meistens weg. Und weil ich meinen Gürtel nicht mehr alleine ­öffnen und schließen kann, trage ich seit einer Weile Hosenträger. Die mag ich zwar nicht so gern, aber sie sind halt viel praktischer. Moderator:  Es hilft Ihnen also beim Anziehen immer ein Pfleger, richtig? Herr Grote:  Ja, leider. Das Pflegepersonal ist zwar sehr nett, aber es ist schlimm, wenn man so unselbstständig ist. Ich fühle mich dann oft wie ein kleines Kind. Moderator:  Aber ausziehen ist kein Problem? Herr Grote:  Doch, zum Teil brauche ich auch da Unterstützung. Die Hose kann ich gut alleine ausziehen. Aber die Schuhe sind zum Verrücktwerden. Da nehme ich oft einen Schuhlöffel zu Hilfe. Aber das geht auch nicht immer. Und beim Pullover ist es oft schwierig, aus den Ärmeln rauszukommen.

Aufgabe 12b – Track 29 Herr Frei nennt Hilfsmittel

Moderator:  Herr Frei, gibt es denn da keine Hilfsmittel, ­damit man sich selbstständig an- und ausziehen kann? Herr Frei:  Doch doch, es gibt viele Tipps und Tricks. Kennen Sie zum Beispiel die Anziehhilfe für Socken? Die ist total praktisch! Genauso wie die Schuhausziehhilfen oder die Knöpfhilfe. Damit erreichen Sie wieder ein Stück Selbst­ständigkeit. Sie können sich dann wieder selbst helfen. Ja, wir leisten gerne Hilfe zur Selbsthilfe – das ist unser Motto! Natürlich gibt es nicht für alles ein Hilfsmittel, aber es gibt wirklich viele. Werfen Sie mal einen Blick in unseren Katalog! Sie können ihn ganz leicht bestellen unter 0800-00 22 93 56 78. Er ist natürlich kostenlos. Moderator:  Das klingt gut! Herr Grote, dann hoffen wir, dass Sie für sich die passenden Hilfsmittel finden und wieder besser ohne fremde Hilfe auskommen. Herr Grote, Herr Frei: Vielen Dank für das Gespräch.

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Übungen

Übung 4a – Track 30 Wissensrätsel

s. Kursbuch, Track 25

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Übungen 3  |  Einheit 4

Übung 7b – Track 31

Dienstwechsel im Pflegeheim Sainab:  Hallo Mark, na, fit für die Spätschicht? Mark:  Na klar. Ich konnte ja ausschlafen, während ihr schon arbeiten musstet. Gibt es irgendetwas Neues? Sainab:  Natürlich, wie immer. Also, nachher kommt Frau Doktor zu Frau Siegert. Die ist ganz traurig, weil sie heute nicht Seniorenfußball spielen kann. Mark:  Kann sie nicht? Warum denn? Sainab:  Sie hatte wieder starke Schmerzen beim Gehen und im Stehen. Sie hat gesagt, dass das bestimmt von der Wirbelsäule oder der Bandscheibe kommt. Mark:  Ist sie nicht letzte Woche gestürzt? War da nicht so etwas Rotes an ihrer Seite? Vielleicht ist das eine Druckstelle. Oder es könnte allgemein ein Problem mit dem Hüftgelenk sein. Sainab:  Das ist zum Glück in Ordnung. Die Physiothera­ peutin hat es schon untersucht. Es gab nur ein kleines Problem mit dem Steißbein, was im Liegen etwas schmerzt. Die Physiotherapeutin tippt also eher auf den Knöchel oder den Fußwurzelkochen. Mark:  Also eher der Fuß, ok. Na, dann begleite ich sie nachher auf dem Weg zum Abendessen. Sainab:  Das wäre prima, danke! Und wenn sie wieder fit ist, spielt sicher wieder gern Fußball mit dir. Mark:  Oh nein, dann verliere ich doch wieder … Gut, dann gehe ich mal los. Bis später. Sainab:  Alles klar. Viel Spaß.

Übung 17a – Track 32

Herr Frei ist bei Radio Norddeich s. Kursbuch, Track 29

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Alltag in der Pflege

Pavel:  Was ist denn passiert Herr Schnaider? Warum haben Sie nicht gut geschlafen? Hatten Sie Schmerzen? Herr Schnaider:  Nein. Ich möchte einfach nicht aufstehen. Lassen Sie mich in Ruhe. Pavel:  Aber Herr Schnaider, das Frühstück ist bald fertig. Es gibt heute wieder Spiegeleier, die mögen Sie doch besonders gern. Herr Schnaider:  Das ist mir egal. Ich möchte nicht auf­ stehen. Ich kann nicht aufstehen. Pavel:  Warum denn nicht? Mussten Sie heute Nacht oft auf die Toilette? Lassen Sie mich doch kurz die Bettdecke anheben. … Moment, ich ziehe den Vorhang zu. Ah, jetzt verstehe ich. Aber da kann ich Ihnen doch helfen, Herr Schnaider. Es ist doch nichts Schlimmes passiert. Das bekommen wir wieder hin. Ich helfe Ihnen bei der Intimpflege und beim Anziehen. Dann bringe ich Sie zur Toilette und helfe Ihnen beim Wasser­ lassen. Wollen wir das so machen, Herr Schnaider? Herr Schnaider:  Mhm. Ich kann das nicht mehr so gut alleine. Pavel:  Lieber Herr Schnaider, dafür bin ich doch da. Um Ihnen zu helfen. Und später gibt es Frühstück. Herr Schnaider:  Und es gibt wirklich Spiegeleier??? 3 Peter Schmidt:  Guten Morgen Frau Hagemeister, darf ich reinkommen? Wie geht es Ihnen heute Morgen denn? Frau Hagemeister:  Ach, Herr Schmidt, es geht mir gar nicht gut. Ich bin total unglücklich. Sehen Sie mich an, ich bin immer noch im Nachthemd. Es wird von Tag zu Tag schlechter mit dem Ankleiden. Ich hatte heute Morgen auch arge Probleme im Badezimmer. Das Haarewaschen klappt nicht, ich kann nicht mehr gut duschen und auch von der Toilette aufstehen ist mir fast nicht mehr möglich. Ich finde das alles ganz schrecklich. Peter Schmidt:  Frau Hagemeister, wir schauen uns gleich mal an, was wir da machen können. Ich denke, wir ­bekommen das alles wieder hin …

Aufgabe 1b – Track 33

Aufgabe 2a – Track 34

1 Pavel:  Guten Morgen Herr Wemmer, wie geht es Ihnen ­heute? Haben Sie gut geschlafen? Herr Wemmer:  Guten Morgen, Pavel. Ja, mir geht es sehr gut. Ich habe wie ein Baby geschlafen. Pavel:  Das freut mich. Möchten Sie sich für das Frühstück vorbereiten? Soll ich Ihnen helfen? Brauchen Sie ­Unterstützung beim Anziehen oder beim Waschen? Herr Wemmer:  Nein, vielen Dank. Das schaffe ich alleine. Heute will ich mich auch mal wieder nass rasieren. Pavel:  Prima. Dann schaue ich nach Herrn Schnaider.

Peter Schmidt:  Wie schön, Frau Hagemeister, Sie sind ja gar nicht alleine! Schön, dass Ihre Tochter auch da ist. … Dann gehen wir doch gleich in Ihr Badezimmer und ­besprechen, was wir wie machen werden, damit Sie wieder alles selbstständig hinbekommen. Frau John, kommen Sie mit Ihrer Mutter und mir gerade mit? Frau John:  Ja, gerne, Herr Schmidt. … Frau Hagemeister:  Also das ist mein Bad. Hier sind meine Waschsachen und hier ist mein Duschstuhl. Meine Tochter hat mich davon überzeugt, dass es besser ist, wenn ich beim Duschen sitze. Beim Waschen am Waschbecken brauche ich noch keine Hilfe, aber beim Duschen kann ich nicht mehr frei stehen. Peter Schmidt:  Dann bringen wir zur Sicherheit auch noch ein paar Haltegriffe an. Da können Sie sich zur Not festhalten.

Wie geht es Ihnen? (Dialoge)

2 Pavel:  Guten Morgen Herr Schnaider, und, wie geht es ­Ihnen heute? Haben Sie auch gut geschlafen? Herr Schnaider:  Nein, Pavel, das habe ich nicht. Ich will nicht mit Ihnen reden. Ich möchte auch nicht aufstehen.

Peter Schmidt bei Frau Hagemeister

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Einheit 4  |  Übungen 4

Frau Hagemeister:  Prima. Aber ich habe auch Schwierig­ keiten, wenn ich von der Toilette aufstehen möchte. Da reicht meine Kraft oft nicht. Peter Schmidt:  Da hilft eine Toilettensitzerhöhung mit ­Armlehnen. Dann sitzen Sie höher und können sich ­außerdem beim Aufstehen aufstützen. Frau Hagemeister:  Das klingt gut. Und vielleicht könnte mir jemand meine Haare waschen? Ich kann die Arme nicht mehr so weit heben. Kämmen ist ja schon schwierig, aber waschen kann ich die Haare wirklich nicht mehr. Peter Schmidt:  Wie oft wollen Sie denn die Haare gemacht haben? Reicht zweimal in der Woche? Frau John:  Das reicht Mutti, oder? Ach ja, du wolltest dem Herrn doch auch noch sagen, dass er dir die Nägel machen soll. Frau Hagemeister:  Ja stimmt. Schere, Nagelfeile und so sind in dem Schränkchen. Da sind auch die Sachen für meine dritten Zähne. Das mag ich zwar nicht, aber da müssten Sie auch ab und zu schauen, ob die wirklich sauber sind.

Aufgabe 3b – Track 35 Phonetik

Manuel:  Zahnprothesenbecher Haftcreme Wattestäbchen Wattebausch Pflegeöl Einmalhandschuhe

Aufgabe 4a – Track 36 Herr Schnaider ist sauer

Manuel:  Hallo Herr Schnaider, das hat ja gut geklappt mit der Zahnreinigung. Vielen Dank für Ihre Geduld. Herr Schnaider:  Ach, Sie schon wieder, Manuel … Manuel:  Hmm, lassen Sie mich Ihnen noch bei der Intim­ pflege helfen? Herr Morlock sagte, dass Sie es heute Nacht nicht zur Toilette geschafft hatten … Herr Schnaider:  Wie bitte?! Wer hat das gesagt?! Ich? Ich habe es nicht geschafft?! Das stimmt doch gar nicht! Manuel:  Ich meinte nur, dass ich Ihnen helfen … Herr Schnaider:  Was soll das heißen?! Ich lass mich doch nicht von jedem anfassen! Ich bin schon alleine zur ­Toilette gegangen, da haben Sie noch Windeln getragen. Nein, keine Windeln, wie heißt das hier bei Ihnen – Formslips, genau, Formslips haben Sie getragen. Manuel:  Herr Schnaider, ich möchte doch nur … Herr Schnaider:  Nix, Jungchen. Nix möchten Sie. Ich benötige Ihre Hilfe nicht. Ich lasse mir nicht von Ihnen ­helfen. Sagen Sie das auch Ihrem feinen Herrn Pavel. Haben Sie mich verstanden?

Aufgabe 6b – Track 37

Die Pflegeplanung für Herrn Wemmer Andrea Klein:  Hallo Manuel, wie geht es Herrn Wemmer? Hast du seine Pflegeplanung da? Manuel:  Ja, hier ist sie. Herr Wemmer hat erzählt, dass er schon seit längerer Zeit an Diarrhoe leidet. Der Durchfall hat dazu geführt, dass er jetzt Hautdefekte hat. Er nimmt nach Absprache mit seinem Hausarzt Medikamente gegen den Durchfall ein. Er kommt damit gut zurecht. Der Bewohner hat früher noch andere Beschwerden gehabt und sich körperlich oft unwohl gefühlt. Wir wollen, dass sich Herr Wemmer bei uns wohlfühlt. Ganz wichtig ist auch, dass er wieder festen Stuhl hat, damit seine Hautdefekte abheilen. Gegen den Durchfall mischen wir Herrn Wemmer auf ärztliche Anordnung zwei Messlöffel Moldavit Pur® ins Getränk. Herrn Wemmer sagen wir das natürlich. Der Bewohner hat früher immer sehr gerne Apfelsaft ­getrunken. Wir verdünnen seinen Apfelsaft jetzt mit ­etwas Wasser, damit der Saft den Durchfall nicht ­verstärkt. Nach vier Wochen sehen wir nach, ob Herr Wemmer wieder festen Stuhlgang hat und ob die Hautdefekte im Intimbereich weg sind. Andrea Klein:  Danke Manuel, das hört sich ja alles gut an, dann weiß ich Bescheid und du kannst jetzt Feierabend machen. Und wenn sich bei Herrn Wemmer neue Probleme einstellen, dann sag uns bitte gleich Bescheid.

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Übungen

Übung 1a – Track 38

Gute oder schlechte Laune? Mir geht es sehr gut. Es geht mir gar nicht gut. Ich habe wie ein Baby geschlafen. Ich bin total unglücklich. Prima. Ich bin betrübt. Ich finde das alles ganz schrecklich. Lassen Sie mich in Ruhe.

Übung 3b – Track 39 Hilfsmittel im Badezimmer der Haltegriff die Toilettensitzerhöhung die Armlehne der Duschstuhl das Waschbecken die Zahnprothese

Übung 7a – Track 40 Herr Schnaider ist sauer s. Kursbuch, Track 36

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Übungen 4  |  Einheit 5

Übung 15b – Track 41 Pfleger Ulays Arbeitstag

Pfleger Ulay:  Aaalso, heute Morgen habe ich Frau Sendling die Haare gewaschen. Sie hat sich zuerst etwas beschwert, weil das Wasser so kalt war, aber dann war es o.k. Der Frisör hat ihr später die Haare geschnitten. Die neue Frisur ist toll. Sie hat sich aber selbst die Zähne geputzt. Das hat richtig gut funktioniert. Dann habe ich noch kurz mit Schwester Sabine telefoniert und sie hat gefragt, ob ich gesehen habe, dass Herr Müller wieder so trockene Haut hat. Hatte ich natürlich. In der Mittagspause bin ich schnell zum Supermarkt gefahren und habe ein paar Lebensmittel gekauft. ­Heute Abend habe ich ja keine Zeit mehr. Aber was mir gerade einfällt: Habt ihr eigentlich die Namen der zwei neuen Bewohner verstanden? Sie ­haben sie mir zweimal buchstabiert, weil ich es wirklich nicht verstehen konnte.

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Wenn Bewohner erkranken

Aufgabe 1b – Track 42 Frau Ott hat Beschwerden

Andrea Klein:  Guten Morgen, Frau Ott. Wie geht es Ihnen heute Morgen? Haben Sie gut geschlafen? Frau Ott:  Ach, mir geht es nicht so gut. Ich habe wieder so schlecht geschlafen. Die halbe Nacht habe ich wach gelegen. Andrea Klein:  Was war denn los, Frau Ott? Haben Sie Beschwerden? Frau Ott:  Ich weiß nicht, was mit mir los war. Ich war die ganze Nacht unruhig und nervös. Erst konnte ich nicht einschlafen und dann bin ich immer wieder aufgewacht. Jetzt fühle ich mich ganz erschöpft. Andrea Klein:  Haben Sie auch Schmerzen? Frau Ott:  Nein, Schmerzen habe ich nicht. Aber die Schlafprobleme habe ich schon länger, schon seit einigen ­Tagen schlafe ich so schlecht. Ich bin so müde, dass mir tagsüber oft die Augen zufallen. Andrea Klein:  Haben Sie Sorgen, über die Sie nachts nachdenken? Frau Ott:  Ach, kleine Probleme gibt es doch immer. Aber im Moment habe ich keine großen Sorgen. Andrea Klein:  Wissen Sie was, Frau Ott, ich messe Ihnen zunächst mal die Temperatur, dann sehen wir, ob Sie vielleicht einen Infekt haben. Drehen Sie bitte Ihren Kopf etwas zur Seite? Ich messe jetzt mit dem Ohrthermometer. … Ihre Temperatur beträgt 36,8. Fieber haben Sie also auch nicht. Zur Sicherheit messe ich auch den Blutdruck und fühle Ihnen den Puls. Geben Sie mir bitte Ihren rechten Arm. So, einen Augenblick. Ihr Blutdruck ist leicht erhöht. Er ist 145 zu 90. Ihr Puls beträgt 80. Frau Ott:  Denken Sie, da stimmt etwas nicht mit mir? Ich fühle mich doch nicht krank, nur müde.

Andrea Klein:  Frau Ott, am besten besprechen Sie Ihre Schlafprobleme mit dem Arzt. Heute ist ja der Doktor im Haus. Ich schicke ihn bei Ihnen vorbei, wenn Sie einverstanden sind. Wollen Sie sich jetzt noch etwas ausruhen, oder möchten Sie frühstücken? Frau Ott:  Ich möchte gern aufstehen und frühstücken. ­Sagen Sie mir bitte Bescheid, wenn der Arzt kommt.

Aufgabe 3a – Track 43 Verben mit Vorsilbe einschlafen aufwachen untersuchen einnicken verursachen anordnen verschreiben vermuten vorschlagen zufallen mitmachen verbessern

Aufgabe 6a – Track 44 Austausch im Pflegeforum

Frau 1:  Kennt ihr das auch? Bewohner und Patienten beklagen sich, dass so unpersönlich mit ihnen umgegangen wird … Frau 2:  Naja, es stimmt ja auch. Die Zeit ist bei uns sehr knapp und wir gehen deshalb unpersönlich mit den Pflegebedürftigen um. Wir messen etwas, wir waschen die Bewohner oder machen das Bett. Für einfühlsame Gespräche bleibt keine Zeit. Mann:  Ich kenne das auch – viele beschweren sich, dass morgens einfach irgendetwas mit ihnen gemacht wird: Erst wird das Licht angemacht, dann der Blutdruck, die Temperatur und der Puls gemessen – und dann wird das Licht wieder ausgeschaltet.

Aufgabe 9a – Track 45

Herr Wemmer hatte eine schlechte Nacht Manuel:  Hallo Pavel, hast du schon gehört? Herrn Wemmer geht es nicht gut. Pavel:  Was ist passiert, Manuel? Manuel:  Das Fieber hat sich über Nacht wieder erhöht. Warte, ich habe hier die Kurve mit seinen Werten … Pavel:  Stop – lass uns gleich mal zu Dr. Henrik gehen, er ist gerade im Haus. Hallo Dr. Hendrik, haben Sie einen Moment? Herr Wemmer hat wieder Fieber. Dr Hendrik:  Oh je. Na, dann zeigen Sie mal. Pavel:  Sag du, Manuel. Manuel:  Also, am Montag wurde er krank. Er klagte über Schmerzen und Fieber. Morgens hatte er eine Temperatur von 38,3. Um Mittag herum ist das Fieber dann angestiegen und einige Stunden unverändert so hoch geblieben. Daraufhin haben wir am Abend den Doktor

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Einheit 5

gerufen und er hat Herrn Wemmer ein fiebersenkendes Medikament verschrieben. Bis Dienstagmorgen ist das Fieber schon zurückgegangen, da lag die Temperatur bei 37,9 und bis zum Abend ist die Temperatur noch weiter gesunken. Die Schmerzen wurden auch besser. Über Nacht ist seine Temperatur stabil geblieben. Gestern ist sie zunächst noch etwas gefallen und bis zum Nachmittag stagniert. Am Abend war sie fast normal. Und nun hat er heute Morgen doch wieder Fieber. Dr Hendrik:  Gut. Dann müssen ab jetzt alle zwei Stunden die Vitalwerte gemessen werden. Wenn die Temperatur weiterhin verrücktspielt und so stark schwankt, dann muss er noch einmal gründlich untersucht werden. Wenn die Temperatur heute Nacht über 38 Grad steigt, muss ihm ein Antibiotikum verabreicht werden. Und fragen Sie ihn auch regelmäßig nach den Schmerzen. Die bereiten mir nämlich Sorgen.

Aufgabe 12b – Track 48

Aufgabe 11c – Track 46

Herr Meierhofer:  Krankentransporte Rad und Tat, ­Meierhofer mein Name. Was kann ich für Sie tun? Pavel:  Ja, guten Morgen! Morlock vom Altenpflegeheim „Zum Sonnenschein“. Wir brauchen umgehend einen Transport für einen akut erkrankten Bewohner ins U ­ niversitätsklinikum. Geht das? Herr Meierhofer:  Ja. Reicht es in einer Stunde? Pavel:  Ja, kein Problem. Herr Meierhofer:  Wird die Person begleitet? Pavel:  Nein. Der Bewohner, Herr Wemmer, kann sitzend transportiert werden. Herr Meierhofer:  Alles klar, ist notiert. Wer übernimmt die Kosten? Pavel:  Die Krankenkasse … Moment, ich hab’s gleich … Ach ja, hier steht es: Das ist die Techniker Kranken­kasse. Herr Meierhofer:  Alles klar! Dann bis gleich, Herr Morlock!

Was hat Judith falsch gemacht? Pavel:  Moin Judith! Sorry, dass ich mit der Tür ins Haus falle, aber du hast mir ja eine sms geschrieben. Das fand ich auch prima, weil ich vorgewarnt war, aber wir dürfen das in Deutschland nicht. Judith:  Was meinst du denn? Pavel:  Wir müssen ja alles dokumentieren und solche informellen SMS sind bei uns verboten. Ist das in Spanien anders? Das kann ich mir gar nicht vorstellen …

Aufgabe 12a – Track 47

Herr Wemmer muss ins Krankenhaus Pavel:  So, Herr Wemmer, Sie haben ja schon gehört, dass Dr. Hendrik beschlossen hat, Sie ins Krankenhaus zu überweisen. Herr Wemmer:  Ja, leider. Aber mir geht es wirklich schlecht. Pavel:  Deshalb ist es auch wirklich wichtig, dass Sie ins Krankenhaus kommen. Die haben dort einfach mehr Möglichkeiten, Sie zu untersuchen. Herr Wemmer:  Pavel, helfen Sie mir, meine Sachen fürs Krankenhaus zu packen? Pavel:  Ich hab‘ schon eine Tasche für Sie fertig gemacht. Herr Wemmer:  Eine kleine Tasche, hoffe ich. Ich habe keine Lust, dort lange zu bleiben. Pavel:  Werfen Sie einfach einen Blick in die Tasche und schauen Sie, ob alles drin ist – ok? Herr Wemmer:  Ja, das mache ich. Sind Sie noch so nett, meine Kinder zu informieren? Einerseits bin ich mir ­sicher, bald wieder hier zu sein, aber andererseits hab‘ ich schon ein bisschen Angst, nicht so schnell zurückzukommen. Pavel:  Ich versuche gleich, Ihre Tochter anzurufen. Vielleicht besucht sie Sie dann bald.

Herr Wemmer bittet um Hilfe

Herr Wemmer:  Pavel, helfen Sie mir, meine Sachen fürs Krankenhaus zu packen? Pavel:  Ich habe schon eine Tasche für Sie fertig gemacht. Herr Wemmer:  Eine kleine Tasche, hoffe ich. Ich habe keine Lust, dort lange zu bleiben. Pavel:  Werfen Sie einfach einen Blick in die Tasche und schauen Sie, ob alles drin ist – ok? Herr Wemmer:  Ja, das mache ich. Sind Sie noch so nett, meine Kinder zu informieren? Einerseits bin ich mir ­sicher, bald wieder hier zu sein, aber andererseits hab‘ ich schon ein bisschen Angst, nicht so schnell zurückzukommen.

Aufgabe 13a – Track 49 Der Transport ins Krankenhaus

Aufgabe 15a – Track 50 Die Schmerzeinstufung

Pfleger:  Gut, Herr Wemmer, jetzt möchte ich mit Ihnen über Ihre Schmerzen sprechen. Ich habe hier eine Schmerzskala mitgebracht. Haben Sie so etwas schon einmal gesehen? Herr Wemmer:  Nein, was ist das? Pfleger:  Das hilft uns festzustellen, wie stark Ihre Schmerzen aktuell beziehungsweise im Verlauf des Tages sind. Der Arzt kann dann die Dosierung der Medikamente besser vornehmen. Hier in der Skala bedeutet Null, dass Sie keine Schmerzen haben – und zehn ist ein unerträglicher Schmerz, der stärkste, den Sie sich vorstellen können. Herr Wemmer:  Verstanden! Heute Nacht waren die Schmerzen nicht auszuhalten, da würde ich sagen: neun. Pfleger:  Oh, das ist wirklich viel. Und haben Sie jetzt Schmerzen?

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Einheit 5  |  Übungen 5

Herr Wemmer:  Ja, der Rücken tut mir sehr weh, hier an der Seite. Das stufe ich jetzt im Moment etwa auf fünf ein. Jetzt ist es gerade besser als gestern. Zum Glück! Aber es schmerzt nicht nur im Rücken. Pfleger:  Wo haben Sie denn noch Schmerzen? Strahlt der Schmerz vom Rücken aus? Herr Wemmer:  Ja, es zieht in den Bauch und im Bein spüre ich so ein Stechen. Hauptsächlich tut es auf der linken Seite weh. Im Bein ist es nicht so schlimm, im Bauch fast so schlimm wie im Rücken. Pfleger:  Ok, also ziehende und stechende Schmerzen, die in Bauch und Rücken ausstrahlen. Ich notiere das hier. Herr Wemmer:  Bekomme ich dann etwas gegen die Schmerzen? Pfleger:  Ja, das veranlasse ich gleich im Anschluss. Haben Sie die Schmerzen die ganze Zeit? Sie haben gesagt, dass es heute Nacht schlimmer war. Herr Wemmer:  Ja, leider habe ich die ganze Zeit Schmerzen. Sie kommen in Wellen, also unregelmäßig mehr oder weniger, zwischendurch ist es mal für eine Stunde besser und dann wieder schlimmer. Pfleger:  Wie lange geht das jetzt schon so, Herr Wemmer? Herr Wemmer:  Es hat vor drei oder vier Tagen angefangen. Am Anfang dachte ich, dass es bestimmt bald wieder weggeht, aber es ist schlimmer geworden. Pfleger:  Gut, Herr Wemmer, ich gebe das jetzt so weiter und Sie bekommen noch heute Abend ein Mittel gegen die Schmerzen. Dann können Sie hoffentlich gut schlafen. Herr Wemmer:  Wollen wir es hoffen.

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Übungen

Übung 2a – Track 51 Vitalwerte

Der Puls von Frau Segler betrug heute Morgen 72, mittags lag er bei 80 und am Abend bei 70. Beim Blutdruck betrugen die Werte morgens 150 zu 100, mittags 140 zu 90 und abends 140 zu 90. Die Temperatur lag in der Früh bei 37,5 Grad, mittags hatte sie Fieber von 38,6 Grad und abends betrug die Temperatur 38 null.

Übung 5b – Track 52 Phonetik

Sprecher:  die Tachykardie – die Pulsfrequenz – die Bradykardie – der arrhythmische Herzschlag

Übung 7 – Track 53 Das Pulsfühlen

Pavel:  Na, Saida, wie hat das Pulsfühlen im Unterricht funktioniert? Saida:  Ah, Pavel … Hmm … Irgendwie nicht so gut. … Da war bei mir immer irgendwas anders. Pavel:  Oh … dann sag doch mal, was du alles gemacht hast. Vielleicht kann ich dir ja helfen.

Saida:  Oh, das wäre super! Also: Ich habe den Puls von ­Henry gefühlt und … Pavel:  Mit welchem Finger? Saida:  Na, dem Daumen … Ist doch richtig oder? Pavel:  Erzähl erstmal weiter … Am Ende besprechen wir ­alles und ich höre erst mal nur zu … Saida:  O.k.! Also mit dem Daumen habe ich den Puls gefühlt und dann ab dem ersten Schlag gezählt. Pavel:  Wie hast du denn den ersten Schlag gezählt? Saida:  Mit eins. Dann habe ich zwanzig Sekunden lang den Puls gefühlt und die Zahl der Schläge am Ende mit fünf multipliziert. Dann hätte Henry aber einen Puls über 100, aber er war komplett ruhig und … Pavel:  Ok, ok, ok … Ich glaube, da kann ich dir helfen. ­Fangen wir mal an. Den Puls fühlt man nicht mit dem Daumen. Dann fühlst du deinen eigenen Puls. Man nutzt stattdessen …

Übung 11b – Track 54

Welcher Hörtext passt zu welcher Kurve? 1 Azubi:  Hallo zusammen, ich wollte ja über die Werte bei Frau Alt berichten. Also, vor einer Woche, also am 7. bzw. 8.12., stieg ihr Puls stark an und sie bekam außerdem plötzlich 39 Grad Fieber. Der Puls blieb die nächsten eineinhalb ­Tage bei einem Wert von etwa 100 und schwankte nur leicht. Allerdings schwankte die Temperatur in diesen zwei Tagen stark zwischen 37,5 und 39 Grad. Danach sanken Puls und Temperatur bis zum 11.12. wieder auf Normalwerte, das heißt der Puls lag bei ungefähr 70 und die Temperatur bei ca. 36,5 bis 37 Grad. 2 Azubi:  Hallo zusammen, ich wollte ja über die Werte bei Frau Alt berichten. Also, vor einer Woche, also am 7. bzw. 8. 12. sind bei ihr Puls und Temperatur stark angestiegen und lagen in den nächsten eineinhalb Tagen bei etwa 39 bis 39,5 Grad bzw. bei 100 bis 110 Schlägen pro Minute. ­Danach sind beide Vitalfunktionen bei zwei starken Schwankungen bis zum 11. 12. auf unter 37 Grad bzw. unter 70 gesunken.

Übung 15 – Track 55 Der Krankentransport s. Kursbuch, Track 49

Übung 16b – Track 56 Anamnese

1 Schwester Anna:  Guten Morgen, Herr Wemmer. Wie geht es Ihnen heute? Herr Wemmer:  Danke, Schwester Anna. Schon viel besser. Ich habe ein Medikament gegen die Magenprobleme bekommen und musste auch nicht mehr brechen.

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Übungen 5  |  Einheit 6

2 Schwester Anna:  Dr. Wendland, kommen Sie bitte schnell in Zimmer 312. Herr Siebert hat die Besinnung verloren und ich bekomme ihn nicht wach. Dr. Wendland:  Ok, kommen Sie bitte mit. 3 Herr Müller:  Ach, Herr Doktor, meine Erkältung ist noch nicht viel besser geworden. Hätten Sie da eventuell noch etwas für mich? Dr. Wendland:  Natürlich, aber ich untersuche Sie jetzt nochmal. 4 Herbert:  Ach, Heinrich, soll ich dir noch eine Flasche Wasser mitbringen? Heinrich:  Danke, Herbert. Ich warte liebe noch ein bisschen mit dem Trinken. Ich habe doch so Probleme beim klein machen. Herbert:  Dann musst du aber unbedingt mit dem Doktor sprechen. 5 Ärztin:  Gut, dann atmen sie doch bitte tief ein und aus. Ärztin:  Vielen Dank. Dann weiß ich, woher Ihre Probleme kommen. Sie können sich erst mal wieder anziehen. Dann erkläre ich Ihnen alles. 6 Saida:  Jetzt ist es aber wirklich kalt geworden, oder? Brrr … Warum … Manuel:  Ja, kein Wunder …, das kleine Fenster ist auch schon seit Stunden auf. Ich mache das mal zu … Mir ist auch schon total kalt. 7 Patient Grömer:  Ach, Pfleger Mischa … eine Sache noch. Ich konnte mir heute Morgen nicht die Haare kämmen. Könnten Sie mir vielleicht helfen? Mischa:  Na klar, Herr Grömer. Aber was war denn das Problem. Patient Grömer:  Ach, nach der Operation musste ich ja so lange liegen. Da muss ich erst wieder richtig fit werden. Das merke ich einfach überall. Auch beim Bücken und Strecken habe ich ein paar Probleme. Mischa:  Morgen ist ja wieder Seniorengymnastik. Ich frage mal die Ärztin, ob Sie hier teilnehmen können.

Übung 16c – Track 57 Phonetik

Körperbewegungen Übelkeit Wasserlassen Notfall Notaufnahme Atemgeräusch erregbar Anamnesebogen Anamnesegespräch

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Im Krankenhaus

Aufgabe 1b – Track 58

Orientierung im Krankenhaus Teil 1 1 Auskunft:  Da müssen Sie zuerst zur Patientenaufnahme. Sie ist auf dieser Etage. Gehen Sie gleich hinter diesem Informationspavillon geradeaus und dann sehen Sie ein großes rotes Schild mit der Aufschrift „Patientenaufnahme“. Ziehen Sie dort eine Nummer und warten Sie, bis Sie aufgerufen werden. 2 Auskunft:  Ah ja, hier hab ich es. Sie liegt auf der Inneren, Station 307, Zimmer 3074. Ich sehe, Sie gehen an ­Krücken, dann gehen Sie am besten hier gleich links. Dann sehen Sie schon den Lift. Fahren Sie in den 3. Stock und gehen Sie dort direkt geradeaus. Gehen Sie durch die Glastür und dann gleich rechts den Gang ­runter. Dann ist es das vierte Zimmer auf der rechten Seite. 3 Auskunft:  Werktags von 13 bis 19 Uhr. Samstags und sonntags von 11 bis 19 Uhr. 4 Auskunft:  Ah, ich verstehe, ein Schlaganfall. Ihr Vater wurde bestimmt in die Stroke Unit gebracht. Ich sehe mal nach. Ja, wie ich sagte, Ihr Vater ist auf der Stroke Unit. Sie ist im Untergeschoss. Nehmen Sie am besten den Fahrstuhl und fahren Sie ins Untergeschoss. Dort folgen Sie den Schildern „Stroke Unit“.

Aufgabe 1c – Track 59

Orientierung im Krankenhaus Teil 2 1 Frau:  Guten Tag, ich hätte eine Frage. Ich soll morgen hier operiert werden. An wen muss ich mich wenden? Auskunft:  Da müssen Sie zuerst zur Patientenaufnahme. Sie ist auf dieser Etage. Gehen Sie gleich hinter diesem Informationspavillon geradeaus und dann sehen Sie ein großes rotes Schild mit der Aufschrift „Patientenaufnahme“. Ziehen Sie dort eine Nummer und warten Sie, bis Sie aufgerufen werden. Frau:  Vielen Dank für die Auskunft. 2 Mann :  Entschuldigung, wo finde ich die Notaufnahme? Auskunft:  Guten Morgen, haben Sie einen Notfall? Mann:  Nein nein, nicht mit mir. Aber mein Vater hatte einen Schlaganfall und wurde mit dem Rettungswagen hier zum Klinikum gebracht. Auskunft:  Ah, ich verstehe, ein Schlaganfall. Dann wurde er bestimmt in die Stroke Unit gebracht. Ich sehe mal nach … Ja, wie ich sagte, Ihr Vater ist auf der Stroke Unit. Sie

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Einheit 6

ist im Untergeschoss. Nehmen Sie am besten den Fahrstuhl und fahren Sie ins Untergeschoss. Dort folgen Sie den Schildern „Stroke Unit“. 3 Frau:  Guten Morgen, ich möchte meine Tochter besuchen – in welchem Zimmer liegt sie? Auskunft:  Wie ist denn ihr Name? Frau:  Rohmann. Auskunft:  Und der Vorname? Frau:  Anna. Auskunft:  Ah ja, hier hab ich es. Sie liegt auf der Inneren, Station 307, Zimmer 3074. Ich sehe, Sie gehen an Krücken, dann gehen Sie am besten hier gleich links. Dann sehen Sie schon den Lift. Fahren Sie in den 3. Stock und gehen Sie dort direkt geradeaus. Gehen Sie durch die Glastür und dann gleich rechts den Gang runter. Dann ist es das 4. Zimmer auf der rechten Seite. 4 Frau:  Moin moin, eine Frage: Wann sind hier denn Besuchszeiten? Auskunft:  Werktags von 13 bis 19 Uhr. Samstags und sonntags von 11 bis 19 Uhr. Frau:  Wie war das? Das muss ich mir aufschreiben … Auskunft:  Sehen Sie das Schild hier neben Ihnen? Da stehen die Besuchszeiten drauf Frau:  Ahh, das hatte ich nicht …

Aufgabe 2 – Track 60

Schwester Maryam hat Stress Pfleger Tom:  Na, Maryam, hast du gut geschlafen? Maryam:  Ja, eigentlich schon. Muss ja auch – ich bin hier heute alleine … Tom:  Na, dann viel Glück! (…) Frau Grube:  Hier Chefarztsekretariat, Grube. Könnten Sie bitte Dr. Hu sagen, dass der Chefarzt wünscht, ihn zu sprechen?? Danke. Und Sie selbst erwartet er um 13.45 Uhr in der Chirurgie! Maryam:  Ja, muss es denn um 13 … Olaf:  Hi Maryam, gut dass ich dich antreffe, du sollst Frau Gutding zum Sono schicken. Maryam:  OK, wird erledigt. Olaf:  Und danach soll ein EKG geschrieben werden. Maryam:  Was denn noch alles …!?? (…) Herr Klotz:  Klotz, Zentrallabor. Frau Hakan, es ist schon spät – und die Urinprobe von Herrn Wemmer muss bis 14 Uhr hier sein. Maryam:  Ja ja, ich sorge dafür … Mannomann, heute ist was los … Olaf:  Hey Maryam, so sollst doch die Patientin hier zum Röntgen bringen. Maryam:  Wie bitte? Das hat mir niemand gesagt …! Na dann, Frau Fraaatz, kommen Sie bitte mit mir mit? Die Röntgenabteilung ist nicht weit. (…)

Frau Grube:  Nochmal Grube, Chefarztsekretariat. Wo bleiben Sie? 13.45 Uhr in der Chirurgie war vereinbart!! Maryam:  Sorry, aber ich kann mich nun mal nicht zerreißen.

Aufgabe 3a – Track 61 In der Notaufnahme

DIALOG 1 Herr Klee:  Oh je, ich hab Angst vor der Diagnose. Mein Blutdruck war ja vorhin sehr sehr hoch. Pflegerin:  Herr Klee, machen Sie sich nicht verrückt, bei der Frau Doktor sind Sie in den besten Händen. Ach, da ist sie ja! Frau Doktor, Herr Klee wollte gerne wissen, warum er das EKG machen sollte. Ärztin:  Ach, Herr Klee, ich habe Sie nur zu der Untersuchung geschickt, damit ich nichts übersehe. Hier ist auch schon der Befund – ich spreche gleich alles in ­Ruhe mit Ihnen durch. DIALOG 2 Ärztin:  So, junger Mann, der Kollege sagt, Sie haben starken Durchfall und übergeben sich ständig? Dann bekommen Sie jetzt eine Infusion. Junger Mann:  Und wozu? Und warum hat mich Ihr Kollege zur Blutabnahme geschickt? Ärztin:  Das hat er gemacht, damit wir schnellstmöglich ­herausfinden, ob Sie eine Vergiftung haben. Junger Mann:  Vergiftung?? Ich habe gestern Pilze gegessen!! Ärztin:  Beruhigen Sie sich, wir kümmern uns darum … Die Blutwerte kommen sicher gleich. DIALOG 3 Frau Muck:  Na, Frau Doktor, wie sieht es mit mir aus? Mir geht es schon wieder viel besser. Ärztin:  Das ist schön, Frau Muck, ich habe Sie nur zu der Untersuchung geschickt, um nichts zu übersehen. ­Immerhin sind Sie ja heute Nachmittag in Ohnmacht gefallen. Frau Muck:  Und, habe ich denn etwas Schlimmes? Ärztin:  Nein, seien Sie unbesorgt. Aber einen Befund gibt es doch. Sie sind schwanger …! Hier sehen Sie mal, beim Ultraschall sieht man es … DIALOG 4 Ärztin:  Guten Abend, wie geht es Ihnen nach dem Unfall? Ist bis auf das Bein alles ok? Mann:  Naja, ich war gerade beim Röntgen. Es tut noch ­höllisch weh. Ärztin:  Das glaube ich. Ich gipse jetzt Ihr Bein ein, um es ­total ruhig zu stellen. Dann lässt der Schmerz sicher bald nach. Mann:  Hoffen wir es!

Aufgabe 7e – Track 62

Was hat Schwester Gabi gesagt? Pflegerin Gabi Mai:  Ja, so ist das fast immer, die Ärzte haben leider sehr wenig Zeit und müssen ständig rennen.

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Einheit 6

Frau Klose:  Ja, fürchterlich. Können Sie mir noch den Arztbrief etwas erklären? Was bedeutet „Ery und Leu erhöht“? Gabi Mai:  Leu steht für Leukozyten. Wenn der Wert für die Leukozyten auffällig hoch ist, findet im Körper eine Entzündung statt. Das ist ein Anzeichen dafür, dass sich der Harntrakt vor allem durch die kleinen Nierensteine entzündet hat. Deshalb auch das hohe Fieber. Außerdem hat Ihr Vater Blut im Urin. Das kommt vermutlich dadurch, dass die kleinen Steine die Harnröhre oder den Harnleiter etwas anritzen, also kratzen. Frau Klose:  Und deshalb müssen die Ärzte operieren? Gabi Mai:  Ja, im Sono, also bei der Ultraschalluntersuchung, sieht man die Steine, vor allem den großen. Er bewegt sich frei und verschließt manchmal den Harnleiter. Dann kann kein Harn mehr abfließen und sammelt sich in der Niere. Deshalb muss der große Stein raus. Nach der OP wird Ihr Vater dann sehr viel trinken müssen und er wird eine Infusion mit einem Antibiotikum bekommen. Frau Klose:  Das klingt nicht so schlimm. Es ist also ein ­kleiner Eingriff. Gott sei Dank! Und was heißt das hier? o. B.? Gabi Mai:  Das heißt ohne Befund, kurz „o. B.“. Diese Organe sind also ok. Frau Klose:  Ach so. Muss mein Vater für die Zukunft etwas verändern? Seine Ernährung zum Beispiel? Gabi Mai:  Ja, das kann gut möglich sein. Eine eventuelle Anpassung seiner Diät werden wir in unserem Bericht an seine Pflegeeinrichtung mitschicken. Aber dafür muss erst die Analyse des Steins erfolgen. So, ich denke, der Professor Huth wird das noch heute in Ruhe mit Ihrem Vater durchsprechen und auch der Anästhesist wird heute noch zu ihm kommen. Frau Klose:  Ja gut, ich will Sie nicht länger stören. Vielen Dank und vielleicht bis morgen! Tschüs! Gabi Mai:  Ja, bis morgen! ciao!

Gabi Mai:  Nein, wirklich nicht – darf ich Sie darüber in Kenntnis setzen, dass wir an die Schweigepflicht ­gebunden sind? Wir brauchen Herrn Wemmers Ein­ verständnis, wenn wir Details weitergeben. Herr Jablonski:  Dann fragen Sie ihn doch bitte – und geben Sie mir dann bitte Bescheid? Gabi Mai:  Das kann ich machen. Aber kommen Sie bitte dennoch hier vorbei – dann kann Ihnen entweder Herr Wemmer selbst oder der Arzt Bericht erstatten.

Aufgabe 8a – Track 63

uerst wird eine Braunüle gelegt. Dann leitet der Anästhesist Z die Narkose ein und das Licht wird gut eingestellt. Dann wird das Operationsgebiet mehrfach desinfiziert und das Operationstuch daraufgelegt. Danach schneidet der Chirurg mit einem Skalpell einen kleinen Bereich an der linken Körperseite auf und führt ein Instrument in die Niere ein, mit dem er den Nierenstein zertrümmert. Wenn alles gut verlaufen ist, legt der Operateur noch eine Drainage in die Wunde ein, damit Blut und Wundwasser ablaufen können, sowie einen speziellen Katheter, über den der Urin abfließen kann. Dann wird die Wunde mit Nadel und Faden zugenäht und die Narkose wieder ausgeleitet.

Ein Telefongespräch

Gabi Mai:  Uniklinikum, Abteilung 12, Innere Medizin, Schwester Gabi am Apparat Herr Jablonski:  Ja guten Tag, Jablonski mein Name. Ich wollte mich erkundigen, wie es Herrn Wemmer geht. Wissen Sie schon, was ihm so große Probleme bereitet? Wird er denn operiert? Gabi Mai:  Guten Tag, Herr Jablonski. Leider darf ich Ihnen da telefonisch keine Auskunft geben. Sind Sie denn mit dem Patienten verwandt? Herr Jablonski:  Ja, ich bin sein bester Freund aus alten ­Tagen. Mir werden Sie ja wohl was sagen dürfen!! Gabi Mai:  Das geht leider wirklich nicht. Aber wenn Sie Herrn Wemmer besuchen könnten, würde er sich sicher freuen. Herr Jablonski:  Ich bin ja auch nicht mehr der Jüngste. Sie wissen doch, wie das ist, das Rheuma, der Blutdruck … Können Sie mir nicht vielleicht doch sagen, ob er operiert werden muss?

Aufgabe 9a – Track 64 Am Abend vor der OP

Gabi Mai:  Guten Abend, Herr Wemmer, ich wollte Sie nun über den Ablauf morgen informieren. Herr Wemmer:  Wie bitte? Ich hab‘ gerade Musik gehört und an meine Enkel gedacht. Gabi Mai:  An wen haben Sie gedacht? Herr Wemmer:  An meine zwei Enkel. Sie sind sooo toll. Aber …, worüber wollen Sie mich informieren? Gabi Mai:  Nur darüber, wie der morgige Tag verläuft. Also, ganz wichtig ist, dass Sie ab 23 Uhr nicht mehr essen und trinken. Sie müssen für die OP nüchtern sein. Ich lege Ihnen hier auch schon einmal das OP-Hemd, den Schlüpfer und die Antithrombosestrümpfe hin. Das ­ziehen Sie sich bitte morgen Früh an. Sie sind gleich der Erste. Und hier auch noch eine Tablette. Die ist zur Beruhigung – dann haben Sie nicht so viel Angst vor der Operation. Herr Wemmer:  Wovor soll ich denn Angst haben? … Naja, vielleicht davor, dass ich bald keine Schmerzen mehr habe. Gabi Mai:  Das ist eine gute Einstellung, Herr Wemmer! Und legen Sie dann bitte alles ab: Ring, Uhr – und die Zahnprothese, wenn Sie eine haben.

Aufgabe 11c – Track 65

Was wird bei der Nieren-OP gemacht?

Aufgabe 12a – Track 66 Visite bei Herrn Wemmer

1 Herr Wemmer:  Hallo Herr Professor, ist denn alles gut gelaufen? Arzt:  Ja, die OP ist gut verlaufen, keine Sorge. Herr Wemmer:  Werde ich denn bald entlassen?

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Einheit 6  | Übungen 6

Arzt:  Nein, Herr Wemmer. Sooo schnell geht das nicht. Sie bekommen jetzt erst mal ein bis zwei Tage eine Infusion mit einem Antibiotikum. Solange wir nicht ganz sicher gehen können, dass alles gut heilt, müssen Sie noch bei uns bleiben. Und Sie müssen sehr viel trinken, mindestens vier Liter am Tag. Herr Wemmer:  Oh Gott, ich kann doch mit all den Schläuchen nicht zur Toilette. Arzt:  Sie müssen jetzt erst mal gar nicht zur Toilette. Der Urin fließt ja über diesen speziellen Katheter an Ihrer linken Seite ab. Sabrina, als Medikation dann Novalgin gegen die Schmerzen, in Tropfenform wie immer. Und 1x täglich Verbandswechsel. Und Heparin subkutan. Pflegerin Sabrina:  Ok, ist notiert. 2 Arzt:  Guten Tag, Herr Pohl! Ich wollte mich noch entschuldigen, dass Sie in der Urologie liegen, aber in der Orthopädie war kein Bett mehr frei. Aber Herr Wemmer ist ein sehr angenehmer Zeitgenosse. Sie werden sich schon vertragen. Und wie sieht es bei Ihnen aus, Herr Pohl? Herr Pohl:  Geht so, ist alles noch stark geschwollen. Arzt:  Na, zeigen Sie das Knie mal. … Ja, es ist noch sehr dick … Hmmm, mit der OP klappt es dann morgen wahrscheinlich noch nicht. Bevor wir operieren, muss nämlich das Gelenk abgeschwollen sein, also dünner geworden sein. Tut es noch sehr weh? Herr Pohl:  Ja, meine Muskeln sind auch alle so verspannt, v. a. morgens und abends. Arzt:  Dann nehmen Sie morgens und abends eine Tablette Diclofenac. Sabrina:  Herr Pohl bevorzugt Zäpfchen. Arzt:  Ok, wenn er das Diclo lieber rektal einführt, bekommt er halt Suppositorien. Herr Pohl:  Und vergessen Sie nicht, mir eine Schilddrüsentablette zu geben. Sabrina:  Nein nein, dass Sie L-Thyroxin nehmen, steht hier in der Akte. Sie bekommen Sie, wenn wir Sie auf­ wecken – die Tablette müssen Sie ja auf nüchternen Magen einnehmen und dann noch etwa 30 Minuten warten, bevor Sie etwas essen. Und auch Ihre Insulindosis steht in der Akte. Keine Sorge. Über die Insulin­ injektionen sprechen wir dann morgen Früh. Arzt:  Dann gute Besserung, meine Herren! Wemmer und Pohl zusammen:  Vielen Dank! 3 Sabrina:  Na, die Herren – ist bei Ihnen alles ok? Herr Wemmer:  Naja, wie es einem nach einer OP so geht. Aber egal – heute Mittag war ich dann ja positiv überrascht. Während ich im OP lag, haben Sie hier nicht nur aufgeräumt, sondern mir auch noch einen netten Zimmernachbarn organisiert. Und jetzt ist es nicht mehr so langweilig. Sabrina:  Da sehen Sie mal, wie sehr wir uns um Ihr Wohl kümmern.

Herr Wemmer:  Ach, Schwester Sabrina, ich habe vorhin ganz vergessen, dem Professor zu sagen, dass ich so einen ziehenden Schmerz in der Blasenregion habe. Woher kommt das? Und hilft da auch das Schmerzmittel? Sabrina:  Die Schmerzen, die Sie haben, kommen von einer Art Stent im Harnleiter, den die Ärzte bei der OP legen mussten. Gegen das Ziehen in der Blase hat Professor Muth Ihnen Spasmo Urgenin® verordnet. Das sind diese rotbraunen Dragees hier. Sehen Sie? Die nehmen Sie dreimal am Tag unzerkaut mit viel Flüssigkeit ein. Herr Wemmer:  Oh, vielen Dank!! Sabrina:  Sonst nichts mehr bei Ihnen? Herr Wemmer:  Nein – oder vielleicht doch. Könnte ich eine Schlaftablette bekommen? Sabrina:  Ja, sicher. Ich bringe Ihnen gleich eine und trage das gleich ein … Nitrazepam bei Bedarf zur Nacht.Die nehmen Sie bei Bedarf, also wenn Sie meinen, dass Sie sie brauchen Und bei Ihnen, Herr Pohl? Sie werden ja morgen erst mal noch nicht operiert. Herr Pohl:  So ist es. Und danke – ich brauche nichts mehr, vielen Dank!

Aufgabe 12 d – Track 67 Was macht man womit?

Ein Zäpfchen oder Suppositorium führt man ein. Eine Kapsel, Tablette, Filmtablette und Tropfen muss man einnehmen. Eine Salbe trägt man auf. Infusionen legen meistens Ärzte an. Spritzen gibt meistens ein Arzt.

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Übungen

Übung 2b – Track 68 Wegbeschreibungen

1 ältere Dame:  Entschuldigen Sie bitte? Können Sie mir ­sagen, wie ich in die Chirurgie komme? junger Mann 1:  Aber natürlich. Gehen Sie geradeaus und folgen Sie den Schildern mit der Aufschrift Chirurgie. 2 junge Frau:  Ah, wären Sie so nett und könnten mir erklären, wie ich zur Orthopädie komme? junger Mann:  Na sicher. Nehmen Sie den Fahrstuhl. Dann fahren Sie in den ersten Stock und schon sind Sie da. junge Frau:  Im ersten Stock? Dann könnte ich ja auch ­laufen? Ginge das? junger Mann 1:  Ja klar, schauen Sie mal. Dort drüben ist das Treppenhaus.

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Übungen 6  |  Einheit 7

Übung 6 – Track 69

Pneumonie Appendizitis

Welche Organe machen Probleme? 1 Pfleger Mischa:  Ah Lena, hast du Frau Semmler von Zimmer 212 schon ihre Insulinspritze gegeben? Schwester Lena:  Ja, klar. Das habe ich gerade gemacht. 2 Schwester Lena:  Schau mal, Mischa. Die Blutwerte bei Herrn Weiß sind noch immer nicht in Ordnung. Pfleger Mischa:  Ah, stimmt. Wir sprechen gleich mal mit Frau Doktor Horn. 3 Schwester Lena:  Guten Morgen Herr Lambert. Was machen Ihre Verdauungsprobleme? älterer Patient:  Ach, Schwester Lena, Ihre Tabletten haben schon sehr geholfen. Es wird immer besser. 4 junge Patientin:  Pfleger Mischa, mein Husten wird einfach nicht besser. Ich habe manchmal sogar Probleme beim Atmen. Pfleger Mischa:  Dann schicke ich sofort den Doktor zu Ihnen.

Übung 7a – Track 70

Die Diagnosen der Patienten Ärztin 1:  Frau Schwarz hat ja schon lange über Übelkeit und Blähungen geklagt. Die Untersuchung zeigt, dass sie ein Magengeschwür hat, also einen Ulcus ventriculi. Ärztin 2:  Und die Sono bei Frau Siebert hat ergeben, dass sie eine Blinddarmentzündung hat, also eine Appendizitis. Ärztin 1:  Ah, Ultraschall. Den habe ich heute Morgen bei Herrn Linge gemacht. Seine Schmerzen kommen von einem Nierensteinleiden, also von einer Nephrolithiasis. Ärztin 2:  Die Atembeschwerden sind schlimmer, als wir dachten. Sie hat eine Lungenentzündung, also eine Pneumonie.

Übung 7b – Track 71 Phonetik

Sprecher:  Magengeschwür Lungenentzündung Nierensteinleiden Herzinfarkt Blasenentzündung Leberentzündung Bauchspeicheldrüsenkrebs Zuckerkrankheit Blinddarmentzündung Hepatitis Nephrolithiasis Cystitis Ulcus ventriculi

Übung 13a – Track 72 Untersuchungsergebnisse

1 Arzt:  Im Blutbild konnte man sehen, dass einige Werte zu hoch sind. 2 Arzt:  Bei Untersuchung konnten wir erkennen, dass Frau Siegert einen Nierenstein hat. 3 Arzt:  Während der Sonografie haben wir gesehen, dass Herr Schnaider ein Herzproblem hat. 4 Arzt:  Bei Herrn Metzer ist alles in Ordnung. Alle Organe funktionieren problemlos.

Übung 19a – Track 73 Die Visite

s. Kursbuch, Track 66

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Wohnen – schön und sicher

Aufgabe 1b – Track 74

Interview mit Professor Sturz Moderator:  Willkommen bei Radio Senior! Heute, liebe ­Hörerinnen und Hörer, haben wir Professor Dr. Dr. Anton Sturz bei uns, der Ihre Fragen beant­ worten wird. Aber zuerst mal die allgemeine Frage: Herr Professor Sturz, wie können wir uns eine ­seniorengerechte Wohnung vorstellen? Prof. Sturz:  Um eine Wohnung seniorengerecht zu gestalten, müssen zunächst die besonderen Bedürfnisse und Gewohnheiten älterer Menschen bekannt sein. Die ­Bedürfnisse sind individuell verschieden: Jemand, der auf einen Rollstuhl angewiesen ist, hat ganz andere ­Bedürfnisse als eine Person, die noch körperlich fit ist, oder eine Person, die an Demenz leidet. Generell gilt: Ältere Menschen sind nicht mehr so beweglich, sie stürzen und fallen leichter hin und die Folgen eines Sturzes können schwerwiegend sein. Personen mit Demenzerkrankungen sind zudem oft orientierungslos. Moderator:  Wie immer haben uns einige Hörerinnen und Hörer ihre Fragen geschickt. Beginnen wir mit der Frage von Beate Herzlein. Ihre 86-jährige Mutter geht seit sechs Monaten am Rollator, aber die Tochter befürchtet, dass sie bald einen Rollstuhl braucht. Da die Mutter mental fit ist, kann und will sie in ihrer gewohnten Umgebung bleiben. Deshalb will Frau Herzlein die Wohnung ihrer Mutter umbauen. Worauf muss sie achten?

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Einheit 7

Prof. Sturz:  Nun, am besten wäre ein stufenloser eben­ erdiger Zugang. Sollte das nicht möglich sein, dann ist eine Rampe, ein Treppenlift oder ein Aufzug notwendig. Frau Herzlein sollte auch darauf achten, dass die Wohnung hell und gut beleuchtet ist. Sinnvoll ist auch, Lichtschalter, das Türschloss und die Klingel auf niedriger Höhe anzubringen, damit sie vom Rollstuhl aus gut erreichbar sind. Auch die Steckdosen sollten gut erreichbar sein, also die derzeit hoch liegenden Steckdosen unterhalb bzw. die tief liegenden Steckdosen oberhalb der üblichen Höhe angebracht werden. Für die vielen elektrischen Geräte, die man ja heute hat, sollten es genügend Steckdosen geben, damit Stromkabel nicht zur Stolperfalle werden. Außerdem sollten die Fußböden mit ­einem rutschfesten, leicht zu reinigenden Bodenbelag ausgelegt sein, damit die Person nicht so leicht aus­ rutschen kann und der Rollstuhl ohne Hindernisse ­rollen kann. Im Schlafzimmer empfehlen wir, dass das Bett in der Höhe verstellbar und von allen Seiten gut zugänglich ist. Des Weiteren sind Lichtschalter und Ablageflächen in direkter Nähe zum Bett sinnvoll. Beim Badezimmer rate ich dazu, dass sich die Bade­ zimmertür nach außen öffnen lässt, zudem sollte die Dusche ebenerdig begehbar sein. Vielleicht ist auch ein Duschsitz notwendig, ganz sicher sind Anti-RutschMatten und zusätzliche Haltegriffe notwendig, die beim Aufrichten, Stehen und Setzen helfen und Sicherheit geben. Und bei der Toilette könnte man die Sitzhöhe heraufsetzen und auch ein großer Druckspülknopf ist eine Erleichterung. Moderator:  Herr Prof. Sturz, vielen Dank für diese ersten Informationen. Nach einer kurzen Pause sind wir wieder für Sie da. Dann geht es weiter mit unserem heutigen Thema „Seniorengerechtes Wohnen und eine ­sichere Umgebung für ältere Menschen“. Bei uns zu Gast ist Prof. Sturz, der uns gleich etwas zu senioren­ gerechtem Wohnen für Demenzerkrankte sagen wird. … Kommen wir zu der Frage von Frau Baum. Sie steht etwas hilflos der Situation gegenüber, dass sie unerwartet ihren Onkel zu sich nehmen und sich um ihn kümmern muss. Professor Sturz, was kann Frau Baum an ihrer Wohnung verändern und verbessern? Prof. Sturz:  Menschen mit einer Demenzerkrankung müssen nicht zwangsläufig auf einen Rollstuhl angewiesen sein – Frau Baums Onkel scheint ja körperlich durchaus noch selbstständig zu sein. Allerdings ist es für eine Demenz typisch, dass die Erkrankten mit fortschreitender Erkrankung zunehmend orientierungslos sind und sich oft nicht mehr alleine versorgen können. Daher sind alle Hilfestellungen, die eine Orientierung erleichtern, sinnvoll. An Frau Baums Stelle würde ich gut ­erkennbare Uhren gut sichtbar anbringen. Wichtig sind auch Wandkalender mit großen Zahlen und Buch­ staben von Wochentag und Tagesdatum sowie groß ­geschriebene Telefonnummern mit den wichtigsten

­ nsprechpartnern. Sie sollten am besten direkt neben A einem seniorengerechten Telefon mit besonders großen Tasten hängen. Auch der ärztliche Notdienst, die Pflegeeinrichtung oder die Telefonnummer einer in der ­Nähe wohnenden Person sollten auf so einer Liste ­stehen. Sollte Frau Baums Onkel Raucher sein, muss darauf geachtet werden, dass auch wirklich in allen Räumen Brandmelder angebracht sind. Bei schweren Fällen ist eine Betreuung rund um die Uhr notwendig, denn Demenzkranke verletzen sich auch oft an Haushaltsgeräten, wenn sie deren Funktionsweise vergessen haben. Bei zunehmender Demenz sollte Frau Baum außerdem ein spezielles Türschloss einbauen oder – was vielleicht irgendwann besser sein kann – die Unterbringung in einer Pflegeeinrichtung ernsthaft in Erwägung ziehen. Auch, wenn es schwerfällt. Moderator:  Herr Professor Sturz, vielen Dank für Ihre Zeit und die Informationen rund um das Thema „Seniorengerechtes Wohnen“. (…) Liebe Hörer, Professor Sturz ist auch nach der Sendung für Sie im Chat zu erreichen. Wenn Sie also noch ­weitere Fragen haben – dann mailen Sie uns. Die E-Mail-­Adresse ist [email protected]. Außerdem finden Sie seine Antworten auf Ihre Fragen wie immer kurz und knapp auf unserer Website www.altenrepublik.net.

Aufgabe 3c – Track 75 Teambesprechung

Pavel:  Frau Ott wurde letzte Woche aus dem Krankenhaus entlassen, die Hüftoperation ist ohne Komplikationen verlaufen. Frau Ott hat jetzt links eine Hüftprothese, ist jedoch noch ziemlich schwach und benötigt mehr Unterstützung als früher. Außerdem bereitet ihr die operierte Hüfte Schmerzen. Des Weiteren klagt sie über Schmerzen in dem geprellten rechten Knie, der Sturz vor zwei Wochen war doch schwerwiegender als ­gedacht. Den Oberkörper hingegen kann sie ohne Einschränkungen bewegen, sich selbstständig an- und ausziehen und sich – wenn auch mit Schmerzen in Knie und Hüfte – ohne Hilfe im Bett aufrichten. Gehen kann sie nur mit einem Rollator, ist aber auch dabei sehr unsicher. Treppensteigen ist sowieso unmöglich. Deshalb sollte sie unbedingt ein Mobilitätstraining machen, das bedeutet, dass jemand von uns den Physiotherapeuten kontaktieren muss, damit ein individueller Trainingsplan für Frau Ott erarbeitet werden kann. Ich schlage vor, dass die Bewegungsübungen mindestens 2x täglich unter Anleitung stattfinden, bis sie sich sicherer fühlt. Um die Hüftprothese zu schützen, sollten wir versuchen, Frau Ott von Hüftprotektoren zu überzeugen … Ich weiß, die sind nicht besonders beliebt, doch solange Frau Otts Gangbild noch derart unsicher ist, ist die Gefahr zu groß, dass sie stürzt und dabei die operierte Hüfte schädigt. Darüber hinaus müssen wir natürlich

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Einheit 7

noch den Arzt und die Angehörigen informieren. ­Vielleicht benötigt Frau Ott auch vor den Übungen ­eine Schmerzmedikation. Außerdem sollten wir ihren Wohnbereich eingehend auf Stolperfallen prüfen. Andrea:  Ist euch eigentlich aufgefallen, dass Frau Ott jetzt manchmal ein bisschen verwirrt ist? Ich hab‘ schon ­öfter mal gedacht, dass sie von den verordneten Schmerz­mitteln verwirrt ist, aber eigentlich bekommt sie ja gar nicht so viel Schmerzmittel. Deshalb denke ich, dass sie der Sturz stark verunsichert hat. Sie geht ja auch am Rollator so ängstlich und hat sich einen schleppenden Gang angewöhnt. Außerdem befürchte ich, dass sich bei Frau Ott allmählich ein Ausscheidungsproblem entwickelt. Sie kam gestern nicht mehr rechtzeitig zur Toilette … Wir können echt froh sein, dass Frau Ott keine neurologische Grunderkrankung wie Parkinson oder Multiple Sklerose hat. Dann wäre diese jüngste Entwicklung für Frau Ott besonders schlimm …

Aufgabe 6b – Track 76 Judith berichtet kurz

Judith:  Hallo Andrea, hallo Pavel, ich habe schlechte Nachrichten: Frau Ott ist heute Nacht gestürzt, als sie ins Badezimmer wollte. Leider hat sie weder nach mir noch nach Manuel geklingelt. Sie ist aufgestanden und wollte barfuß und ganz ohne Hilfsmittel ins Bad gehen. ­Dabei steht ihr Rollator und auch ihr Stock immer am Bett bzw. neben dem Nachttischchen. Ich weiß auch nicht, warum sie kein Licht angemacht hat. So war es nun auch noch dämmrig, als sie ins Bad wollte. Meine Güte – Andrea, mir scheint mittlerweile auch, dass sie ein bisschen verwirrt ist. … Jedenfalls hat sie auf dem Weg zum Bad das Gleich­ gewicht verloren. Sie wollte sich noch auf den Rollator stützen, der ja wie immer neben dem Nachttisch stand, aber die Bremse war nicht fest, … Naja, und den Rest könnt ihr euch ja vorstellen. Sie ist also erneut gestürzt und wir mussten den Notarzt rufen.

Aufgabe 6c – Track 77 Der Sturzbericht

Judith:  Hallo Andrea, hallo Pavel, ich habe schlechte Nachrichten: Frau Ott ist heute Nacht gestürzt, als sie ins Badezimmer wollte. Leider hat sie weder nach mir noch nach Judith geklingelt. Sie ist aufgestanden und wollte barfuß und ganz ohne Hilfsmittel ins Bad gehen. Dabei steht ihr Rollator und auch ihr Stock immer am Bett bzw. neben dem Nachttischchen. Ich weiß auch nicht, warum sie kein Licht angemacht hat. So war es nun auch noch dämmrig, als sie ins Bad wollte. Meine Güte – Andrea, mir scheint mittlerweile auch, dass sie ein bisschen verwirrt ist. … Jedenfalls hat sie auf dem Weg zum Bad das Gleich­ gewicht verloren. Sie wollte sich noch auf den Rollator stützen, der ja wie immer neben dem Nachttisch stand, aber die Bremse war nicht fest, … Naja, und den Rest

könnt ihr euch ja vorstellen. Sie ist also erneut gestürzt und wir mussten den Notarzt rufen. Sie wurde heute Morgen schon geröntgt. Und ich sage euch, sie hatte wirklich Glück – das eingesetzte Hüft­ gelenk ist nicht beschädigt, und sie ist auch nicht auf ihr geprelltes Knie gefallen, sondern konnte sich noch so nach vorne drehen, dass sie sich mit der Hand ­abfangen konnte. Allerdings hat sie sich am rechten Handgelenk eine Verstauchung zugezogen. Das bedeutet, dass sie sich in der nächsten Zeit nicht vernünftig am Rollator festhalten kann. Pavel:  Puuuh, Hauptsache, das Hüftgelenk hat nichts ab­ bekommen. Wir müssen jetzt dafür sorgen, dass sie die Protektorenhose anzieht. Auch wenn Sie das nicht wirklich möchte. Manuel kann zusätzliche Bewegungsübungen mit Frau Ott durchführen. Der Therapeut war bereits da und hat Manuel erklärt, welche Übungen sinnvoll sind. Außerdem sollten wir Frau Ott nochmal erklären, dass sie immer die Notklingel benutzen soll, wenn sie sich nicht sicher fühlt. Judith:  Aber wenn sie so verwirrt ist, wird sie die Klingel nicht benutzen. Pavel:  Wir müssen es probieren. … Außerdem sollte sie für die nächste Zeit den Rollstuhl benutzen und nicht mehr den Rollator. Und nachts stellen wir ihr einen Toilettenstuhl neben das Bett. Das ist sicherer. Ich rufe später noch Frau Colson an, die Tochter von Frau Ott, die wird sicher Fragen haben.

Aufgabe 8a – Track 78

Erstanamnese von Herrn Arct Andrea Klein:  Herr Arct ist 74 Jahre alt und kommt nun zu uns in die Pflege. Seine Tochter sagt, dass er wegen einer operierten Schulter bewegungseingeschränkt ist und sich weder alleine an- und auskleiden noch seine Position im Liegen und Sitzen selbstständig verändern kann. Er benötigt dabei jemanden, der ihm Anweisungen gibt. Zudem braucht er einen Rollstuhl und immer eine Begleitung. Herrn Arcts Tochter berichtet auch, dass ihr Vater zunehmend verwirrt und orientierungslos ist. Deshalb sollten wir in seinem Zimmer sowohl einen großen Wandkalender als auch eine große Uhr aufhängen. Damit sich Herr Arct bei uns wohlfühlt, ist es aber auch wichtig, ihm nicht nur Orientierungs­ hilfen, sondern auch Gespräche über die Familie oder aktuelle politische Ereignisse anzubieten. Er ist für ­solche Hilfen und Gespräche immer sehr dankbar. Seine Tabletten und Tropfen nimmt Herr Arct noch alleine ein, wenn seine Tochter sie ihm in den Tablettendispenser legt. Allerdings kann er sich nicht mehr ­daran richtig erinnern, wie man mit Haushaltsgeräten umgeht. Vor drei Monaten wollte er sich zu Hause wohl einen Toast zubereiten, stellte aber nicht den Toaster, sondern die Herdplatte an und verbrannte sich drei Finger, als er sich auf der heißen Platte aufstützte. Und kürzlich stellte er nach dem Duschen das Wasser nicht ab … Da aber viele Haare im Abfluss lagen, ist das Wasser nicht gut abgeflossen und sammelte sich

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Einheit 7  |  Übungen 7

a­ llmählich. Gut, dass seine Tochter rechtzeitig kam! Er gefährdet ja womöglich sowohl sich als auch andere … Jedenfalls führten diese Ereignisse dazu, dass die Tochter nun eine Entscheidung treffen musste: Entweder sie gibt ihren Job auf und bleibt den ganzen Tag zu Hause oder sie gibt den Vater in eine fachkundige Betreuung. Aber eines ist für sie ausgeschlossen: Sollte es jemals so weit kommen, dass wir meinen, dass Herr Arct ­fixiert werden muss, dann nimmt sie ihren Vater wieder mit zu sich nach Hause. Ich habe das in der Akte vermerkt.

Steckdosen geben, damit Stromkabel nicht zur Stolperfalle werden. Außerdem sollten die Fußböden mit ­einem rutschfesten, leicht zu reinigenden Bodenbelag ausgelegt sein, damit die Person nicht so leicht ausrutschen kann und der Rollstuhl ohne Hindernisse rollen kann.

Übung 6 – Track 80 Teambesprechung

s. Kursbuch, Track 75

Übung 10a – Track 81 7

Übungen

Frau Otts Sturz

s. Kursbuch, Track 77

Übung 1a – Track 79

Professor Sturz im Interview Moderator:  Willkommen bei Radio Senior! Heute, liebe ­Hörerinnen und Hörer, haben wir Professor Dr. Dr. Anton Sturz bei uns, der Ihre Fragen beant­ worten wird. Aber zuerst mal die allgemeine Frage: Herr Professor Sturz, wie können wir uns eine ­seniorengerechte Wohnung vorstellen? Prof. Sturz:  Um eine Wohnung seniorengerecht zu gestalten, müssen zunächst die besonderen Bedürfnisse und Gewohnheiten älterer Menschen bekannt sein. Die ­Bedürfnisse sind individuell verschieden: Jemand, der auf einen Rollstuhl angewiesen ist, hat ganz andere ­Bedürfnisse als eine Person, die noch körperlich fit ist, oder eine Person, die an Demenz leidet. Generell gilt: Ältere Menschen sind nicht mehr so beweglich, sie stürzen und fallen leichter hin und die Folgen eines Sturzes können schwerwiegend sein. Personen mit Demenzerkrankungen sind zudem oft orientierungslos. Moderator:  Wie immer haben uns einige Hörerinnen und Hörer ihre Fragen geschickt. Beginnen wir mit der Frage von Beate Herzlein. Ihre 86-jährige Mutter geht seit sechs Monaten am Rollator, aber die Tochter befürchtet, dass sie bald einen Rollstuhl braucht. Da die Mutter mental fit ist, kann und will sie in ihrer gewohnten Umgebung bleiben. Deshalb will Frau Herzlein die Wohnung ihrer Mutter umbauen. Worauf muss sie achten? Prof. Sturz:  Nun, am besten wäre ein stufenloser eben­ erdiger Zugang. Sollte das nicht möglich sein, dann ist eine Rampe, ein Treppenlift oder ein Aufzug notwendig. Frau Herzlein sollte auch darauf achten, dass die Wohnung hell und gut beleuchtet ist. Sinnvoll ist auch, Lichtschalter, das Türschloss und die Klingel auf niedriger Höhe anzubringen, damit sie vom Rollstuhl aus gut erreichbar sind. Auch die Steckdosen sollten gut erreichbar sein, also die derzeit hoch liegenden Steckdosen unterhalb bzw. die tief liegenden Steckdosen oberhalb der üblichen Höhe angebracht werden. Für die vielen elektrischen Geräte, die man ja heute hat, sollten es genügend

Übung 10b – Track 82 Phonetik

Sprecher:  barfuß die Verstauchung die Protektorenhose der Transfer das Hilfsmittel

Übung 13b – Track 83

Eine Bewohnerin hat sich verändert Sina:  Also, Mischa, jetzt erzähl doch mal. Du meintest ja, Frau Motz hat sich in letzter Zeit etwas verändert? Mischa:  Ja, das ist wirklich schlimmer geworden, während du im Urlaub warst. Sina:  Ach so? Kannst du mir da mal ein paar Beispiele geben? Mischa:  Na ja, zum Beispiel hat sie es ja früher geliebt, im Garten mit ihren Freunden spazieren zu gehen. Und die Singstunde war die schönste Zeit der Woche. Aber gerade mag sie beides nicht mehr. Sina:  Ok …, aber ist das sooo dramatisch? Mischa:  Tja …, es sind viele Kleinigkeiten, die hier zusammenkommen. Sie spricht aber auch nicht mehr mit allen Pflegekräften. Nur noch mit Andreas oder Ludmilla. Das solltest du vielleicht wissen, damit du nicht überrascht bist. Sina:  Ach du liebe Zeit. Ja, gut zu wissen. Dann nehme ich das mal nicht persönlich. Sie hatte ja früher mal eine Phase, in der sie nicht mit Ludmilla gesprochen hat. Mit allen anderen Pflegekräften aber schon. Mischa:  Genau. Also nicht persönlich nehmen. Übrigens ist auch ihre Orientierung viel schlechter geworden. Wenn sie zum Aufenthaltsraum oder zum Essensraum möchte, muss sie immer begleitet werden. Sina:  Wow, das ist wirklich neu. Ist denn Herr Dr. Zitzmann schon informiert? Mischa:  Der weiß auf jeden Fall Bescheid. Er war aber auch ein paar Tage im Urlaub, sodass Frau Dr. Hoppe bei uns war. Die beiden werden noch einmal miteinander sprechen, wenn Herr Zitzmann aus dem Urlaub kommt. Sina:  Na gut, dann sind ja zwei Experten dabei und …

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Übungen 7  |  Einheit 8

Mischa:  Hallo? Mehr Experte als wir kann man nach 15 Jahren Berufserfahrung wohl nicht sein, oder? Sina:  Da hast du wohl recht … Da kamen schon einige Erfahrungen zusammen. Mischa:  So, jetzt erzähl aber erst mal. Wie war es am Strand und mit all der Sonne? Bestimmt ganz furchtbar.

dächtnisprobleme und Wortfindungsstörungen. Aber er konnte sich auf keinen Fall vorstellen, dass er sie in ein Heim gibt. Also ist das Paar gemeinsam bei uns eingezogen und kann ein im Großen und Ganzen selbstständiges Leben führen. Unser Pflegepersonal unterstützt beide bei ihren jeweiligen Problemen, und in unseren Gruppenangeboten findet Frau Ziegler Hilfe bezüglich ihrer Demenz und Herr Ziegler kann sich zum Beispiel beim Chor und in der Gartengruppe mit anderen Bewohnern austauschen. Seine Frau ist dabei immer gut betreut. Beide haben bei uns zwei Wochen zur Probe gewohnt, um zu sehen, ob es ihnen gefällt. Das kann ich aber auch Alleinstehenden raten. Viele Einrichtungen bieten das an, denn schließlich möchte man ja etwas länger bleiben. Nachdem ich mich jetzt Ihren Fragen zuwende, werde ich später nochmal zu einem wichtigen Thema, der Finanzierung, sprechen. Ah, … da sehe ich ja schon die erste Meldung. Ja, bitte? …

Übung 17 – Track 84

Vortrag „Betreutes Wohnen für Menschen mit Demenz“ Moderator:  Meine sehr verehrten Damen und Herren, es freut mich sehr, dass Sie so zahlreich zu unserem Vortragsabend mit dem Thema „Betreutes Wohnen für Menschen mit Demenz“ erschienen sind. Wir freuen uns sehr, dass wir eine Expertin einladen konnten, die ihnen viele Tipps aus der Praxis geben kann, denn sie leitet die Einrichtung „Abendrot“, die seit vier Jahren betreutes Wohnen für Menschen mit Demenz anbietet. Bitte heißen Sie mit mir herzlich Frau Barbara Paul willkommen. Frau Paul:  Na, das ist aber ein schöner Empfang! Danke sehr! Ich muss auch sagen, dass ich mich sehr freue, heute zu Ihnen sprechen zu dürfen, denn sicher hier sind ja viele Betroffene, sei es Menschen mit Demenz oder deren Angehörige. Gerne werde ich nach meinem kleinen Vortrag Ihre Fragen beantworten. Also möchte ich Sie jetzt gar nicht länger auf die Folter spannen. Zuerst möchte ich nochmal kurz erklären, was betreutes Wohnen überhaupt bedeutet. Hierbei leben die Bewohner in eigens für sie vorgesehenen Wohnungen und bekommen – je nach Notwendigkeit – Pflege, Mahlzeiten und auch hauswirtschaftlichen Service. Viele sind schließlich nicht mehr in Lage, ihre Wohnung selbst sauber zu halten. Für Menschen mit Demenz ist dies allerdings nur empfehlenswert, wenn extra Dienste für sie angeboten werden. Bei der Wahl des betreuten Wohnens sollten Sie daher darauf achten, dass gezielt Gedächtnistrainings und Betreuungsgruppen, in denen man die Bewohner individuell fördert, angeboten werden. Sie sollten natürlich immer sicher sein, dass gut ausgebildetes Pflegepersonal in ihrer Einrichtung arbeitet und es dort spezielle Angebote gibt, bei denen die Bewohner untereinander Kontakte knüpfen können. Sehr interessant ist auch die Frage, wenn bei einem Paar ein Partner an Demenz erkrankt ist, der andere aber nicht. Hier nehme ich mal unser Beispiel von Herrn und Frau Ziegler, die schon seit einem Jahr bei uns leben. Herr Ziegler konnte sich zu Hause aufgrund seiner körperlichen Beschwerden nicht mehr um seine demenzkranke Frau kümmern. Außerdem kam es vor, dass sie sich manchmal in den eigenen vier Wänden verlaufen hat. Und sich im eigenen Wohnbereich nicht mehr orientieren zu können, verunsichert natürlich. Die Tatsache, dass er außerdem immer für sie mitdenken musste, wurde zu einem zusätzlichen Problem, denn Frau Ziegler war oft sehr verwirrt. Sie hatte Ge-

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Kommunikation I

Aufgabe 1b – Track 85 Wahrnehmung (Dialoge)

1 Manuel:  Guten Abend! Vater:  Ach, auch mal wieder da? Manuel:  Mensch Papa, das nervt. Du weißt doch, dass ich heute Spätdienst habe. Vater:  Jaa, alles ist wichtiger als die Familie. Ich finde das unmöglich. Aber immer noch schön billig hier wohnen … Manuel:  Nein Papa, die Familie ist mir wichtig – aber mein Job auch. Und wenn es dich nervt, dass ich noch hier wohne – bitte schön, dann zieh ich gleich morgen hier aus. Vater:  Das kannst du ja eh nicht bezahlen. Lächerlich, bei deinem Gehalt. Wenn du wenigstens Jura studiert hättest. Aber nein, der Herr Sohn wollte ja Altenpfleger werden. Manuel:  Genau, ich werde meinen Bachelor in Gesundheitsund Krankenpflege machen. Ob du willst oder nicht. Und ich ziehe aus. Eine Wohnung hab ich auch schon. Gut Nacht!!! 2 Frau:  Letztens war ich auf einem Klavierkonzert einer alten Dame in Kassel und habe dort etwas Berührendes erlebt. Die ganze Zeit schon fiel mir ein hochbetagter Herr auf, der in einem Pflegerollstuhl saß und fast entrückt der Musik lauschte. Als ich mich mit seiner Begleitung unterhielt, erfuhr ich, dass der 84-jährige Herr in seiner Beweglichkeit stark eingeschränkt und zudem erblindet ist und dadurch seine Wahrnehmung von

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Einheit 8

der Außenwelt reduzierter ist als bei demenziell veränderten Menschen, bei denen noch alle Sinne funktionieren. Ich beobachtete den Herrn immer wieder … Er wurde immer ruhiger und schien in seine innere Welt der Bilder zu versinken. Bei einem bestimmten Adagio lösten die Töne plötzlich eine körperliche Bewegung aus. Die Klänge schienen ihn positiv zu berühren. 3 Dozent:  Die Spiegeltechnik ist v.a. Eltern völlig geläufig. Wenn sie ihr Kind füttern, machen sie mimisch alles vor – Mund auf, Mund zu, lecker! –, und das Baby ahmt es nach und versteht nach vielen Wiederholungen die Botschaft. Auch in der Pflege bedient man sich der Spiegeltechnik. Vor allem in der Pflege und Betreuung dementer Menschen versucht man mit dieser Technik, zu dem Gesagten einen Gleichklang mit der Körpersprache, Gestik und Mimik herzustellen. Die Person kann sich dabei die Handlung vorstellen – auch wenn sie verbal nicht verstanden wird. 4 Dozent:  Die Sprache des Körpers ist der Spiegel der Gefühle. Über 80 % unserer Emotionen teilen wir über nonverbale Signale mit. Hierzu gehören z. B. Mimik, Gestik, Körperhaltung, Stimmlage, Sprechgeschwindigkeit. Die Fähigkeit, Gefühle nonverbal auszudrücken, bleibt selbst bei fortgeschrittener Demenz erhalten. Insbesondere bei Schmerzen sollten Pflegende die Mimik ihrer Patienten/Bewohner deuten können. 5 Dozentin:  Im Gegensatz zur Körpersprache sind bei Zeichensprachen die Zeichen für eine bestimmte Aussage in einem bestimmten Kontext oder einer Lebensumwelt definiert. Aber Vorsicht! Ein Zeichen, das einen mit Daumen und Zeigefinger gebildeten Kreis und drei ausgestreckte Finger zeigt, bedeutet in der Tauchersprache OK. In Italien steht das Zeichen jedoch für ein Schimpfwort. Auf der ganzen Welt verstanden wird hingegen das Zeichen, das Schiedsrichter bei Mannschaftsballspielen benutzen: das Zeichen für „Auszeit“ – also, wenn die Uhr für die Spielzeit gestoppt wird. 6 Andrea Klein:  Der Unterschied zwischen einer funktionalen und einer emotionalen Berührung ist hauptsächlich die Dauer der Berührung – gerade bei älteren Menschen, die gar nicht so schnell merken, dass man ihnen die Hand auf die Schulter legt oder ihren Arm berührt. Lange Berührungen sind bei der Zeitnot in unserem Beruf zwar schwierig umzusetzen, aber ich möchte Sie ermuntern, es wenigstens zu versuchen.

Aufgabe 4a – Track 86

Auszubildende zum Thema Demenz Dozentin:  Guten Morgen! Soo, gestern waren wir bei den Sinnen. Dann machen wir heute weiter mit der Demenz. Sammeln wir mal, was Sie über Demenz wissen. Wer fängt an? Pflegeschülerin Nadine:  Ok, ich fang an, weil ich gestern ein Erlebnis hatte. Der Bewohner, mit dem ich spazieren war, ist an Demenz erkrankt. Das war schon sehr belastend. Er war kaum ansprechbar. Dozentin:  Das ist doch schon mal sehr interessant. Und wer weiß noch etwas? Pflegeschülerin Ada:  Ich habe gelesen. dass es in Deutschland ungefähr 1,5 Millionen Demenzkranke gibt, von denen etwa zwei Drittel an Alzheimer erkrankt sind. Pflegeschülerin Uma:  Und ich habe gehört, dass die Klientel, über die wir gerade sprechen, oft sehr gelassen ist. Nadine:  Na, das habe ich aber anders gehört: Ich dachte, sie sind oft reizbar und aggressiv. Dozentin:  Sammeln wir einfach weiter … Ada:  Ich glaube, die meisten werden von ihren Angehörigen gepflegt, bei denen dann aber der Arbeitsplatz gefährdet ist, weil sie nicht beides unter einen Hut bekommen, also den Job und das Pflegen. Uma:  Ja, weil die Angehörigen dann ja auch möglichst alle täglichen Aufgaben für die Demenzerkrankten übernehmen sollen. Denn sie brauchen ja viel Ruhe. Pflegeschüler Ivo:  Und das trägt dazu bei, dass die Krankheit, von der wir sprechen, besser geheilt werden kann. Nadine:  Geheilt? Das glaub ich nicht. Naja, egal, ich meine zu wissen, dass es Demenzkranken zunehmend schwer fällt, sich zu erinnern und neue Erfahrungen einzuordnen. Und dass eingefahrene Gewohnheiten, mit denen wir es dann ja oft zu tun bekommen, möglichst schnell verändert werden sollten. Dozentin:  Ok, ich hab hier gerade mitgeschrieben. Sortieren wir das mal. Was trifft nun tatsächlich zu? Also, …

Aufgabe 6a – Track 87

Vortrag zum Thema „Umgang mit Demenzerkrankten“ (Teil 1) Dozent:  Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Angehörige, herzlich Willkommen zu unserer Informationsveranstaltung zum Thema „Demenz im Alltag – der Umgang mit Demenzerkrankten im täglichen Leben“. Wir haben dieses Thema gewählt, weil uns über unsere Internetplattform immer wieder Fragen von Angehörigen von Demenzpatienten erreichen, wie sie mit den schwindenden geistigen Fähigkeiten ihrer Lieben umgehen sollen. Oft sind auch junge Menschen betroffen, die mitten im Leben stehen. Unser Vortrag besteht aus zwei Teilen: Zunächst beginnen wir mit allgemeinen Informationen zur Demenzerkrankung. Nach einer kurzen Pause werden wir dann miteinander ins Gespräch kommen. Sie haben sicher viele Fragen.

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Einheit 8

Doch zunächst der allgemeine Teil, damit wir alle den gleichen Wissensstand haben. Aktuell leben in Deutschland ca. eins Komma fünf Millionen Menschen mit einer Demenzerkrankung. Zwei Drittel davon sind an Alzheimer erkrankt. Meistens tritt diese Erkrankung in höherem Alter auf, doch auch Menschen unter 60 können betroffen sein. Demenzkranken fällt es zunehmend schwer, sich zu erinnern, neue Erfahrungen einzuordnen und sich räumlich und zeitlich zu orientieren. Sie als Angehörige begleiten und pflegen Demenzkranke – oft rund um die Uhr. Sie tragen den Hauptanteil an der Versorgung von Demenzkranken. Damit übernehmen Sie eine schwere und verantwortungsvolle Aufgabe – und das oft für mehrere Jahre. Dabei sind die Probleme, die im täglichen Zusammenleben mit einem Demenzkranken auftreten, sehr unterschiedlich. Die Persönlichkeit des Betroffenen, das Krankheitsstadium, die äußeren Lebensumstände und die Fähigkeiten und Schwächen der Betreuenden spielen eine große Rolle. Sicher ist aber – je mehr Sie über die Krankheit wissen, desto mehr Gelassenheit und Sicherheit werden Sie im Umgang und im Zusammenleben mit der erkrankten Person haben. Je mehr Sie wissen, desto seltener werden Sie enttäuscht oder resignieren. Grundsätzlich gilt es, die erkrankte Person so anzunehmen, wie sie ist. Das ist ein ganz wichtiger Punkt. Denn die Erkrankten werden sich nicht mehr ändern, sie werden also nicht mehr ‚gesund‘. Als Angehöriger müssen Sie daher zunächst lernen, die Bedürfnisse und Wünsche der Erkrankten anzunehmen. Das bedeutet auch, dass Sie lernen müssen, die manchmal sehr eigene Sicht der Erkrankten auf die Realität anzuerkennen und zu berücksichtigen. Sie sollten auch Kritik und unnötige Zurechtweisungen vermeiden. Das ist sicherlich keine leichte Aufgabe, zumal Sie idealerweise auch die Eigenständigkeit und Selbstachtung Ihrer Angehörigen fördern sollten. Warum? Weil Eigenständigkeit und Selbstachtung unmittelbar mit einem positiven Lebensgefühl verbunden sind und Sie eventuelle Konfliktsituationen von Beginn an entschärfen. Sie sollten deshalb nicht sofort alle Aufgaben übernehmen, nur weil sie Ihrem Angehörigen jetzt etwas schwerer fallen als früher oder sie vielleicht weniger gut ausgeführt werden oder manchmal auch gar nicht gelingen. Stattdessen wäre es ein guter Ansatz, einzelne Handlungsschritte zu vereinfachen, bei Bedarf Hilfe zu leisten und so bei dem Erkrankten ein positives Selbstbild zu fördern. In vielen Fällen führt eine solche ‚Hilfe zur Selbsthilfe‘ dazu, dass ein hohes Maß an Selbstständigkeit lange erhalten bleibt. Viele der so belastenden Verhaltensmuster und zum Teil nicht zu verstehenden Verhaltensweisen von Demenzkranken sind letztlich Reaktionen, die aus der Krankheit heraus entstehen und deshalb auch nachvollzogen werden können: Rat- und Orientierungslosig-

keit können zu Ängstlichkeit führen. Angst kann dann zu vermehrter Anhänglichkeit und zu einem ständigen Wiederholen von Fragen führen, mit denen sich die betroffene Person absichern möchte, um in ihrer Rat- und Orientierungslosigkeit keine Fehler zu begehen. Ein gleichbleibender, überschaubarer Tagesablauf, ein großer Wandkalender, eine gut lesbare Uhr helfen bei der Orientierung und entlasten Sie, die pflegenden Angehörigen, zusätzlich. Aggressivität und Wutausbrüche wiederum entstehen oft aus Frustration oder Überforderung, Depression oder Apathie oft aus einem Mangel an Aktivität und Ermunterung. Die Steuerung dieser negativen Emotionen liegt nun auch in Ihrer Hand – Überforderung entsteht oft durch den Mangel an kleinschrittigen Handlungsabläufen, und Depressionen gedeihen dort, wo kein Lob, kein aufmunterndes Wort mehr fällt. Mitfühlen, sich ein wenig hineinversetzen in den Erkrankten, das ist es, was Sie im Alltag leisten müssen, um Konfliktsituationen zu entschärfen. Versuchen Sie also, die Gewohnheiten des Kranken weitestgehend beizubehalten, unterstützen und fördern Sie Ihren Angehörigen mit Bedacht. Wenn Sie es schaffen, konfliktauslösende Faktoren zu erkennen und zu beseitigen, dann haben Sie schon eine ganze Menge geschafft. Vielen Dank.

Aufgabe 6b – Track 88

Vortrag zum Thema „Umgang mit Demenzerkrankten“ (Teil 2) Dozent:  Meine Damen und Herren, wir kommen jetzt zum zweiten Teil unserer Informationsveranstaltung. Sie haben nun auch die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Ich werde die Fragen zunächst sammeln und dann der Reihe nach beantworten. Gibt es bereits jetzt Fragen aus dem Publikum? Ja? Die Dame dort hinten, mit dem grünen Pullover. 1 Frau 1:  Ja, danke, ich habe eine Frage. Sie haben das vorhin so schön gesagt, wir sollen mit unseren Angehörigen mitfühlen, sie fördern und Konflikte vermeiden. Doch wie soll das in der Praxis ausschauen? Wie soll ich mit meiner kranken Mutter kommunizieren? Mal ist sie völlig normal, ganz da – und einen Augenblick später stört sie etwas, ist total abgelenkt und durch irgendetwas irritiert – wie ein kleines Kind. Manchmal nimmt sie ohne Probleme an Gesprächen teil und manchmal sitzt sie nur da und schweigt. Dozent:  Vielen Dank für Ihre Frage. Gibt es noch weitere Fragen? 2 Frau 2:  Ja, auch ich hätte eine Frage. Ich möchte wissen, wie mit Konfliktsituationen und Aggressionen umgegangen werden kann. Mein Vater ist manchmal so aggressiv, dass niemand mit ihm was zu tun haben möchte.

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Einheit 8

Dozent:  Oh ja, auch das ist eine wichtige Frage. Bevor ich sie beantworte, hören wir erst einmal noch den Herrn dort drüben – ja, Sie mit der grünen Jacke. 3 Mann:  Meine Schwester ist 73 und seit drei Jahren dement. Ich betreue sie zusammen mit einem Pflegedienst. Seit ungefähr zwei Monaten ist sie sichtbar unruhig, ja, ruhelos. Sie läuft in der Wohnung pausenlos den Flur auf und ab, selbst wenn wir zuvor einen langen Spaziergang gemacht haben. Warum macht sie das? Dozent:  Nun, da will ich Ihre Fragen gerne beantworten. Zu der ersten Frage gäbe es zu sagen …

Aufgabe 8a – Track 89

Deeskalation im Umgang mit Dementen Dozent:  Zum Abschluss möchte ich das Gesagte ein bisschen zusammenfassen und noch ein paar generelle Tipps zur Kommunikation mit an Demenz Erkrankten hinzufügen. Wichtig sind dabei vor allem acht Aspekte: Halten Sie Blickkontakt, evtl. auch Körperkontakt, damit sich Ihr Angehöriger auch angesprochen fühlt. Reden Sie kurz, klar und deutlich. Wenn Sie Fragen stellen, dann stellen Sie einfache Fragen, die mit ‚Ja‘ oder ‚Nein‘ zu beantworten sind. Überfordern Sie die Personen nicht – wenn es um die Wahl einer Speise, eines Kleidungsstückes oder um den Weg durch den Park geht – zwei Wahlmöglichkeiten sind ausreichend. Kommunizieren Sie viel, ohne zu sprechen, sondern mehr durch Gesten oder Berührungen. Kritik an und Diskussionen mit Erkrankten haben keinen Sinn. Vermeiden Sie sie. Vermeiden Sie Konfrontationen. Versuchen Sie stattdessen, kritische Situationen vorauszusehen und sie zu verhindern. Lenken Sie den Demenzkranken gegebenenfalls ab. Vor allem – bleiben Sie ruhig und versuchen Sie, auf den Gefühlszustand des Kranken einzugehen.

Aufgabe 11a – Track 90

Teambesprechung zur Überleitung von Frau Glück Andrea:  Hallo zusammen, in unserer Teambesprechung geht es heute ausschließlich um Frau Glück. Sie wurde heute aus dem Krankenhaus entlassen. Ich habe den Eindruck, dass … Egal, die Klinik war genau das Richtige für sie. Sie ist jetzt Gott sei Dank nicht mehr so verwirrt – und sie klagt auch nicht mehr ständig, dass ihr etwas weh tut. Ich habe hier den Überleitungsbogen aus dem Krankenhaus … Franca:  Entschuldigung, ich habe leider nicht alles verstanden. Wie war das bitte? Könntest du bitte etwas langsamer sprechen? Andrea:  Ja, natürlich – ich habe vergessen, dass du neu bei uns bist. Manuel, du hast Frau Glück ja lange gepflegt und ich möchte, dass du wieder für sie zuständig bist.

Sie vertraut dir. Franca soll dir dabei helfen. Jetzt zu den Fakten: Frau Glück, Vorname Elvira, geboren in Stuttgart, zuletzt wohnhaft in 60311 Frankfurt, Zeilweg 5, verwitwet, evangelisch. Franca:  Entschuldigung – was genau bedeutet „verwitwet“? Wie schreibt man das? Manuel:  vau-e-er-we-i-te-we-e-te. Das bedeutet, dass ihr Mann gestorben ist. Franca:  Ah, danke. Andrea:  Prima. Frau Glück ist am 22. 6. gestürzt und erlitt eine Hüftfraktur. Deshalb wurde sie am 23. 6. ins Krankenhaus eingewiesen. Frau Glück ist Diabetikerin. Manuel, haben wir mit Frau Glück ein Diabetes-Tagebuch geführt? Manuel:  Ja, das haben wir. Als Angehörige ist bei uns ihre Tochter, Elke Glück, angegeben. Der Hausarzt heißt Dr. Heck. Seine Nummer haben wir auch: 069-274 596 38. Die Telefonnummer der Tochter lautet: 06321-43 60 98 45. Andrea:  Gut, dann ist das auch richtig. Der Hausarzt und die Tochter wurden vom Krankenhaus über die Einweisung benachrichtigt. So, was gibt es hier noch: Versichert ist Frau Glück bei der IBK Nord, sie hat Pflegestufe zwei und es liegt eine Patientenverfügung vor. Heute Morgen um Viertel vor Acht wurden im Krankenhaus folgende Werte gemessen: ein Blutzucker von 150, der Blutdruck lag bei 150/90, bei einer Temperatur von 37,5 Grad und 54 Kilogramm Körpergewicht. Manuel:  Moment, noch einmal bitte: Wie hoch waren Blutzucker und Blutdruck? Andrea:  Der Blutzucker betrug 150 Milligramm pro Deziliter und der Blutdruck 150 zu 90. Manuel:  Jetzt habe ich es, danke. Andrea:  Frau Glück ist zurzeit beim Anziehen und Waschen vollständig auf Hilfe angewiesen. Das liegt daran, dass sie ihren Oberkörper nicht bewegen kann. Sie kann schon erste Schritte gehen, natürlich mit einem Rollator. Sie sollte es aber nicht ohne Begleitung tun, wegen der erhöhten Sturzgefahr nach der Hüftoperation. Sie ist auch noch sehr ängstlich. Frau Glück hat außerdem einen ringförmigen Dekubitus ersten Grades an der Lendenwirbelsäule und benötigt Hilfe beim Lagern, Aufstehen und Hinlegen. Manuel:  Wie ist es mit dem Essen und Trinken? Kann sie selbstständig essen? Und ist Frau Glück ansprechbar? Sie machte vor der Einweisung ins Krankenhaus einen verwirrten Eindruck auf mich. Andrea:  Laut Überleitungsbogen könnte sie alleine essen, wenn sie ihren Oberkörper besser aufrichten könnte. Momentan benötigt sie aber Hilfe. Eine Magensonde wurde aber nicht gelegt. Dafür hatte sie im Krankenhaus einen Dauerkatheter, der jetzt allerdings entfernt wurde. Frau Glück benötigt bei der Ausscheidung jedoch personelle Hilfe. Was wolltest du noch wissen, Manuel? Manuel:  Ja, ob Frau Glück ansprechbar ist. Sie wirkte manchmal desorientiert auf mich.

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Einheit 8  |  Übungen 8  | Station 2  |  Einheit 9

Andrea:  Nein, davon steht hier nichts. Sie soll gut ansprechbar sein. Die Zahnprothese kann sich Frau Glück nicht selbstständig einsetzen, wurde hier vermerkt. Und die Medikation ist auf morgens und abends je 200 mg Stoffix als SGLT-2-Hemmer festgesetzt. Unsere Ansprechpartnerin ist Schwester Zurkic, von der inneren Abteilung, und der behandelnde Arzt war Dr. Struck. Manuel, kümmerst du dich bitte um Frau Glück. Nimm doch Franca gleich mit, damit sie Frau Glück kennenlernt und bei Bedarf auch die Pflege übernehmen kann. Manuel:  Ja, das mache ich.

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Übungen

Übung 2 – Track 91 Wahrnehmung (Dialoge) s. Kursbuch, Track 85

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Station

Aufgabe 1c – Track 92

Auf der geriatrischen Station (Teil 1) Ulrike:  Frau Koch ist in den frühen Morgenstunden zur weiteren Beobachtung von der Notfallstation zu uns verlegt worden. Leider bin ich wegen zwei Entlassungen und einem Notfall noch nicht dazu gekommen, aufgenommene Werte in die Dokumente einzutragen. Lasst uns das bitte jetzt noch gemeinsam machen. Lisa, kannst du bitte die Dokumentation übernehmen? Lisa:  Ja, mache ich, Moment ich setze mich an den PC. Welche Werte soll ich zuerst eintragen? Ulrike:  Zunächst die Vitalwerte. Ich nenne dir Temperatur und Puls. Lisa:  Ok, es kann losgehen! Ulrike:  Frau Koch hat Fieber und eine Tachykardie, sie fühlt sich müde und schlecht. Ich habe folgende Werte über den Vormittag notiert: 6 Uhr, 38,9 Grad; 8 Uhr, 38,5 Grad; 10 Uhr 30, 38 Grad; vorhin um 13 Uhr waren es immer noch 38,0 Grad. Lisa:  Wie hoch war die Temperatur um 10 Uhr 30? Ulrike:  38 Grad. Lisa:  Ok, danke. Und wie sind die Pulswerte? Ulrike:  Der Puls wurd‘ immer mit der Temperatur gemessen. Ich nenne dir die Ergebnisse hintereinander: 100, 95, 95, 98. Hast du alles notiert? Lisa:  Ja, habe ich. Wie sieht es mit dem Gewicht und den Blutzuckerwerten aus? Ulrike:  Frau Koch wiegt 55 kg und hat viel zu wenig Gewicht für ihre Größe. Der Blutzuckerwert war nüchtern 60 Milligramm pro Deziliter. Nach dem Frühstück 80. Für morgen ist ein Tagesprofil vorgesehen, das Labor ist schon informiert. Der Blutdruck war um 8 Uhr 140 zu 90, um 10 Uhr 30 lag der Wert bei 130 zu 85 und vorhin um 13 Uhr war er 130 zu 80.

Lisa:  Moment, Ulrike, du bist zu schnell. Bitte wiederhole noch einmal die Blutdruckwerte. Ulrike:  Um 8 Uhr wurde 140 zu 90 gemessen, um 10 Uhr 30 lag der Wert bei 130 zu 85 und vorhin um 13 Uhr war er 130 zu 80. Lisa:  Danke, fertig.

Aufgabe 1d – Track 93

Auf der geriatrischen Station (Teil 2) Ulrike:  So, und jetzt habe ich noch den Notizzettel mit den Angaben zu den Schmerzen. Wir müssen ein Schmerzprotokoll anlegen, um eine bessere Kontrolle über den Schmerzverlauf zu haben. Frau Koch klagt über starke Schmerzen an der rechten Hüfte, dort entwickelt sich auch ein ordentlich großes Hämatom. Allerdings bekommt sie ja auch erst seit dem Morgen Schmerzmedikamente. Frau Koch konnte ihre Schmerzen bzw. die Veränderungen nach Verabreichung der Schmerzmedikation sehr gut mithilfe der numerischen Rang-Skala angeben: Heute früh um 8 Uhr konnte sie wegen der starken Schmerzen nicht zum Waschen mobilisiert werden. Sie gab neun Punkte auf der Skala an: Nach ärztlicher Verordnung bekommt sie Diclofenac morgens 50 mg, mittags 25 mg und abends 50 mg. Am Vormittag gab sie sechs in der Rang-Skala an und vorhin nach dem Mittagessen fünf. Vielleicht sind die Schmerzmittel ja ausreichend. Bitte beobachtet den Verlauf gut. Hast du alles eingetragen, Lisa? Lisa:  Ja gleich. Ich muss noch das „x“ in die Spalte für die Schmerzmedikation in das Protokoll eintragen.

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Kommunikation II

Aufgabe 1b – Track 94

Dialoge mit Personen im Gesundheitssektor 1 Magnus:  Hallo Kevin! Was machst du denn hier? Kevin:  Ich mache heute einen Tag Praktikum bei euch, bei den Johannitern. Magnus:  Hey, das find‘ ich toll. Interessierst du dich denn auch für die Ausbildung bei uns? Kevin:  Ja, vielleicht. Was macht man denn als Rettungsassistent so? Magnus:  Naja, wir leisten Erste Hilfe am Unfallort und sichern lebenswichtige Vitalfunktionen. Bis zum Eintreffen des Arztes führen wir lebensrettende Sofortmaßnahmen durch, wie z. B. die Atemwege des Patienten freihalten, Elektroschocks anwenden oder Medikamente verabreichen und so. Da geht es oft um Sekunden. Aber manchmal können wir trotzdem nicht das Schlimmste verhindern …

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Einheit 9

2 Physiotherapeutin:  Na, Herr Schlepfer! Wie geht es Ihnen heute? Herr Schlepfer:  Ja, geht so. Die Rückenschmerzen sind halt nicht besser geworden. Aber ich habe jetzt einen Zimmernachbarn, der auch zur Physiotherapie muss. Er ist in seinen Bewegungen sehr eingeschränkt und muss üben üben üben, damit seine Muskelkraft und die Koordination erhalten bleiben. Physiotherapeutin:  Sehr schön gesagt, Herr Schlepfer. Dann muss ich Ihrem Nachbarn ja gar nicht mehr erklären, was ich so mache. Das haben Sie ja sicher schon übernommen. Wir sehen uns nachher! 3 Psychotherapeutin:  Na, Frau Gold, was führt Sie zu mir? Klientin:  Ach Frau Jahn, ich weiß mir nicht mehr zu helfen. Ich habe in der Nacht immer so Angst- bzw. Panikattacken. Und wenn ich das jemandem erzähle, sagt er immer, ich soll mich beruhigen. Aber ich kann das dann nicht … Ich bin so unglücklich … Psychotherapeutin:  Erzählen Sie doch mal genau. Haben Sie eine Idee, woher Ihre Angststörung kommt? Kennen Sie einen Auslöser? Klientin:  Ja, ich habe seit einiger Zeit Stress mit meinem Freund … 4 Ernährungsberaterin:  Hallo zusammen, ich freue mich, dass Sie so zahlreich erschienen sind! Ich wollte Ihnen nun meinen Beruf vorstellen, der mir wirklich große Freude bereitet. Ich vermittle Wissen über gesunde Ernährung, spezielle Ernährungsweisen oder verschiedene Diätformen. In Pflegeeinrichtungen berate ich die Bewohner zum Thema Ernährung und ernährungsbedingte Erkrankungen. Frau:  Dazu habe ich eine Frage: Worin unterscheidet sich Ihr Beruf von dem des Diabetesberaters? Ernährungsberaterin:  Gut, dass Sie das fragen. Ich habe mich gerade letztes Jahr zum Diabetesberater fortgebildet. Das ist also eine Spezialisierung von Ernährungsberatern. Als Diabetesberater informiere und berate ich über die verschiedenen Diabetes-Erkrankungen, erstelle Ernährungspläne und führe Diabetikerschulungen durch. Im Rahmen von Gesprächen, Vorträgen oder Kursen kläre ich über Diabetes im Allgemeinen und über Vorbeuge- und Therapiemaßnahmen im Besonderen auf. Ach ja, fast hätte ich es vergessen zu sagen: Um als Ernährungs- oder Diabetesberater zu arbeiten, sind medizinische oder pflegerische Kenntnisse von Vorteil. 5 Markus:  Hallo Jens, kommst du mit in die Kantine? Jens:  Nein, sorry, ich wurde grad zur Klinikverwaltung gerufen … Wie das nervt!! Da wurde man im Studium für medizinische Aufgaben, von der Diagnose und Therapie von Krankheiten bis hin zu Maßnahmen zur Verhütung

von Erkrankungen ausgebildet – und nun muss ich mich vermehrt um Verwaltungstätigkeiten kümmern. Darauf hat man uns im Studium leider nicht vorbereitet. Markus:  Dann nichts wie hin! Ich hab nach dem Mittagessen eine OP. Aber vielleicht sehen wir uns später noch. Ciao. 6 Olaf:  Nina, und wie geht es dir hier bei uns? Nina:  Eigentlich sehr gut. Ich finde eure Arbeit echt super spannend. Ich hätte ja nie gedacht, dass die Arbeit so vielfältig ist. Olaf:  Echt nicht? Ja, viele denken, es geht nur um Blut­ abnehmen und analysieren. Und ein bisschen durchs Mikroskop gucken. Aber es ist viel komplexer. Wir ­arbeiten mit großen Analysestraßen und modernsten Techniken. Nina:  Ja, und wir arbeiten ja auch viel mit den Patienten und wenden da diese Techniken an. Ich find das echt klasse! Und es bedeutet ja auch eine große Verantwortung … 7 Carmen:  Hallo Amira! Amira:  Hallo Carmen! Carmen:  Sag mal, was ich dich schon lange fragen wollte: Hast du eigentlich in Spanien Krankenpflege studiert? Also einen Bachelor gemacht? In Deutschland gibt es das ja mittlerweile auch. Ich habe aber noch eine ganz normale Ausbildung gemacht – aber ich finde das Studium spannend und man hat danach viel mehr Kompetenzen. Amira:  In Spanien gibt es den Studiengang schon lange, ich habe ihn ebenfalls studiert. Bei uns sind die Aufgaben und Verantwortungen in der Pflege anders geordnet als in Deutschland. Ich muss dort viel mehr medizinische Entscheidungen und Verantwortungen übernehmen. Ihr in Deutschland dürft in der Behandlungspflege ja nur auf ärztliche Anordnung und Weisung arbeiten. Außerdem führen die Pflegefachkräfte hier in Deutschland auch die Grundpflege durch, das machen bei uns die Pflegehilfskräfte. Carmen:  Da bist du ja in Deutschland ziemlich überqualifiziert … Amira:  Ja, aber die Arbeit macht mir trotzdem viel Spaß. Ich arbeite gerne mit alten Leuten …

Aufgabe 5a – Track 95 Zwei Telefongespräche

1 Judith Casas:  Seniorenresidenz ‚Zum Sonnenschein‘, guten Tag. Frau Ott-Berger:  Hallo, mein Name ist Ott-Berger. Meine Mutter ist wieder aus dem Krankenhaus entlassen worden!! Warum melden Sie sich nicht bei mir?! Wie geht’s ihr?

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J. Casas:  Wer ist entlassen worden? Entschuldigung, mit wem spreche ich? Frau Ott-Berger:  Ich bin Frau Ott-Berger. Meine Mutter wurde entlassen. Frau Casas. Ich würde gerne wissen, wie es ihr geht. Können Sie mich mit jemandem verbinden, der Ahnung hat? J. Casas:  Frau Ott-Berger, dazu kann ich Ihnen Folgendes sagen: Ich kann Ihnen leider keine Auskunft erteilen. Der Kollege, der ihre Mutter betreut, ist zurzeit auch nicht da, er ist zu Tisch. Sie müssten später erneut anrufen. Frau Ott-Berger:  Das kann doch wohl nicht wahr sein! Der Kollege zu Tisch und Sie wissen von gar nichts. Da werde ich mal den Vorgesetzten informieren müssen. J. Casas:  Tun Sie, was Sie nicht lassen können. Wir haben hier genug zu tun. Schönen Tag noch. Frau Ott-Berger:  Oh Mann, das hätte sie nun wirklich auch freundlicher sagen können … 2 automatische Ansage:  Drücken Sie die 1, um mit der Zentrale verbunden zu werden. Drücken Sie die 2, um mit den Wohnbereichen verbunden zu werden. Drücken Sie die 3, um mit der Leitung des Hauses verbunden zu werden. :  (…) Pavel:  Guten Tag, Haus Zum Sonnenschein, Wohnbereich ‚Kastanie‘, Pavel Morlock am Telefon, wie kann ich Ihnen helfen? Frau Ott-Berger:  Hallo, mein Name ist Ott-Berger. Ich rufe wegen meiner Mutter an. Ist sie plötzlich aus dem Krankenhaus entlassen worden? Pavel:  Hallo Frau Ott-Berger, schön, dass Sie anrufen, wir haben schon mehrmals versucht, Sie zu erreichen, leider ohne Erfolg. Frau Ott, ähm, ich meine Ihre Mutter, wurde gestern aus dem Krankenhaus entlassen und ist jetzt wieder bei uns. Leider hat man weder Sie noch uns benachrichtigt, dass sie entlassen wurde. Aber ein netter Taxifahrer hat sich ihrer angenommen und sie zu uns gebracht. Wieso es zu einer Entlassung kommen konnte, von der wir nichts wussten, klären wir gerade mit dem Krankenhaus. Ihrer Mutter geht es aber gut, sie ist nur noch etwas schwach. Pfleger Manuel, den Ihre Mutter ja schon kennt, kümmert sich wieder um sie. Vielleicht möchten Sie vorbeikommen und Ihre Mutter besuchen? Frau Ott-Berger:  Es geht ihr also gut? Gott sei Dank! Von dem behandelnden Arzt, der meine Mutter operiert hat, habe ich ja auch gar nichts gehört. Alles, was ich wissen wollte, musste ich selbst in Erfahrung bringen. Pavel:  Na, das scheint alles nicht so gut gelaufen zu sein. Doch Sie können beruhigt sein, Ihrer Mutter geht es gut. Sie hat die Operation gut überstanden, worüber wir uns alle sehr freuen. Möchten Sie vorbeikommen? Ihre Mutter wäre sicher sehr glücklich. Nachmittags würde es gut passen, kommen Sie doch nach der Mittagsruhe vorbei. Frau Ott-Berger:  Ja, das mache ich. Ich komme heute noch vorbei. Nach der Mittagsruhe, sagten Sie?

Pavel:  Richtig. Ab 15.30 Uhr. Schön, dann können wir auch kurz über die Angelegenheit mit dem Krankenhaus sprechen. Frau Ott-Berger:  Wunderbar. Tschüs, Herr Morlock und bis später. Pavel:  Auf Wiederhören, Frau Ott-Berger.

Aufgabe 8a – Track 96 Die Panne mit Frau Ott

Pavel:  Ja guten Tag, hier Pavel Morlock von der Senioren­ residenz „Zum Sonnenschein“. Ich würde gerne mit der Pflegedienstleitung sprechen. Telefonistin:  Ich verbinde. Hallo? Entschuldigen Sie, Frau Gremmel von der Pflegedienstleitung ist heute nicht im Haus. Kann ich ihr etwas ausrichten? Pavel:  Nein, das ist zu kompliziert. Kann ich denn mit der Stationsleiterin auf der Inneren sprechen? Telefonistin:  Ja natürlich, das ist Frau Biermann – ich versuche, Sie zu verbinden. Frau Biermann:  Guten Morgen, hier Angela Biermann. Station 7. Pavel:  Hier Pavel Morlock von der Seniorenresidenz „Zum Sonnenschein“. Ich rufe wegen Frau Ott an, einer Patientin aus unserer Einrichtung. Sie wurde gestern entlassen, es wurde aber niemand informiert, weder die Tochter, Frau Ott-Berger, noch unsere Einrichtung. Frau Ott-Berger war nun extra zur Klinik gefahren und fand ihre Mutter nicht vor. Und auf Station wusste niemand, ob sie nun abgeholt wurde oder nicht. Frau Biermann:  Davon weiß ich leider nichts. Pavel:  Spreche ich nicht mit der Stationsleiterin? Frau Biermann:  Doch, aber Sie wissen ja, wie das ist: Wir sind unterbesetzt, Personalmangel. Sie wissen schon. Pavel:  Aber Sie müssen doch informiert sein, ob eine 87-jährige gebrechliche Patientin abgeholt wurde oder nicht! Frau Ott-Berger, die Tochter der Bewohnerin, war jedenfalls sehr erzürnt darüber, dass man ihr nicht Bescheid gegeben hat. Wenn sie gewusst hätte, dass ihre Mutter entlassen wird, hätte sie sich weite Wege sparen können. Frau Biermann:  Dann hätte die Tochter uns das bei der Aufnahme angeben müssen. Pavel:  Ist das bei Ihnen nicht selbstverständlich bei 87-Jährigen? Frau Biermann:  Hmm, naja, manche 87-Jährige sind ja auch noch sehr fit. Und wir haben einfach zu wenig Zeit. Pavel:  Das kann doch wohl nicht wahr sein … Ich bleibe dabei: Sie hätten das Pflegeheim auf jeden Fall informieren müssen. Frau Biermann:  Hätte hätte … Nun ist es so, wie es ist. Ich habe jetzt auch keine Zeit mehr – wir haben hier ja auch noch andere Patienten … Pavel:  Bedeutet das, dass Sie uns aufgrund von Zeitmangel nicht informiert haben, dass die fast 90-jährige Dame entlassen wurde? Frau Biermann, ich bitte Sie zur Kenntnis zu nehmen, dass wir das so nicht stehen

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Einheit 9  |  Einheit 10

lassen können. Wir werden uns schriftlich an Ihre Vorgesetzte, die Pflegedienstleitung, wenden. Ihnen noch einen schönen Tag! Auf Wiederhören, Frau Biermann. Frau Biermann:  Wiederhören. … Wenn ich geahnt hätte, was das jetzt für einen Ärger gibt, hätte ich das Telefonat nicht angenommen …

10 Gemeinsam aktiv im Alter Aufgabe 2b – Track 97

Die Suche nach einem Pflegeheim 1 Person 1:  Hmm, mal sehen, ob wir hier für unseren Vater ein nettes Pflegeheim finden. Naja, jemanden zum Haare­schneiden braucht er sicher nicht … Aber er liest total gern. Egal, ob Buch oder im Internet, er liest alles, was ihm zwischen die Finger kommt. 2 Person 2:  Meine Mutter ist zuckerkrank, aber sie hält sich nicht an die Empfehlungen, was sie essen darf und was nicht, … Naja, und dann steigt ihr Blutzucker wieder an. Mich wundert, dass sie so nachlässig mit ihrem Zucker umgeht, denn eigentlich ist sie ziemlich ängstlich. Aber vielleicht denkt sie auch, Gott wird es richten. Sie ist sehr gläubig. 3 Person 3:  Meine Tante war früher deutsche Meisterin im Standardtanzen und Landesmeisterin Im Butterfly. Sie hat sich immer gerne bewegt und macht es auch heute noch gerne. Eigentlich müsste sie nicht in ein Seniorenheim, aber sie möchte es gerne. Vielleicht hat sie ein bisschen Angst vor dem Alleinesein … 4 Person 4:  Mein Vater ist leider etwas dement und benötigt viel Entspannung. Auch viel Unruhe um sich herum verträgt er nicht. Er ist nicht mehr besonders fit, liebt es aber, spazieren zu gehen, und verbringt gerne die Zeit auf einer ruhigen Parkbank. 5 Person 5:  Meine Mutter war schon immer eine „grande ­dame“, oder wie man das nett. Sie ist immer sehr ­gepflegt und macht sich noch immer für die Männerwelt schön. Außerdem muss sie sich stets sicher und geborgen fühlen. 6 Person 6:  Mein Onkel war lange in einer Dementen-WG. Aus der Zeit liebt er es, Karten zu spielen – oder auch Brettspiele wie Schach oder Mühle. Er fühlt sich im Wasser pudelwohl. Was er allerdings überhaupt nicht ausstehen kann, sind Tanztees oder ähnliche gesellschaftliche Events …

Aufgabe 3b – Track 98

Das ‚Rundum-gepflegt‘-Angebot Telefonistin:  Altenpflegeeinrichtung „Zum Sonnenschein“, Grüß Gott. Andreas Bauer:  Guten Tag, mein Name ist Andreas Bauer. Ich bin auf der Suche nach einer Einrichtung für meinen Vater und hätte da ein paar Fragen zu Ihrem Pflege- und Betreuungskonzept und dem Angebot ‚Rundum-gepflegt‘. Bin ich da bei Ihnen richtig? Telefonistin:  Guten Tag, Herr Bauer. Ich verbinde Sie am besten mit unserer Gerontologin Frau Kamolo vom ­Sozialen Dienst, die für die Aufnahmen zuständig ist. Sie weiß da am besten Bescheid. T. Kamolo:  Guten Tag, Theresa Kamolo am Telefon. Was kann ich für Sie tun? Andreas Bauer:  Ja, Hallo, Andreas Bauer hier. Ich bin auf der Suche nach einer vollstationären Einrichtung für meinen Vater. Ein Bekannter hat mir von Ihrer Einrichtung erzählt. Ich glaube, seine Mutter ist bei Ihnen … Er ist jedenfalls ganz begeistert. So, und jetzt bin ich dabei, mir für meinen Vater unterschiedliche Angebote einzuholen. T. Kamolo:  Ja, das verstehe ich. Ich kann Ihnen gerne unser ‚Rundum-gepflegt‘-Angebot vorstellen. Es ist in drei Bereiche unterteilt. Bei dem ersten Bereich geht es um die Sicherheit. Unser Haus bietet den Service eines eigenen Rettungs­ assistenten, außerdem sind zwei Arztpraxen in un­ mittelbarer Nähe. Die Rufbereitschaft über das Notklingelsystem besteht natürlich 24 Stunden und 7 Tage pro Woche, die Betreuung durch Pflegekräfte ebenfalls. Der zweite Bereich befasst sich mit Beschäftigung und Motivation. Wir bieten ein tolles Wellnessangebot, von A wie Aufguss über M wie Massage bis hin zu Z wie Zucchini-Diät. Täglich von 7 bis 16 Uhr Massagen, Saunagänge und Wassergymnastik. Als Erweiterung bieten wir von Donnerstag bis Samstag ein Kulturprogramm an – freie Aufführungen, Videoabende oder Musikkonzerte. Unsere Sportkurse ergänzen das Angebot und haben eine prophylaktische Wirkung. Der dritte Bereich umfasst das Private, also das Persönliche. Ein Frisörsalon ist ganz in der Nähe und im Hause selbst werden regelmäßig Gottesdienste angeboten. Möchten Sie die Unterlagen mit weiteren Informationen nach Hause geschickt bekommen? Ich schicke Ihnen gerne alles zu. Andreas Bauer:  Das hört sich ja gut an. Findet denn die Pflege durch Pflegefachkräfte statt? Oder durch Pflegehilfskräfte? T. Kamolo:  Die Pflege und Betreuung unserer Bewohner stellen wir durch verschiedene Berufsgruppen sicher. In der Pflege sind bei uns Pflegefachkräfte, Pflegehilfskräfte und Rettungsassistenten angestellt. Für den Bereich der sozialen Betreuung sind Alltagsbetreuer und Ergotherapeuten beschäftigt.

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Im Bereich der Hauswirtschaft/Küche arbeitet sogar eine Ernährungsberaterin. Außerdem arbeiten wir mit Physiotherapeuten, Psychologen und Ärzten zusammen.

Aufgabe 3c – Track 99

Herrn Bauers Vater möchte ins Pflegeheim T. Kamolo:  Wann planen Sie denn einen eventuellen Umzug Ihres Vaters? Andreas Bauer:  Naja, mein Vater – er wird übrigens in Kürze 80 – hat sich nun in den Kopf gesetzt, dass er in drei Monaten umziehen will. Wissen Sie, er hat sich nun letztlich doch freiwillig entschieden, dass er in ein Altenpflegeheim möchte. Zuerst wollte er noch zu seiner Tochter, also meiner Halbschwester ziehen, dann nach Ulm, wo seine Frau beerdigt wurde, und nun ist es ein Pflegeheim in Bayern geworden. Dabei bleibt er nun. Nachdem ihm ein Therapeut gesagt hat, dass er langsam dement wird und sich zudem aufgrund seiner Arthrose vielleicht bald nicht mehr selbst versorgen kann, ist er zu dieser Entscheidung gekommen. Wir Kinder haben da gar keinen Druck auf ihn ausgeübt. (…) T. Kamolo:  Entschuldigen Sie, das ist ein wichtiger Anruf – ich muss dazu ganz kurz raus. Pardon … Da bin ich wieder. Also, ich fasse dann mal kurz zusammen: Ihr Vater möchte in drei Monaten aufgrund einer beginnenden Demenz freiwillig in unsere Einrichtung ziehen. Richtig? Andreas Bauer:  So ist es. Könnten Sie mir dann alle Unterlagen zusenden, die mein Vater braucht? T. Kamolo:  Ja gerne, wie ist denn Ihre Adresse? Andreas Bauer:  Die ist …

Aufgabe 5a – Track 100 Das Aufnahmegespräch

Anna Liesigk:  Guten Tag Herr Bauer, es freut mich, dass Sie sich für unsere Einrichtung entschieden haben. Damit sich Ihr Vater bei uns wohlfühlt, sind wir auf Ihre Hilfe angewiesen. Es geht mir um seine Vorlieben, Gewohnheiten und natürlich auch um den aktuellen Gesundheitszustand. Ich habe hier einen entsprechenden Fragebogen, den wir gemeinsam durchgehen werden. Lassen Sie sich bitte nicht davon stören, dass ich mir Notizen mache, während Sie sprechen. Fangen wir zunächst mit den biografischen Angaben an: Woher stammt ihr Vater? Andreas Bauer:  Woher mein Vater stammt? Ich verstehe nicht ganz … Warum wollen Sie das denn wissen? Anna Liesigk:  Dadurch dass wir die Lebensgeschichte unserer Bewohner erheben, sorgen wir dafür, dass wir auf sie eingehen können. Dadurch können zum Beispiel auch unsere Beschäftigungsangebote tatsächlich den Bedürfnissen der Bewohner entsprechen. Stellen Sie sich vor, wir würden Ihren Vater regelmäßig auffordern, an der Wassergymnastik teilzunehmen, und wissen gar nicht, dass er vielleicht gar nicht schwimmen kann und

Angst davor hat, in ein Schwimmbecken zu gehen. Solche potenziellen Interessenskonflikte versuchen wir zu vermeiden, indem wir detailliert nach den Erfahrungen der Bewohner fragen. Andreas Bauer:  Ich verstehe. Es ist halt so, dass mein Vater ein sehr zurückhaltender Mensch ist, der nicht gerne viel von sich preisgibt. Womit wir ja wieder beim Thema wären – mein Vater stammt aus Schlesien, seine Familie wurde nach dem Krieg vertrieben. Er ist 1949 oder 1948 nach Niedersachsen gekommen, hat uns Kindern aber nie viel über seine Kindheit und die Flucht erzählt. Anna Liesigk:  Sehen Sie, das ist zum Beispiel eine wichtige Information für uns – dass Ihr Vater zur Vertriebenengeneration gehört und nicht gerne darüber spricht. Worauf sollten wir noch achten? Andreas Bauer:  Naja, sobald Sie anfangen, mit ihm über Politik zu sprechen, wird er sehr schnell laut. Da hat er auch manchmal komische Ansichten. Anna Liesigk:  Gut, das habe ich mir notiert. Andreas Bauer:  1953 hat mein Vater dann meine Mutter kennengelernt, während einer Veranstaltung der örtlichen Feuerwehr. Ihre Familie stammte ebenfalls aus Schlesien und sie hatten sich gleich viel zu erzählen. Das hat die beiden auch später noch beschäftigt. ­Worüber sie genau gesprochen haben, das haben wir Kinder aber nie erfahren. Sechs Jahre später haben meine Eltern dann geheiratet. Mein Vater arbeitete bei der Bundesbahn und verdiente ganz gut, sodass sich meine Mutter um uns kümmern konnte – ich habe nämlich noch zwei Brüder. Meine Mutter hat bei uns die Familie zusammengehalten, den Kontakt zu Verwandten gepflegt und sich auch um meinen Vater gekümmert, der nach einem Unfall in Frührente gehen musste. Davon hat er sich auch nicht mehr erholt. Anna Liesigk:  Wovon genau hat er sich nicht mehr erholt? Von dem Unfall? Andreas Bauer:  Ja, sofern Sie damit seine Arbeitslosigkeit meinen. Es war nicht der Unfall selbst, sondern dessen Folgen. Dadurch dass er nach dem Unfall keine Aufgaben mehr hatte und durch die Frühpensionierung auch weniger Einkommen, wurde er depressiv. Meine Mutter hat ihn nach dem Unfall gepflegt und ihm Mut gemacht, indem sie neue Beschäftigungen und Aufgaben für ihn fand. Anna Liesigk:  Und welche Aufgaben waren das? Andreas Bauer:  Sie nahm ihn mit zu den Veranstaltungen des Kleingartenvereins ‚Niederaue‘, sie war dort im Vorstand aktiv. Mein Vater hat sich dann tatsächlich immer mehr engagiert und konnte nach einer Weile seinen Tagesablauf auch wieder selbstständig gestalten. Bis zum Tod meiner Mutter. Seitdem geht es ihm wieder ziemlich schlecht, und er hat sich seitdem sehr verändert.

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Aufgabe 6a – Track 101

Die Antworten von Frau Liesigk Anna Liesigk:  Dadurch dass wir die Lebensgeschichten unserer Bewohner erheben, sorgen wir dafür, dass wir auf sie eingehen können. Dadurch können zum Beispiel auch unsere Beschäftigungsangebote tatsächlich den Bedürfnissen der Bewohner entsprechen. Stellen Sie sich vor, wir würden Ihren Vater regelmäßig auffordern, an der Wassergymnastik teilzunehmen, und wissen gar nicht, dass er vielleicht gar nicht schwimmen kann und Angst davor hat, in ein Schwimmbecken zu gehen. Solche potenziellen Interessenskonflikte versuchen wir zu vermeiden, indem wir detailliert nach den Erfahrungen der Bewohner fragen.

Aufgabe 12a – Track 102 Aktivitäten für jedermann

1 Sitztanz Generell spricht der Sitztanz vor allem all die Personen an, die früher gerne das Tanzbein geschwungen haben. Jemand, der früher gern tanzen war, der wird am Sitztanz Freude haben – gerade, wenn er sich jetzt nicht mehr sicher auf den Beinen fühlt. Wer also Tanzen liebt, sollte es unbedingt probieren ;-) Die Kursleiterin gibt die Bewegungen vor, die Teilnehmer folgen den Anweisungen. Wem das nicht gelingt, schaut einfach, was die Leiterin vormacht, und ahmt das nach. Wen auch das überfordert, der bewegt sich ganz einfach im eigenen Rhythmus zur Musik. … Die Teilnehmer setzen sich zunächst nebeneinander hin. Sobald die Musik einsetzt, richten sich alle Teilnehmer nach der Kursleiterin, deren Kreativität nun gefragt ist. Man könnte zum Beispiel zuerst die Beine übereinander schlagen, erst das linke, dann das rechte. Dann könnte man die Anweisung geben, dass die Teilnehmer aufstehen und sich je zwei zueinander hindrehen und ihre Handteller aneinander legen … – und so fort. Hier können sowohl Menschen mit Gleichgewichtsproblemen oder Bewegungseinschränkungen als auch Menschen mit Demenz teilnehmen. 2 Eierwettlauf Bei diesem, auch von Kindern gern gespieltem Spiel sitzen die Teilnehmer in einem Kreis. Sie benötigen einen Löffel für jeden Teilnehmer und mindestens ein hart gekochtes Ei oder einen Tischtennisball. Geben Sie jedem Teilnehmer einen Löffel. Der- oder diejenige, der oder die links von Ihnen sitzt, legt das Ei auf den Löffel. Das Ei darf jetzt nicht mehr mit den Händen berührt werden. Die Teilnehmer geben jetzt den Löffel mit dem Ei im Kreis herum. Wenn Sie viele Teilnehmer haben, können Sie auch zwei Gruppen bilden und diese gegeneinander antreten lassen. Die Gruppe, die den Löffel am schnellsten kreisen lässt, ohne dabei das Ei zu verlieren, hat gewonnen. Das Spiel fördert Feinmotorik, Koordination und den Gleichgewichtssinn und bringt den Teilnehmern viel Freude.

3 Sommerspiel Sie benötigen: Utensilien zum Sommer, z. B. Sonnencreme, einen Sonnenhut, eine Badehose, einen Badeanzug oder eine Badekappe, ein Handtuch, einen Wasserball, Holzkohle, Bilder von Sommerblumen, eine Sonne (z. B. aus Pappe, Stoff oder als Bild). Verteilen Sie zuerst die Gegenstände in der Gruppe. Ihre Teilnehmer sollen die Gegenstände, die sie in den Händen halten, benennen. Wer spontan etwas zu einem der Gegenstände sagen möchte, sollte dies auch tun können. Wenn Sie möchten, können Sie unmittelbar darauf auch Fragen zur Biografie stellen. Mögliche Fragen wären: An was denken Sie zuerst, wenn Sie das Wort „Sommer“ hören? Was haben Sie als Kind in den Sommerferien gemacht? Gab es eine Urlaubsreise, an die Sie sich besonders gerne erinnern? Haben Sie früher gerne gegrillt? Im Anschluss daran können Sie kleine Bewegungsübungen machen und die Teilnehmer auffordern, sich den Sonnenhut aufzusetzen, sich mit dem Handtuch „abzutrocknen“, den Wasserball einer anderen Person zuzuwerfen usw. Abschließend können Sie zu einem Gedächtnistraining übergehen, indem Sie Wörter mit „Sommer“ sammeln oder Ähnliches. Das Spiel eignet sich als Gedächtnis- und Konzentrationsübung sowie als Einstieg in die Biografiearbeit sowohl für Demenzerkrankte als auch für nicht demente Personen. 4 Kofferpacken Das Spiel dient der Konzentrationsförderung und dem Gedächtnistraining. Bilden Sie zunächst einen Stuhlkreis. Die Person links von Ihnen beginnt mit den Worten: „Ich packe meinen Koffer und ich nehme … mit.“ Die darauffolgende Person muss nun den Gegenstand des Vorredners nennen und einen weiteren Gegenstand in den Koffer „packen“. Sie können das Spiel thematisch einengen oder es bewusst offen gestalten. 5 Hier gibt es … Das Spiel ist besonders für Demenzerkrankte geeignet. Bereiten Sie den Raum vor, indem Sie möglichst viele unterschiedliche Gegenstände im Raum verteilen. Bilden Sie jetzt mit den Teilnehmern einen Stuhlkreis. Sie benennen nun die Gegenstände im Raum, z. B. „In dem Raum gibt es einen Teddy­ bären.“ oder „In dem Raum gibt es einen Wandkalender.“ Die Teilnehmer müssen nun auf den genannten Gegenstand ­zeigen. Das Spiel fördert das Gedächtnis, die Feinmotorik sowie die Hand-Auge-Koordination. 6 Rechenspiel Sie benötigen für das Spiel Zahlenkarten von 1 bis 20 und Rechenzeichen, wie Plus und Minus. Legen Sie einen gemischten Stapel von Zahlenkarten und Rechenzeichen vor die Teilnehmer. Der älteste Teilnehmer beginnt. Die Teilnehmer ziehen nacheinander Zahlenkarten und Rechenzeichen und addieren bzw. subtrahieren die Zahlen. Wer zuerst eine zuvor festgelegte Zahl (z. B. 50) erreicht hat, hat gewonnen. Das Spiel fördert die Konzentration und das Gedächtnis und kann bei leichten Aufgaben auch mit Demenzerkrankten gespielt werden.

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Einheit 10  |  Übungen 10

Aufgabe 13a – Track 103 Der Sitztanz

Sitztanz Generell spricht der Sitztanz vor allem all die Personen an, die früher gerne das Tanzbein geschwungen haben. Jemand, der früher gern tanzen war, der wird am Sitztanz Freude haben – gerade, wenn er sich jetzt nicht mehr sicher auf den Beinen fühlt. Wer also Tanzen liebt, sollte es unbedingt probieren ;-) Die Kursleiterin gibt die Bewegungen vor, die Teilnehmer folgen den Anweisungen. Wem das nicht gelingt, schaut einfach, was die Leiterin vormacht, und ahmt das nach. Wen auch das überfordert, der bewegt sich ganz einfach im eigenen Rhythmus zur Musik. … Die Teilnehmer setzen sich zunächst nebeneinander hin. Sobald die Musik einsetzt, richten sich alle Teilnehmer nach der Kursleiterin, deren Kreativität nun gefragt ist. Man könnte zum Beispiel zuerst die Beine übereinander schlagen, erst das linke, dann das rechte. Dann könnte man die Anweisung geben, dass die Teilnehmer aufstehen und sich je zwei zueinander hindrehen und ihre Handteller aneinander legen … – und so fort. Hier können sowohl Menschen mit Gleichgewichtsproblemen oder Bewegungseinschränkungen als auch Menschen mit Demenz teilnehmen.

Aufgabe 16a – Track 104 Die Dementen-WG

Saida:  Sag mal, Manuel, hast du den Artikel über die Dementen-WG gesehen? Manuel:  Nee, wo ist der denn, Saida? Saida:  Na hier in dem Ausbildungs-Blatt. Hört sich echt gut an. Lies mal. Manuel:  Wow, das ist ja ein tolles Konzept. Da können demente Menschen ja ganz selbstbestimmt zusammenleben und müssen gar nicht in ein Pflegeheim ziehen. Klasse!!

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Übungen

Übung 8b – Track 105

Aufnahmegespräch mit Angehörigen Anna Liesigk:  Können Sie genauer beschreiben, wie die Veränderungen bei Ihrem Vater aussehen? Angehöriger:  Na ja, in letzter Zeit vergisst er immer mehr. Er bekommt Unterstützung bei der Behandlung seines Übergewichtes, aber er hält seine Diätvorschriften immer öfter nicht mehr ein, isst Süßigkeiten und so … Anna Liesigk:  Wie schätzen Sie denn seine körperliche Verfassung ein? Angehöriger:  Er ist oft schlapp und hat dann keine Lust mehr, einkaufen zu gehen oder einen Freund zu besuchen. Anna Liesigk:  Wie sieht es mit der Mobilität aus? Gibt es Einschränkungen?

Angehöriger:  Eigentlich ganz gut, auch wenn er nicht mehr weit gehen kann. Das größte Problem sind seine Augen. Dadurch dass er immer schlechter sieht, ist er sehr ängstlich geworden. Das schränkt ihn sehr ein. Anna Liesigk:  Aber das Hörvermögen ist nicht beeinträchtigt? Angehöriger:  Nein, er hört noch ziemlich gut. Nur den Fernseher stellt er etwas lauter ein, aber nicht sehr.

Übung 9a – Track 106

Frau Becker zieht ins Pflegeheim (Aufnahmegespräch) Anna Liesigk:  Guten Tag, Frau Diersberg. Es freut mich, dass Sie und Ihre Mutter sich für unsere Einrichtung entschieden haben. Ich würde gern etwas mehr über Ihre Mutter erfahren, damit wir sie optimal betreuen können. Fangen wir mit den biografischen Angaben an. Woher stammt Ihre Mutter? Frau Diersberg:  Meine Mutter stammt aus einem kleinen Ort in Sachsen, im Erzgebirge. Sie ist aber nach der Mittelschule nach Dresden gezogen und hat dort auch ihre Ausbildung als Krankenschwester gemacht. Anna Liesigk:  Hat ihre Mutter lieber auf dem Land oder in der Stadt gewohnt? Frau Diersberg:  Eindeutig in der Stadt. Sie hat nie viel über ihre Kindheit erzählt, aber ich glaube, sie mochte das Leben und die landwirtschaftliche Arbeit in dem Dorf gar nicht. Viel lieber hat sie über Dresden und Berlin gesprochen. Anna Liesigk:  Über Berlin? Was hat sie dort erlebt? Frau Diersberg:  Ja, meine Mutter ist noch vor dem Bau der Mauer nach Westberlin gegangen. Sie erzählt oft von der Zeit in den späten 50er- und frühen 60er-Jahren. Wissen Sie, sie hat Rock ‚n‘ Roll getanzt. Dabei hat sie dann auch ihren ersten Mann kennengelernt. Anna Liesigk:  Wie lange war Ihre Mutter verheiratet? Frau Diersberg:  18 Jahre. Ich und meine beiden Geschwister sind in dieser Zeit geboren, aber als ich elf Jahre alt war, haben sich meine Eltern getrennt. Anna Liesigk:  Dann hat ihre Mutter danach allein für Sie und Ihre Geschwister gesorgt? Hat sie in ihrem Beruf gearbeitet? Frau Diersberg:  Ja, mein Vater hat sich kaum noch um uns gekümmert, aber er hat Unterhalt bezahlt. Trotzdem musste meine Mutter arbeiten. Aber eigentlich hat sie das auch gern getan. Sie mochte ihren Beruf als Krankenschwester. Anna Liesigk:  Blieb Ihre Mutter denn lange allein? Frau Diersberg:  Zunächst schon, aber 1986 – wir waren schon aus dem Haus – hat sie ihren zweiten Mann geheiratet. Aber sie kannten sich schon länger, nur haben wir davon gar nicht viel mitbekommen. Erst später, als ich schon erwachsen war, hat sie mir erzählt, dass er ihre große Liebe war. Ich glaube, in dieser Zeit war sie sehr glücklich. Leider ist Willibald 1998 an Krebs gestorben. Das war ziemlich hart für sie. Zuerst hat ihr

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Übungen 10  |  EInheit 11

die Arbeit noch geholfen, aber 2000 ging sie ja in Rente. In dieser Zeit haben wir Kinder uns Sorgen gemacht, weil sie sehr traurig war und sich für nichts mehr interessierte. In dieser Zeit haben wir sie viel besucht. Nach und nach ist es dann besser geworden und sie hat sich wieder um ihre Freunde gekümmert und angefangen, Dinge für sich zu tun. Denn eigentlich ist meine Mutter ein lebensfroher Mensch und gerne aktiv. Anna Liesigk:  Was glauben Sie, warum hat sich Ihre Mutter so verändert? Frau Diersberg:  Ein Grund ist sicher der Diabetes, die sie seit 2008 hat. Am Anfang war es kein Problem, sie hat sich beraten lassen, nach der Krankheit gelebt und ist auch regelmäßig zum Arzt gegangen. Nach dem Umzug 2008 war auch noch alles okay. Die kleinere Wohnung und auch die neuen Nachbarn waren eine Erleichterung für sie. Aber dann verschlechterten sich die Werte, sie musste spritzen und kam schließlich immer schlechter mit dem Diabetes zurecht. Seit 2012 kam dann zweimal täglich eine Hauspflege, die ihr das Insulin gespritzt hat und überhaupt ein bisschen nach dem Rechten sah. Auch ich habe ihr regelmäßig geholfen, im Haushalt und so … Anna Liesigk:  Das hört sich doch eigentlich ganz gut an? Warum und wie ist sie heute beeinträchtigt? Frau Diersberg:  Na ja, nach und nach, vor allem die letzten zwei Jahre hat sich ihr Zustand verschlechtert. Körperlich geht es ihr eigentlich noch ganz gut. Aber sie wird immer unbeweglicher, auch weil sie keine Gymnastik mehr macht und kaum noch aus dem Haus geht. Ich denke, das Problem ist eher psychischer Natur … Anna Liesigk:  Was meinen Sie damit genau? Können Sie das genauer erklären? Frau Diersberg:  Na ja, für meine Mutter war es immer sehr wichtig, unabhängig zu sein. Sie hat zum Beispiel meine Hilfe nie gern angenommen, und es gab oft Streit, weil sie sich „bemuttert“ fühlte. Seit sie tatsächlich auf Hilfe angewiesen ist, wirkt sie so resigniert. Sie streitet nicht mehr – mittlerweile vermisse ich das sogar –, aber sie macht eben auch kaum noch was. Sie sitzt einfach stundenlang vor dem Fernseher und isst dabei lauter Zeugs, von dem sie genau weiß, dass es nicht gut für sie ist. Anna Liesigk:  Ja, ich denke, es war eine gute Entscheidung, Ihre Mutter da rauszuholen. Hier können wir mit der Zeit bestimmt wieder viele ihrer Interessen wecken und so ihren Lebensmut erhöhen. Frau Diersberg:  Das hoffe ich sehr, Aber leicht wird das bestimmt nicht. Meine Mutter hat sich nur sehr widerstrebend der Entscheidung für das Heim angeschlossen … Sie wird am Anfang bestimmt nicht kooperieren. Anna Liesigk:  Das kennen wir. Wir werden uns Gedanken über ein sinnvolles Beschäftigungs- und Pflegekonzept machen und Sie natürlich weiterhin mit einbeziehen. Vielen Dank, dass Sie uns so gut helfen.

Übung 11a – Track 107 Aktivitäten für jedermann s. Kursbuch, Track 102

11 Typisch Mann? Typisch Frau? Aufgabe 1b – Track 108 Erinnerungen

1 alte Frau:  Ich kann mich noch erinnern, was meine Oma erzählte. Damals, das war ja noch vor dem Ersten Weltkrieg, hat sie sich als Einzige um Haushalt und Familie gekümmert. Sie erzog die Kinder, pflegte die Großeltern und hatte eigentlich gar kein eigenes Leben. Und bei meiner Mutter war es auch nicht viel anders. ­Deshalb hab ich schon damals davon geträumt, Jura zu studieren und Anwältin zu werden. Ich war zwar immer Klassenbeste, aber mein Vater war strikt dagegen. Er sagte immer: „Frauen müssen sich um Kinder zu kümmern, anstatt ihre Zeit an der Universität zu vergeuden.“ Ich habe dann mit 23 geheiratet, zwei Kinder groß­ gezogen, meinem Mann den Rücken freigehalten und den gesamten Haushalt geschmissen. So, wie das halt damals üblich war. In dieser Zeit hieß es für Frauen: Kinder-Küche-Kirche. Und jetzt? Mein Mann hat mich nach 32 Jahren Ehe verlassen. Wegen einer Arzthelferin, so einem jungen Ding. Ach, hätte ich damals nur mehr Mut gehabt, anstatt immer nur das zu tun, was die anderen wollten. Ich fühle mich oft einsam, doch was soll ich jetzt noch machen? … Manchmal stelle ich mir vor, wie schön es wäre, wenn ich mich wieder verlieben würde. Doch geht das überhaupt mit 72? Und, wer will so eine alte Schachtel noch haben. Aber eines hat sich dann doch noch zum Guten gewendet. Meine jüngere Tochter hat meinen Traum wahr gemacht. Sie hat Jura studiert und ist nun Richterin am Obersten Landgericht. Darauf bin ich sehr stolz. Ich habe sie auf ihrem Weg auch immer unterstützt – auch wenn ich selbst nicht viel hatte. 2 alter Mann:  Ich habe Greta auf dem Abschlussball der Oberstufe zum ersten Mal gesehen. Toll sah sie aus, rote Lippen, roter Petticoat, die Haare hochgesteckt. Da musste ich mir erstmal Mut antrinken, bevor ich sie ansprechen konnte. Also, ich dann hin zum Buffet, eine Bowle nach der anderen, dann noch die Tolle gerade gerückt – wissen Sie, das war ja die Zeit, da hatten die Jungs so Haartollen, die mit ganz viel Gelatine, Zuckerwasser oder Ei fixiert wurden … Und dann, dann habe ich mich getraut. Und wissen Sie was sie zu mir sagte? „Heinrich“, sagte sie. „Heinrich, ich habe es mir schon so oft vorgestellt, dass du mich mal ansprichst, so lange warte ich schon darauf.“ Naja, und dann, dann ging es ziemlich fix – Verlobung, Heirat, Kinder – wir sind jetzt

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Einheit 11

43 Jahre verheiratet und ohne meine Greta, da möchte ich nicht mehr sein.

Aufgabe 2a – Track 109

Interview: Typisch männlich – typisch weiblich? Reporter/in:  Entschuldigung, kann ich Ihnen eine Frage stellen? Was ist für Sie ‚typisch weiblich oder typisch männlich‘? Jüngerer Mann 1:  Typisch weiblich? Ich weiß nicht. Naja, Kleidung, oder? Röcke und Stöckelschuhe tragen, Kinder kriegen und sich um die Kinder kümmern? So was halt. Weibliche Begleitung des Mannes:  Wie, sich um die Kinder kümmern? Das können doch Männer genauso. Und Stöckelschuhe trage ich auch nicht. Ich glaube, dass sich Frauen mehr Gedanken, um ihr Äußeres machen, wir wollen attraktiv sein, ja. Aber Kindererziehung, einen Kinderwagen schieben und Windeln wechseln, das ist doch heute auch Männersache. Jüngerer Mann 1:  Ja, nein, äh, ich meine, ich sollte doch Stereotype nennen, oder? Das mit den Stöckelschuhen war ja gar nicht meine Meinung, das weißt du doch Schatzi … Älterer Mann 2:  Also, das war früher anders. Da gab es noch Ordnung. Wir Männer haben das Geld verdient, das Auto repariert, die Wasserkisten hochgetragen. Frauen trugen Kleider und Männer Hosen. Außerdem hatten wir die Hosen an, jawohl. Ältere Frau:  Wann hast du denn je ein Auto repariert? Nein, nein, das war früher auch nicht so einfach. Aber den Haushalt, den haben schon wir Frauen geschmissen: staubsaugen, kochen, sich um die Kinder oder um Ältere kümmern – das war doch lange Zeit das, was von uns erwartet wurde. Und schüchterner waren wir auch – wenn ich heute sehe, wie sich manche Mädels in der Öffentlichkeit zeigen, halb nackt, das gab es damals nicht. (…) Reporter/in:  Und bei Ihnen? Wie ist das bei Ihnen? Was ist für Sie ‚typisch weiblich oder typisch männlich‘? Frau mit leichtem Akzent:  Ach, ich denke, dass das immer kulturspezifisch ist und von Generation zu Generation unterschiedlich. Meine Großmutter, die hat sich immer versteckt, wenn Sie rauchen wollte. Das ging damals gar nicht, dass eine Frau öffentlich raucht. Und mein Urgroßvater, der hätte einer Frau wahrscheinlich noch nicht mal die Hand gegeben. Wir wurden dann viel freier erzogen – Auto fahren, rauchen, auf Partys gehen, alles kein Problem. Mann mit starkem Akzent:  In meinem Land, ist das noch so. Es ist nicht üblich, dass Mädchen rauchen. Oder Fahrrad fahren. Sie tragen auch keine enganliegende Kleidung und viele Frauen bedecken ihre Haare, um die Männer nicht zu reizen. Wenn ich das hier so sehe – junge Paare, die sich in der Öffentlichkeit küssen, flirten, laut lachen … Das ist manchmal komisch für mich. Älterer Mann 2:  Ja, so ähnlich sehe ich das auch.

Aufgabe 3b – Track 110

Radiosendung zum Thema „Wandel der Rollenmuster“ Moderator:  Hallo, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, heute dreht sich in unserer Sendung „Typisch männlich? Typisch weiblich?“ alles um den Wandel der Geschlechterrollen. Zu Gast im Studio ist Dr. Greis. Herr Dr. Greis, Sie sind ja Soziologe und forschen an der Uni Magdeburg zum Thema Gender in der Medizin und Pflege. Der Wandel der Geschlechterrollen wirkt sich auch auf den Umgang mit Älteren aus. Wenn früher meistens in der Familie gepflegt und versorgt wurde, so findet Pflege heute mehrheitlich in stationären oder ambulanten Pflegeeinrichtungen, Senioren-WGs und Mehr-Generationen-Häusern statt. Wie wirkt sich das auf die Arbeit in der Pflege aus? Dr. Greis:  Bei der alltäglichen Arbeit in der ambulanten oder stationären Pflege ist das Wissen um weibliche und männliche Rollenmuster von großer Bedeutung. Die Selbstwahrnehmung und das Verhalten der Bewohner ergeben sich aus den individuellen Vorstellungen, wie ‚Mann‘ oder ‚Frau‘ sich verhalten sollte. Dabei benehmen sich ältere Menschen und Demenzerkrankte meistens so, wie sie es in ihrer Jugend gelernt haben – ihr Verhalten ist also von traditionellen Rollenbildern geprägt. Diese, heute vielleicht etwas altmodisch wirkenden Rollenbilder sollten bei den verschiedenen Tätigkeiten und Beschäftigungsangeboten im Pflegebetrieb berücksichtigt werden, um ein positives und lebensbejahendes Selbstempfinden der Bewohner zu fördern. Moderator:  Sind diese Rollenbilder nicht sehr komplex? Dr. Greis:  Ja, natürlich. Die Rollenbilder ‚Mann‘ und ‚Frau‘ bestehen aus vielen Teilstücken, wie Kleidung, Körperpflege, Essgewohnheiten, Kommunikation, der Vorstellung von einem ‚gelungenen Leben‘ und auch der Sexualität. Dem Thema „Umgang mit Sexualität im Alter“ ist für die Arbeit in den zunehmend interkulturellen Pflegeeinrichtungen besondere Aufmerksamkeit zu widmen. Moderator:  Wie meinen Sie das? Dr. Greis:  Einerseits muss man als Pflegekraft die Sexualität des pflegebedürftigen Menschen akzeptieren, um gut pflegen zu können. Andererseits gilt es bei übergriffigem oder unangemessenem Verhalten, Grenzen zu setzen, um Konflikte zwischen Bewohnern und Mitarbeitern zu vermeiden. Moderator:  Herr Dr. Greis – vielen Dank für das interessante Gespräch.

Aufgabe 6a – Track 111

Pavel berichtet über Frau Svedelid Pavel: Frau Gerda Svedelid ist seit drei Tagen im Wohn­ bereich ‚Rosenblatt‘. Sie ist am 1. 7. 1940 in Kassel ­geboren. Die Bewohnerin kümmerte sich bis zum Tod ihres Mannes Rudolf im … äh … im Jahr 2006 um den

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gemeinsamen Haushalt und um die beiden Kinder, ­Peter und Johannes. 1971 zog die Familie nach Offenbach, der Ehemann der Bewohnerin war dort in der ­Lederwarenindustrie tätig. Frau Svedelid hat sich selbst im Aufnahmegespräch als modebewusst, sehr gepflegt und sehr reinlich bezeichnet. Der beim Gespräch ebenfalls anwesende ältere Sohn, Peter Svedelid, teilte uns mit, dass seine Mutter eigentlich einen richtigen Putzfimmel hatte – es wurde im Hause ununterbrochen geputzt, abgewaschen, gewischt, gesaugt und gewienert. Erstaunlicherweise war Frau Svedelid gleichzeitig sehr tierlieb – sie züchtete jahrelang ziemlich erfolgreich Schildkröten. Nach dem Auszug der Kinder wurden sogar die Kinderzimmer umgebaut, um mehr Platz für die Tiere zu haben. Der Sohn bezeichnete das Verhältnis zu seiner Mutter als recht kühl und sachlich. Er und sein Bruder Johannes würden Frau Svedelid gerne an den Feiertagen und an ihrem Geburtstag besuchen – häufigere Besuche wären nicht möglich. Er sagte außerdem, dass seine Mutter immer recht abweisend war. Körperkontakt wie Umarmungen usw. wurden von Frau Svedelid meistens abgewehrt, und richtigen Ärger gab es, als er seine Mutter einmal nur halb angezogen im Bad überraschte. Frau Svedelid wollte darüber nicht sprechen, sie meinte nur, dass es sich für eine Frau nicht gehören würde, unbekleidet durch die Wohnung zu laufen. Auch die Beziehung zum verstorbenen Ehemann soll wenig leidenschaftlich gewesen sein. Die Bewohnerin möchte definitiv nicht von männlichen Pflegern betreut werden. Sie legt großen Wert auf weibliche Pflegepersonen und möchte sich mit diesen auch über Mode, Schminkgewohnheiten und Frisuren unterhalten können. Das hat sie mehrmals wiederholt. Außerdem würde sie ‚nie im Leben eine dieser unhygienischen Altersheimhosen anziehen‘. So. Das ist erstmal alles. Welche Kollegin möchte sich um Frau Svedelid kümmern?

Aufgabe 9c – Track 112 Ein vertrauliches Gespräch

Saida:  Guten Morgen, Frau Liesigk, kann ich Sie mal kurz sprechen? Anna Liesigk:  Guten Morgen Saida, wie kann ich Ihnen helfen? Saida:  Ähhm, ich müsste etwas in Ruhe mit Ihnen besprechen, unter vier Augen. Anna Liesigk:  Hmm, na dann kommen Sie mal zu mir ins Büro. Und? Worum geht es denn? Saida:  Es ist … ist mir sehr unangenehm … Ich weiß gar nicht, wie ich … Aber es ist besser, wenn Sie im Bilde sind. … Ok, es geht um eine vertrauliche Angelegenheit .

Anna Liesigk:  Ja sicher. Ich werde selbstverständlich alles vertraulich behandeln. Gibt es ein Problem mit einem unserer Bewohner? Saida:  Ja, es geht um Herrn Tsipras. Sie wissen, der Grieche auf Nr. 4. Er ist sehr aufdringlich. Bisher hat er ja nur anzügliche Bemerkungen gemacht, aber gestern gab er mir einen Klaps auf den Po und später hat er noch versucht, mir an die Brust zu fassen. Anna Liesigk:  Was haben Sie daraufhin gemacht? Saida:  Nichts. Ich bin rausgegangen und habe Manuel gebeten, die Körperpflege bei Herrn Tsipras zu übernehmen. Anna Liesigk:  Hmm, das ist zwar eine gute Reaktion, um sich aus der Schusslinie zu bringen, aber noch besser wäre es, wenn Sie ihn sofort mit einem lauten und deutlichen: „Bitte lassen Sie das sooo-fort!!“ in seine Schranken verweisen. So zeigen Sie ihm ganz klar seine Grenzen auf. Wenn Sie das laut und klar sagen, versteht das in dem Augenblick jeder, auch ein verwirrter Bewohner. Und falls doch nicht, wiederholen Sie es immer wieder. Saida:  Das ist halt nicht so meine Art – aber ich sollte es wohl üben. Vielen Dank, dass Sie sich für meine Beschwerde so viel Zeit genommen haben. Anna Liesigk:  Das ist doch selbstverständlich!! Ich stehe voll und ganz hinter Ihnen und werde Sie diesbezüglich in jeder Hinsicht unterstützen. Das können Sie ruhig auch den Kolleginnen sagen – falls Sie mit ihnen darüber sprechen. Und ich bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Saida:  Ich hatte sehr gehofft, dass Sie mich in dieser Sache ernst nehmen. Man hört aus anderen Seniorenheimen ja auch anderes – leider. Anna Liesigk:  Nein nein, halten Sie mich auf dem Laufenden. Und sprechen Sie mich auf jeden Fall wieder an, wenn so etwas passiert. …

Aufgabe 10a – Track 113 Webinar von Dr. Greis

Dr. Greis:  Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Pflegenden, herzlich willkommen bei unserem Webinar zum Thema „Sexualität in der Altenpflege“. Ich freue mich, dass wir hier so viele Anmeldungen haben, denn das Thema ist bei Ihrer täglichen Arbeit ja von zentraler Bedeutung. Dabei ist das Thema auch nicht nur wenigen älteren Männern wichtig, sondern letztlich allen Menschen. Laut einer amerikanischen Studie mit Senioren im Alter von 86 Jahren haben mehr als 64 % der Frauen und 82 % der Männer regelmäßig sexuelle Kontakte. Mit 86, wohlgemerkt! Der Umgang mit dem Thema ist bei näherer Betrachtung irgendwie seltsam. Einerseits ist es täglich in Zeitschriften, im Fernsehen, im Internet oder auf Plakaten präsent und andererseits wird über Liebe und Sexualität im Rentenalter kaum noch gesprochen – ganz so,

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als ob sie über Nacht, pünktlich zum Renteneintritt, verschwinden würden. Doch eine feststehende Altersgrenze für Sexualität gibt es nicht. Zwar verändert sich mit zunehmendem Alter für manche Menschen die Art der sexuellen Kontakte – es findet meistens eine Verschiebung von körperlichen hin zu vermehrt zärtlichen sexuellen Kontakten statt – aber Sexualität bleibt ein Leben lang wichtig. In der besagten Studie gaben dann auch mehr als 63 % der Männer und mehr als 30 % der Frauen an, regelmäßig Geschlechtsverkehr zu haben. Doch im Heim ist die Situation anders: Dort haben Bewohner, sofern sie nicht über ein abschließbares Einzelzimmer verfügen, es nicht immer leicht, ihre Intimsphäre zu wahren, da es in den meisten Altenpflegeeinrichtungen kaum Rückzugsmöglichkeiten gibt. Außerdem sind viele Senioren körperlich nicht in der Lage, ihre Wünsche auszuleben, oder haben keinen Partner mehr. Das Bedürfnis nach körperlicher Nähe bleibt aber. Wie Sie, meine Damen und Herren, aber am allerbesten wissen, ist die Pflege fast immer mit engem körperlichem Kontakt verbunden. Besonders beim Waschen entstehen zuweilen sehr intime Situationen. An dieser Stelle wird Pflegekräften eine hohe Professionalität abverlangt, gerade wenn auf die Bedürfnisse der Menschen professionell reagiert werden soll. Vor allem Menschen mit Demenz zeigen ihre Lust völlig ungeniert, denn die Krankheit spült alle Hemmungen aus dem Gehirn. Kontrollmechanismen versagen, das sexuelle Verlangen wird nicht mehr von Konventionen oder Moralvorstellungen gesteuert und drängt ungefiltert heraus – das kann für Sie, meine Damen und Herren, zu irritierenden Situationen führen. So, bevor wir uns in wenigen Minuten in Arbeitsgruppen aufteilen und einzelne Problemszenarien und Statistiken betrachten, möchte ich Ihnen nun einen generellen Einblick geben wie Sie mit …

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Übungen

Übung 16 – Track 114

Radio-Interview zum demografischen Wandel Moderator:  Liebe Hörerinnen und Hörer, wer durch die Innenstädte läuft, stellt fest, dass Deutschland altert und grauer wird. Der demografische Wandel ist eine Herausforderung – nicht nur für Politik und Wirtschaft, sondern auch für uns als Gesellschaft. Heute leben hier ungefähr 4,4 Millionen Menschen, die über 80 sind. Das Alter ist zwar nicht gleichbedeutend mit Krankheit – es gibt zum Glück viele Menschen um die 70 oder 80, die weitestgehend gesund und fit sind. Aber im Alter nehmen die gesundheitlichen Probleme dennoch zu. Vor allem Demenzerkrankungen nehmen zu. Bis zu 1,6 Millionen Menschen sind an Demenz erkrankt.

In vielen Familien ist das ein wichtiges Thema. Wie können und sollen demente Mütter und Väter, Ehefrauen und Ehemänner gepflegt werden? Wie wollen wir als Gesellschaft mit Demenzkranken umgehen? Ich begrüße im Studio Frau Dr. Vogel, die seit Jahren auf diesem Gebiet arbeitet. … Guten Abend, Frau Dr. Vogel. Frau Dr. Vogel:  Guten Abend, Herr Funk. Moderator:  Können Sie unseren Hörern Tipps zum Umgang mit Demenzkranken geben? Frau Dr. Vogel:  Die Pflege von Demenzpatienten ist sowohl für die Angehörigen wie auch die Pflegekräfte nicht einfach. Als Erstes empfehle ich, dass wir Verständnis dafür haben müssen, dass der Kranke in seiner eigenen Welt lebt. Wir müssen seine Gefühle ernst nehmen und wir sollten sinnlose Diskussionen und Streit vermeiden. Moderator:  Das ist aber bestimmt nicht immer einfach, da ja wohl manche Demenzkranke sehr aggressiv sein können. Frau Dr. Vogel:  Das stimmt. Man braucht sehr viel Geduld. Demenzkranke benötigen viel Respekt. Loben Sie ihn auch immer wieder. Wichtig ist, dass Demenzpatienten einen regelmäßigen Tagesablauf mit festen Regeln haben. Wichtig ist auch, dass sich die Patienten körperlich wohlfühlen. Deshalb sind Körperpflege, eine gesunde Ernährung und vor allem auch genug zum Trinken sehr wichtig. Moderator:  Wir haben einige Hörer und Hörerinnen in der Leitung, die Fragen für Sie haben. Guten Tag Frau Holm …

12 Geburt – Leben – Tod Aufgabe 2a – Track 115 Die Geburt eines Kindes

Frau:  Lara ist ein absolutes Wunschkind gewesen. Mein Mann und ich wollten unbedingt ein Mädchen und das hat dann auch geklappt. Es war auch eine leichte Geburt, obwohl ich bereits 36 war und so gleichzeitig eine Erst- als auch Spätgebärende. Die Wehen fingen gegen 4 Uhr früh an. Wir haben dann noch etwas gewartet und immer wieder mit der Hebamme telefoniert. So gegen halb sechs hat mein Mann das Auto geholt und wir sind ins Krankenhaus gefahren. Mein Mann hat sich ganz rührend um mich gekümmert, er hat mir die Hand gehalten und Getränke bereitgestellt. Ich hatte Glück und alles ging sehr schnell – schon eine Stunde später hielt ich erschöpft, aber glücklich unsere Lara im Arm: 47 cm groß, 3896 Gramm schwer und schon ganz viele Haare auf dem Kopf. Mann:  Ich musste mich zunächst an den Gedanken gewöhnen, dass wir schon bald zu dritt sein werden. Ich habe dann aber meine Partnerin zum Geburtsvorbereitungskurs begleitet. Da bekam ich eine Ahnung, dass sich total viel ändern würde. Im Kurs waren noch vier weitere

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Paare. Alle redeten über Steißlage, CTG oder wie man die Wehen wegatmet – davon hatte ich noch nie etwas gehört. Der Tag, an dem ich wirklich verstanden hatte, dass da ein kleiner Mensch heranwächst, das war der 14. März. Wir waren gemeinsam beim Frauenarzt und auf dem Ultraschallbild waren ganz winzig kleine Ärmchen und Beinchen zu erkennen und der Kopf. Das war sie also – unsere Lara. Wir haben noch gemeinsam das Babyzimmer eingerichtet, Babymöbel angeschafft und die ersten Bodys gekauft. Unglaublich, wie winzig Babykleidung ist. Der Bauch meiner Partnerin wurde immer größer – und irgendwann war es dann soweit. Heute bin ich Profi, wenn es um Wickeln, Babybrei und Bauchkrämpfe geht. Nur die Taufe, die haben wir immer noch nicht organisiert. Irgendwie haben wir es damit auch nicht eilig. Für uns ist es wichtiger, Zeit für uns zu haben.

Aufgabe 4a – Track 116

Radio Senior zum Thema „Trauer und Tod“ Moderator Radio Senior:  Wir haben heute jemanden bei uns, der uns mehr über das Thema Trauer und Tod berichten kann. Frau Anke Niewiera, Sie sind Therapeutin und haben sich lange mit diesem schwierigen Thema befasst. Warum fällt es uns so schwer über den Tod zu sprechen – ist er denn nicht allgegenwärtig? Anna Niewiera:  Ja, in der Tat, das ist er. Ich möchte da kurz Rilkes Zeilen in Erinnerung rufen: Der Tod ist groß. Wir sind die Seinen lachenden Munds. Wenn wir uns mitten im Leben meinen, wagt er zu weinen mitten in uns. Diese Zeilen sind vielen bekannt und doch scheint es, als ob sie nicht verstanden werden – dass der Tod uns jederzeit, nicht nur im hohen Alter oder nach einer schweren Krankheit, einholen kann. Radio Senior:  Doch warum fällt es uns dann so schwer, über den Tod zu sprechen? Fehlen uns vielleicht die richtigen Begriffe? Anna Niewiera:  Nein, das denke ich nicht. Meiner Meinung nach hat es viel mehr mit Angst zu tun – und der Endgültigkeit. Der drohende Verlust des Lebens oder eines nahen Angehörigen macht uns sprachlos. Das liegt aber nicht etwa daran, dass uns Wörter oder Begriffe fehlen würden, ganz im Gegenteil. Denken Sie nur an die die vielen Synonyme und Umschreibungen, die wir für das Sterben haben, wie etwa: ableben, abtreten, die Augen für immer schließen, dahinscheiden, davongehen, er­ löschen oder für immer von uns gehen. Manche sind sogar recht humorvoll formuliert, wie: den Löffel ab­ geben, die Radieschen von unten betrachten oder in die ewigen Jagdgründe eingehen. An Begriffen mangelt es uns also nicht. Doch was den Tod so einzigartig macht ist die Tatsache, dass letztlich jeder Mensch ganz allein seinen ganz persönlichen und eigenen Tod stirbt. Diese Erfahrung kann nun mal auch nicht mit anderen geteilt werden. Sie ist in letzter Konsequenz unteilbar, unaufhaltsam und unmittelbar. Es gibt nur wenige Ereignisse in unserem Leben, auf

die das noch zutrifft. Selbst an der Geburt sind mindestens zwei Menschen aktiv beteiligt – die Mutter und das Kind. Nur wenige Menschen erreichen heutzutage zu Lebzeiten einen Zustand, in dem sie den Tod und das Ende aller bekannten Dinge akzeptieren. Die meisten wehren sich bis zuletzt. Und selbst wenn die Person vielleicht sogar bereit ist zu gehen, dann können die Angehörigen oft nicht loslassen. Denn auch für die Angehörigen ist der Tod ein unumkehrbares Ereignis. Sie empfinden vielleicht Schuldgefühle gegenüber den Betroffenen. Das bisherige Leben wird auf den Prüfstand gestellt – wie war das gemeinsame Leben? Wie wird es sein, wenn die Person nicht mehr da ist? Von welchen gemeinsamen Träumen muss ich mich verabschieden? Habe ich etwas versäumt? Kann ich es noch nachholen, bevor es zu spät ist? Radio Senior:  Und was kommt nach dem Tod? Wie sollen Angehörige mit dem Verlust umgehen? Anna Niewiera:  Nach dem Verlust kommt die Trauer. Das ist ganz natürlich und auch heilsam. Dr. Doris Wolf hat dazu ein sehr spannendes Buch geschrieben: „Einen geliebten Menschen verlieren“ lautet der Titel. Sie teilt darin die Trauer in mehrere Phasen ein: Erstens: Die Phase des Nicht-Wahrhaben-Wollens, des Schocks und der Verleugnung. Der Hinterbliebene kann und will gar nicht glauben, dass der Verstorbene wirklich tot und für immer gegangen ist. Danach kommt die Phase der Gefühle. Der Angehörige durchlebt Gefühle wie Verzweiflung, Angst, Hilflosigkeit und Einsamkeit. In dieser Phase werden manche Angehörige sogar wütend auf den Verstorbenen oder auf sich selbst – manche empfinden auch Schuld­ gefühle. Anschließend beginnt eine langsame Neu­ orientierung. Wir lernen langsam, mit dem Verlust ­umzugehen und ihn zu akzeptieren. Und schließlich stellt sich in den meisten Fällen das innere Gleichgewicht wieder ein. Wir finden wieder einen Sinn im ­Leben und lassen den oder die Verstorbene wirklich gehen. Radio Senior:  Wie lange dauern die von Ihnen beschrie­ benen Trauerphasen? Oder ist das individuell verschieden? Anna Niewiera:  Das ist tatsächlich ganz unterschiedlich und hängt maßgeblich von der Beziehung zum Verstorbenen und unserer Persönlichkeit ab. Die Trauerphasen müssen auch gar nicht in dieser Reihenfolge stattfinden, sie können sich vermischen, abwechseln, manche werden auch übersprungen. Außerdem sind der Umgang mit dem Tod und die Trauer stark kulturell geprägt. Regeln oder Vorschriften für die „richtige“ Art des Trauerns gibt es also nicht und schon gar nicht kulturübergreifend. Es ist nur wichtig, sich bewusst zu machen, dass Trauern ein natürlicher Prozess ist, und sich die notwendige Zeit auch zu nehmen. Der Mensch ist im Normalfall in der Lage, den Verlust auch der engsten Familienangehörigen zu verarbeiten und sich anschließend wieder seinem Leben zu widmen –

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das macht uns, aber auch viele höher entwickelte Tiere als soziale Wesen einfach aus: Trauer zu empfinden, um sich dann wieder dem eigenen Leben zuwenden zu können.

Aufgabe 7a – Track 117 Frau Ott über ihre Jugend

Frau Ott: Ich habe schon früh im Haushalt meiner Tante aushelfen müssen. Damals, kurz nach dem Krieg, war die Not groß, und wir Frauen haben auch die Arbeit unserer Väter und Ehemänner übernommen. Die Männer waren ja im Krieg gefallen oder in Gefangenschaft. Auch der Bruder meines Vaters war verschollen. Ich weiß noch, dass ich als Jugendliche den Schutt wegräumen musste, zufälligerweise in der Straße, in der wir früher gewohnt hatten. Das war ganz in der Nähe der Bäckerei meines Onkels Stefan. Ich kann mich noch daran erinnern, wie sich mein Vater und er in unserer Küche über Politik und die Partei gestritten hatten. Ja, und eines Tages, ich war wieder dabei, Ziegelsteine in die Schubkarre zu schmeißen, stand er auf einmal vor mir. Ich traute meinen Augen nicht – mein Onkel, der verschollene Bruder meines Papas, stand vor mir. Er war zurückgekehrt. Wir sind gleich nach Hause, in die Wohnung meiner Tante, die war nicht zerbombt worden. Ich hielt den ganzen Weg lang die Hand meines Onkels. Ich wollte ihn gar nicht mehr loslassen. …

Aufgabe 10a – Track 118 Teamgespräch über Herrn Kolb

Anna Liesigk:  Hallo Pavel, hallo Maryam, hallo Saida, grüß dich Manuel. Na, wie machen sich unsere zukünftigen Fachkräfte? Pavel:  Hallo Anna, schön, dass du kommen konntest. Ich glaube, die sind schon ganz fit. Aber das kannst du ja am besten beurteilen. Wir haben uns für heute einen Biografiebericht vorgenommen, und die drei sollten sich Gedanken zu Ressourcen und Kompetenzen machen sowie die Pflegemaßnahmen und Pflegeziele erarbeiten. Anna Liesigk:  Na, dann los. Pavel:  Ok. Also, ich nehme an, der Biografiebericht wurde gelesen und dass ihr euch Gedanken zum Umgang mit Herrn Kolb gemacht habt. Manuel, Saida, Maryam:  Mhmm, ja, … Pavel:  Gut. Maryam, du fängst an. Erzähl uns bitte, wie du die Situation bei Herrn Kolb einschätzt. Maryam:  Also, auf mich wirkt Herr Kolb leicht depressiv und suizidal. Er scheint den Verlust seiner Ehefrau noch nicht verarbeitet zu haben. Außerdem hat er finanzielle Sorgen, möchte aber seiner Tochter keine Last sein. Ich gehe davon aus, dass Herr Kolb ein Problem mit seiner zunehmenden Unselbstständigkeit hat, sonst würde er auch nicht verzweifelt versuchen, seine ­Skoliose zu verbergen.

Herr Kolb nahm aktiv am Krieg teil, und ich vermute, dass diese Erfahrung dazu geführt hat, dass er nicht über seine eigenen Probleme sprechen kann, vielleicht passt das nicht zu seinem Selbstbild als Mann. Wobei, ganz so einfach ist es auch nicht, denn einerseits möchte Herr Kolb keine sozialen Kontakte, er ist manchmal auch ziemlich barsch und kann unangenehm werden – und andererseits möchte er gerne an unserer Skatrunde teilnehmen. Folgende Pflegeziele wären meiner Meinung nach wichtig: Herr Kolb sollte mittelfristig lernen, dass er über seine Ängste und Emotionen reden kann und dass das hier bei uns möglich oder sogar erwünscht ist. Das würde wahrscheinlich auch seine depressive Stimmung lindern. Auf jeden Fall könnte er so leichter den Verlust seiner Ehefrau verarbeiten. Er könnte dann seinen neuen Lebensabschnitt annehmen und aktiver gestalten. Um das zu erreichen, sollte die Pflegefachkraft nach meiner Ansicht Anteilnahme signalisieren, hmm, vielleicht durch regelmäßige, aber ungezwungene Einzelgespräche. Dabei sollten wir in der nächsten Zeit auch darauf achten, ob Herr Kolb immer noch von seinen Todeswünschen spricht. Der Kontakt zur Tochter sollte intensiviert werden und ich befürworte die Integration in unsere Einrichtung, indem ihm immer wieder, aber ohne größeren Druck die Teilnahme an den Gruppenaktivitäten angeboten wird. Das Thema Krieg sollte möglichst vermieden werden, d. h. die Kollegen und Kolleginnen sollten Herrn Kolb zuhören und ihn über seine Ängste, Wünsche und Probleme sprechen lassen, aber auf gar keinen Fall Diskussionen über den Zweiten Weltkrieg führen. Das sollten wir unbedingt mit den osteuropäischen Kollegen und Kolleginnen besprechen, nicht dass es da zu Konflikten kommt. Ja, das ist alles, glaube ich. Pavel:  Na, das hörte sich schon ziemlich gut an, oder, Anna? Anna Liesigk:  Das war prima. Ich bin total baff. Wenn das so weitergeht, dann kann ich mich ja bald ruhigen Gewissens zur Ruhe setzen. Wer möchte weitermachen? Manuel:  Ich. Ich sehe das ganz ähnlich wie Maryam, habe aber ein paar Schwerpunkte anders gesetzt … Also …

Aufgabe 11b – Track 119

Ein Gespräch zwischen Tür und Angel Manuel:  Hallo Andrea, sag’ mal, könnte es sein, dass Herr Wemmer aus Bayern kommt? Er spricht nun immer stärker Dialekt – echt. Ich verstehe ihn in letzter Zeit überhaupt nicht mehr. Weiß das jemand von euch? Ich gehe mit ihm gleich zum Mobilitätstraining. Wäre schön, wenn ich verstehen würde, was er sagt. Andrea:  Ja, Manuel, das ist mir auch schon aufgefallen … Er wird immer dementer. Und mit zunehmender Demenz verfallen die Betroffenen ja oft in den Dialekt ihrer Kindheit – auch wenn sie die meiste Zeit ihres Lebens Hochdeutsch gesprochen haben.

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Einheit 12  |  Übungen 12

Saida:  Ja, der kann in Bayern aufgewachsen sein oder in Franken, das hört sich doch alles ähnlich an. Andrea:  Naja, Saida, das ist aber nicht besonders fundiert, was du da sagst. Herr Mauer, ähmm, sorry, ihr duzt euch ja jetzt auch, also Klaus, würde dir was husten, der ist ja ein Bayer! Aber zurück zur Frage. … Ja, Herr Wemmer müsste aus Bayern sein … Ich glaube, in der Dokumentation steht, dass er in Nürnberg geboren wurde, also dürfte er als Kind ja wohl auch Fränkisch gesprochen haben. Hey, da ist Klaus ja! Fragen wir ihn doch … Klaus:  Worum geht’s? Manuel:  Du kennst doch Herrn Wemmer, was spricht der für einen Dialekt? Ich glaube, ich brauche einen Dolmetscher. Klaus:  Der Wemmer? Der muss aus Franken sein, das hört man doch. Andrea:  Aha. Woran denn? Klaus:  Herr Wemmer, kommen Sie doch mal bitte kurz. Die Kollegen verstehen Sie nicht und wollen aus Ihnen einen Bayern machen. Sagen Sie doch bitte mal was, damit die mir glauben, dass Sie ein echter Franke sind. Herr Wemmer:  A Bayer? „Su a Gschmarri!“ Klaus:  Hört ihr‘s? Wäre der Herr Wemmer in Bayern geboren, dann hätte es ‚Des is a Schmarrn‘ geheißen. Manuel:  Klaus, kannst du uns bitte begleiten? Sonst passiert noch ein Unfall.

Aufgabe 13a – Track 120 Der Ton macht die Musik 0

11 Hey, hast du Lust auf ein Spiel? pp Ein Spiel? Das ist eine gute Idee.

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11 Hey hast du Lust auf ein Spiel? pp Ein Spiel? Das ist eigentlich eine gute Idee.

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11 Hey hast du Lust auf ein Spiel? pp Ein Spiel? Das ist aber eine gute Idee.

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11 Hey hast du Lust auf ein Spiel? pp Ein Spiel? Das ist ja eine gute Idee.

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11 Hey hast du Lust auf ein Spiel? pp Ein Spiel? Das ist mal eine gute Idee.

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11 Hey hast du Lust auf ein Spiel? pp Ein Spiel? Das ist echt eine gute Idee.

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Übungen

Übung 4a – Track 121

Rosa erzählt über die Bräuche in Mexiko Rosa:  Ich mache hier in Deutschland ein praktisches Jahr in einem Krankenhaus und lebe in einer deutschen Gastfamilie. Vor Kurzem ist die Oma gestorben. Das war sehr traurig, denn sie war eine sehr liebe Frau. Ich mochte sie sehr und bin froh, dass ich bei der Beerdigung dabei sein konnte. Meine Gastfamilie ist katholisch – wie ich auch. Trotzdem war alles ganz anders als bei uns. Hier gibt es Firmen, die sich um alles kümmern. Das heißt, sie kommen mit einem Sarg und holen die Tote ab. Bei uns wird der Sarg nach Hause geliefert und die Familie wäscht die Tote und zieht sie hübsch an. Ein Teil des Sarges ist aus Glas, sodass alle Freunde und Familienmitglieder den oder die Tote noch einmal sehen können. Sie kommen am Abend und bleiben die ganze Nacht. Wenn es sehr viele sind, bleiben einige vor dem Haus. Dafür wird sogar die Straße gesperrt, damit der Verkehr die Gebete und das Erinnern nicht stören kann. Am nächsten Tag ist dann die Beerdigung. Zuerst kommt der Sarg in die Kirche und es gibt einen Gottesdienst. Das ist ganz ähnlich wie hier auch. Nur dass man auch in der Kirche bei uns die Toten noch sehen kann, in Deutschland war der Sarg zu. Er wurde nach dem Gottesdienst auf dem Friedhof in die Erde gesenkt. Bei uns sind die Gräber über der Erde und sie werden mit Steinen zugemauert. Darauf stellen die Leute Dinge, die der oder die Tote sehr gerne mochte. Das können auch Cola-Flaschen, Chilischoten oder ­Süßigkeiten sein. Hier gab es sehr viele Blumen und Kränze mit hübschen Schleifen, auf denen ein Gruß ­geschrieben steht – das fand ich sehr schön. Nach der Beerdigung sind dann alle mit der Familie in ein großes Restaurant gefahren und es gab die Totenfeier. Die gibt es bei uns auch, aber erst am zehnten Tag. Denn bei uns beginnt nach der Beerdigung der sogenannte novenario. Das heißt, neun Tage lang kommen immer zur selben Abendstunde die Trauernden für eine halbe Stunde vor dem Haus zusammen und beten. Erst am zehnten Tag gibt es noch einmal einen Gottesdienst und die Totenfeier. Die ist aber meistens im Haus und nicht in einem Restaurant. Ich habe das Gefühl, dass wir Mexikaner den Toten mehr Zeit widmen. Ich finde das gut, denn so kann man sich besser verabschieden. Aber das ist eine Sache der Kultur. Hier ist der Tod generell eher ein Thema, über das man nicht spricht. Wir feiern ihn ja sogar: immer am 2. November, dem Tag, an dem wir mit Süßigkeiten und Festen unseren Toten eher fröhlich gedenken. Denn bei uns gehören die Toten dazu.

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Übungen 12  |  Station 3

Übung 5b – Track 122

Andrea:  Ich kann nur immer wieder sagen, dass zur Würde des Menschen auch gehört, dass …

Michaela:  Puh – endlich Feierabend! Heute hat mich der Herr Kolb fast wahnsinnig gemacht… Klaus:  Warum? Was ist denn passiert? Michaela:  Na ja, beim Waschen bin ich irgendwie unglücklich an seine Schulter gekommen und habe ihm aus Versehen wehgetan. Als ich mich entschuldigt habe, hat er mich angeschrien und war den Rest des Tages einfach unausstehlich. Andrea:  Ach ja – die Kriegsverletzung. Darauf reagiert er empfindlich. Klaus:  Kriegsverletzung? Woher weißt du das denn? Andrea:  Das steht alles in seinem Biografiebericht. Auch, dass er generell Angst hat, mit seinen Problemen anderen zur Last zu fallen. Weißt du, er hatte nämlich große finanzielle Probleme und … Klaus:  Moment mal, habe ich das richtig verstanden? Solche persönlichen Informationen werden dokumentiert? Das finde ich unmöglich! Michaela:  Ach ja? Warum denn? Klaus:  Denk doch nur an den Daten- oder Persönlichkeitsschutz! Der muss doch beachtet werden. Andrea:  Da muss ich dich darauf hinweisen, dass uns Herr Kolb das meiste selbst erzählt hat. Klaus:  Das mag ja sein, aber so ein alter Mann ist im Gespräch sicher leicht zu manipulieren. Man kann doch auch gar nicht sicher sein, wie objektiv und richtig die Informationen sind. Außerdem erfasst ihr bestimmt auch Informationen, die ihr von Angehörigen bekommt. Michaela:  Das stimmt. Aber ich dachte immer, es ist sinnvoll, so viel wie möglich über die Patienten zu wissen. An die Intimsphäre habe ich dabei noch nie gedacht … Andrea:  Entschuldigung, aber da würd ich gern etwas dazu sagen, nämlich, dass es absolut wichtig ist, auch persönliche Dinge von den Patienten zu wissen. Du kannst doch sonst gar nicht einschätzen, warum eine Person so oder so reagiert und wie man ihm oder ihr am besten helfen kann. Außerdem … Klaus:  Dem kann ich gar nicht zustimmen. Der Zusammenhang zwischen persönlich Erlebtem, Symptomen im Alter und der Wirkung spezifischer Maßnahmen ist doch gar nicht richtig untersucht … Andrea:  Hallo?! Lässt du mich bitte mal ausreden? Ich war noch nicht fertig. Also, ich sehe das anders. Auch wenn vielleicht noch nicht alles komplett wissenschaftlich belegt ist – bei so komplexen Dingen ist das ja auch schwierig, – sagt einem doch schon der gesunde Menschenverstand, dass ich einem Menschen besser helfen kann, wenn ich mehr über sein Leben weiß. Michaela:  Das sehe ich ganz genauso! Klaus.:  Ich verstehe ja, was ihr sagt. Aber erlaube mir eine Frage: Ihr redet doch immer auch über die Würde der alten Menschen? Und würdest du jemals die Eltern einer Freundin nach ihrem Leben befragen oder Vertrauliches notieren? Michaela:  Stimmt auch wieder …

Übung 12b – Track 123

Ein Streitgespräch nach Feierabend

Begeistert – oder eher nicht? A: B: C:

D: E:

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Was halten Sie von einer zweiwöchigen Kreuzfahrt im Mittelmeer? Strandurlaub auf Mallorca. Günstig, Sie sehen das Meer und es ist immer was los! Einfach nur ausspannen. Am besten zu Hause. Viel lesen, schöne Sachen mit Freunden machen und endlich Zeit für sich haben. Den Rucksack packen und ein Last-Minute-Ticket kaufen. Je weiter weg, umso besser. Erst einmal zu meiner Familie. Noch einmal die Heimat genießen, bevor es auf Jobsuche geht.

Station

Aufgabe 3a – Track 124 Frau Blin erzählt über sich

Frau Blin:  Ich wohne jetzt seit zwei Wochen hier im Pflegeheim. Ich bin ja so schwach geworden, wissen Sie. Ich bekomme nicht mehr so gut Luft, wenn ich mich anstrenge. Da hat dann meine Tochter gesagt, dass ich mehr Pflege bräuchte. Auch weil ich in den letzten Wochen fast acht Kilo abgenommen habe. Das hat es noch nie gegeben, sage ich Ihnen. „7,8 Kilogramm in sechs Wochen, da stimmt was nicht“, das hat sogar der Arzt gesagt. Naja, vielleicht sagte er das, weil ich sonst immer so gerne gegessen habe. Braten, Kartoffeln, Suppen, Kuchen, Schokolade und Dessert – es gab eigentlich nichts, was ich nicht mochte. „Mama“, hat meine Tochter dann oft gesagt, „Mama, du musst nicht mehr alles in dich reinstopfen, es ist genug für alle da. Der Krieg ist vorbei, Mama.“ Doch man weiß ja nie, oder? Jetzt bin ich also hier, damit es mir besser geht, aber hier gibt es so wenig zu essen, dass ich mich schon wieder ganz schwach fühle. Würde mich wenigstens meine Tochter öfter besuchen kommen. Oder meine Enkel. Hier, schauen Sie, das sind sie: Jonas und Maria. Sie gehen beide schon zur Schule. Toll, nicht? Stattdessen gibt es hier immer nur Obst und Gemüse. Und diesen furchtbaren Früchtetee. Dabei habe ich es schon so oft gesagt – ich möchte gerne stilles Mineralwasser. Warum versteht das keiner? Stattdessen bekomme ich immer wieder Früchtetee. Und dann soll man das auch noch austrinken, da legen sie ja hier wirklich viel Wert drauf, auf diesen Tee. Neulich wurde sogar gesagt, ich wäre dehydriert. Ist ja kein Wunder, wenn es nur dieses widerliche Gesöff gibt. Außerdem fehlt mir mein Garten. Wir hatten ja einen richtig großen Schrebergarten, das war toll. Hier könnte man doch auch einen anlegen, es ist genug Platz im Innenhof.

Fokus Deutsch B1 / B2 - Erfolgreich in Pflegeberufen | © Cornelsen Verlag GmbH | ISBN 978-3-06-021305-4

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Übungen 12  |  Station 3

Ich weiß auch gar nicht, warum ich nicht bei meiner Tochter wohnen kann. Ich könnte mich doch um die Kinder kümmern … Das würde ich gerne machen. Aber nein, ich bin ja hier viel besser aufgehoben … Und das nur, weil ich beim An- und Auskleiden nicht mehr so fit bin. Und ein bisschen Unterstützung bei der Körperpflege brauche … Als ob das so schwierig wäre …, ich habe doch bei meiner Tochter auch die Windeln gewechselt, sie gewaschen und gefüttert … Ist es dann zu viel verlangt, dass sie mir mal auf den Nachttopf hilft? Was ich noch mag? Ach, ich benutze gerne Lavendelprodukte und verbringe auch noch viel Zeit im Bad. Da lege ich Wert drauf. Ich möchte schließlich gepflegt aussehen, wenn mich der liebe Herrgott zu sich ruft. Außerdem trage ich gerne Röcke und Blusen, am liebsten mit Blumenmuster. Warum interessiert Sie das eigentlich?

Fokus Deutsch B1 / B2 - Erfolgreich in Pflegeberufen | © Cornelsen Verlag GmbH | ISBN 978-3-06-021305-4

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